Danke. Scheint mir schlüssig. Alpstaeg scheint sich da in der Spielerberater-Gilde ordentlich einzuleben.max power hat geschrieben: ↑13. Okt 2022, 14:19Würde mal auf Christoph Graf tippen
https://www.blick.ch/sport/fussball/int ... 14295.html
"Spieleragent Christoph Graf spricht im Interview über den bevorstehenden Transfer-Sommer. Der frühere BLICK-Sportchef ist seit 2004 in der Branche tätig, arbeitet zudem als Analyst, Scout und ist Präsident der Vereinigung der Schweizer Spielerberater."
http://www.grafsports.com/
Kann jemand den Text der NZZ ins Forum kopieren?
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Der FC Luzern und das Verhängnis Bernhard Alpstaeg – oder wie sich ein erfolgreicher Unternehmer im Fussball austobt
Der Patron alter Schule findet im Fussball eine öffentliche Bühne, die ihm sein Firmenimperium nicht bietet. Der neuerliche Machtkampf in Luzern ist aber nicht nur eine Affäre Alpstaeg. Es geht in heimtückischen Ränkespielen auch darum, wer auf Spielertransfers Einfluss nehmen kann.
Peter B. Birrer, Dominik Feldges
13.10.2022, 11.30 Uhr
Nicht alles ist zitierbar, was Bernhard Alpstaeg verlauten lässt. Doch der eine Satz ist kurz und unverfänglich. Alpstaeg streut ihn gerne ein, wenn man ihn am Telefon oder an einem Tisch nach seinem Antrieb fragt. «Der FC Luzern ist sexy», pflegt er unvermittelt zu sagen. Der Klub hat Anziehungskraft, nicht nur in der Stadt Luzern, «vom Gotthard bis nach Aarau, vom Entlebuch bis nach Zug», wie Alpstaeg das potenzielle Einzugsgebiet vor zehn Jahren eingegrenzt hat.
Der Klub ist ein Spielzeug, eine Badewanne voller Emotionen. Er gibt Öffentlichkeit, ihm, dem 77-jährigen Unternehmer, den sonst kaum jemand kennen, geschweige denn seitenlang für eine Zeitung interviewen würde. Der FC Luzern dient Alpstaeg als Plattform, die ihm sein Unternehmen Swisspor nicht bietet. Er ist ein Pfeiler des Fussballklubs, weil er die Macht und Geld hat. Der Schweizer Fussball ist auf Geldgeber angewiesen.
Als er für sein Unternehmen für 10 Millionen Franken die Namensrechte für das 2011 eröffnete Fussballstadion erwarb, stellten sich ihm in einer Swisspor-Kadersitzung alle entgegen – im Verhältnis 1:6. So erzählte das Alpstaeg in einem NZZ-Interview 2012. Sich selber bezeichnete er schon damals als «Fussball-Spinner». Über seine Tochter sei er zum Fussball gelangt. Der Einstieg sei eine «patronale Entscheidung» gewesen.
So waren die Grossväter
Alpstaeg, der hemdärmelige Patron, ein Patriarch alter Schule. «So sind unsere Grossväter während der Kolonialzeit gewesen», sagt eine Person, die oft mit ihm diskutiert hat, die ihn zu besänftigen versuchte, wenn das Pferd wieder einmal mit ihm durchzugehen drohte – und durchging.
Zu oft geschieht das. Auch deshalb ist die Ausbeute für den FC Luzern nach etwas über zehn Alpstaeg-Jahren nicht mehr als bescheiden: null Ertrag im Europacup, selten mehr als Durchschnitt in der Meisterschaft. Der Cup-Sieg 2021 kaschiert viel und ist der in der Not überhöhte Lichtblick in Corona-Zeiten. Die Begleitmusik zum Dasein im sportlichen Grau sind schwelende Machtkämpfe, seit Jahren schon, immer wieder, und immer im Zusammenhang mit Alpstaeg.
Ein Teufel ritt den Mehrheitsaktionär des FC Luzern, als er im vorletzten «Sonntags-Blick» zum Rundumschlag gegen die Klubführung ausholte. Gegen den Präsidenten Stefan Wolf, der mit seiner ruhigen und besonnenen Art die Antithese zu Alpstaeg ist; gegen den Sportchef Remo Meyer, über den er just in jenem Moment herzog, in dem das Luzerner Schiff, das im vergangenen Winter zu kentern drohte, mit dem neuen Trainer Mario Frick wieder in ruhigeren Gewässern unterwegs zu sein schien.
Luzern hat viel, eigentlich – «eine nahezu optimale Ausgangslage», wie ein erfahrener Funktionär sagt: Zentralschweizer DNA, eine gute U-21-Mannschaft, mehr Publikum als vor der Pandemie, eine mit jungen Spielern gefüllte Pipeline, einen Trainer mit Zukunft.
Der FC Luzern ist «grösser als jede Person»
Der Boulevardjournalismus reibt sich gleichwohl die Hände. Je mehr ein Geldgeber zerschlägt, desto besser. Je mehr Destruktivität, desto mehr Aufsehen. Je schärfer er Personen angreift, desto einfacher. In einem Communiqué schreibt die Klubführung: «Letztlich ist der FC Luzern grösser als jede Person, in welcher Position sie auch immer tätig ist oder Einfluss zu nehmen glaubt.» Zuerst der Klub, nicht eine Person. Auch wenn es ein Geldgeber ist. Doch dieser sagt indirekt: zuerst ich. Ein Verhängnis.
Im Rückblick sagt Alpstaeg, dass das Interview ein Fehler gewesen sei. Er führte es neben der Medienstelle des Klubs und neben engen Beratern vorbei. Ein früherer Boulevardjournalist, der heute als Spielerberater tätig ist, hat orchestriert und Alpstaeg zum Austeilen ermuntert. Dies ist nur eine der vielen undurchschaubaren Ingredienzen im neuerlichen Fall Alpstaeg.
Der Geldgeber betätigt die Kettensäge
Doch im Grundsatz bleibt der Patron dabei: Er wolle «alles» auswechseln, den Sportchef, den Verwaltungsrat, «alles, und wenn es sein muss: noch mehr». Wie bitte? Alle müssen gehen, Alpstaeg bleibt. Er wirkt so, als sei er mit der Kettensäge unterwegs. Alpstaeg startet den Motor, und Stefan Wolf verfällt in Paralyse. Und mit ihm der Anfang 2021 neu gebildete Verwaltungsrat, der einer Fehleinschätzung unterliegt und glaubt, den Haudegen domestiziert zu haben.
Der Ursprung des neuerlichen Vulkanausbruchs ist beim Fussballer Ardon Jashari zu finden. Es geht um Beratungsmandate, weil Jashari jung und talentiert ist und dereinst ein paar Millionen einbringen könnte. Schwer verständlich ist, weshalb sich der steinreiche Alpstaeg verführen liess, von wem auch immer; weshalb er eine Firma gründete und im Spielergeschäft mitmischen will. Wo Alpstaeg ist, ist Geld. Das ist wie ein Licht, das Mücken anzieht.
Kaufen, verkaufen – das kennt er aus seinem Swisspor-Geschäft. Aber als Klubchef einen Spieler des eigenen Klubs im Portfolio haben zu wollen? Allein der Gedanke ist eine sportpolitische Sünde sondergleichen. Es soll um Bildrechte eines 20-Jährigen gehen. Um Bildrechte, die dem Klub gehören. Willkommen im Fussball 2022.
So legt sich Alpstaeg mit Spielerberatern an, die um Jashari balzen. Er verordnet ein Stadionverbot. Er arbeitet stattdessen mit dem Agenten Giacomo Petralito zusammen, zu dem wiederum der Sportchef Remo Meyer Distanz hält. Vielleicht wollen neben Petralito auch andere (wieder) Zugang zum FC Luzern. Deshalb muss Meyer weg, dessen Integrität auf heimtückische Weise infrage gestellt wird. Im September hat das Onlineportal «Nau» in den Raum gestellt, Meyer drehe mit dem neuen Jashari-Berater gemeinsame Dinge. Gerüchte streuen, anschwärzen, destabilisieren.
Bedenklich ist, dass nicht zum ersten Mal Äusserlichkeiten wie Frisuren zum Thema werden. Weltfremde Stellvertreter-Schauplätze.
Alpstaeg ist 77 Jahre alt. Aber er lässt nicht los. Er denkt nicht daran. Er will es der Luzerner Welt zeigen. Sich bewegen, gestalten. Doch auf Anerkennung stösst er mit seinem Gebaren nicht. Sollte er «alles» auswechseln, wird er keine Freundschaften dazugewinnen. Alpstaeg, der Solist, der die Macht seines Kapitals im Rücken hat. «Skurril, folkloristisch, gmögig, aus der Zeit gefallen», sagt ein Alpstaeg-Kenner.
Der Haudegen führt ein Geschäftsimperium
Als Unternehmer steht Alpstaeg deutlich weniger im Rampenlicht als im Fussball. Er hat es geschafft, im Bausektor ein Geschäftsimperium mit einem Umsatz von rund 1,7 Milliarden Franken aufzubauen – von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt.
Der Startschuss für die erfolgreiche Unternehmerkarriere erfolgte 1971, als der damals erst 26-Jährige zusammen mit seinem Bruder Georges Alpstaeg die Firma Swisspor in Boswil bei Muri (AG) gründete. Inzwischen ist dieser Hersteller von Dämmstoffen und Gebäudehüllen zu einem internationalen Konzern mit einer Milliarde Franken Umsatz und rund 1600 Beschäftigten angewachsen.
Ein geschicktes Händchen bewies Alpstaeg besonders in Ostmittel- und Südosteuropa, wo er früh die grossen Wachstumschancen im Bausektor dieser Regionen erkannte. 1999 wurde das erste Werk für die Produktion von Dämmstoffen in Polen eröffnet. Mittlerweile betreibt Swisspor allein in diesem Land vier Fabriken. Wiederholt expandierte die Firma auch durch die Übernahme von Konkurrenten. Einkaufen. Grösser werden.
Alpstaeg fungiert bis heute bei Swisspor als Mehrheitsaktionär. Sein Bruder hält den restlichen Anteil, doch zu ihm soll er keinen Kontakt mehr haben. Zudem präsidiert er den Verwaltungsrat des Unternehmens. Sein zweites Standbein im Bausektor ist die Swisspearl-Gruppe, in der Schweiz und in Österreich besser bekannt unter der Marke Eternit. In den Besitz dieses traditionsreichen Herstellers von Faserzement gelangte er 2009.
Rückwirkend per Anfang dieses Jahres übernahm Swisspearl von Finanzinvestoren den dänischen Konkurrenten Cembrit und erhöhte dadurch auf einen Schlag den Umsatz von rund 300 auf 700 Millionen Franken. Der Personalbestand nahm von 1400 auf 2600 Mitarbeiter zu.
Der Patron hat in Steinhausen (ZG), wo sich mittlerweile der Hauptsitz von Swisspor befindet, nach wie vor ein Büro. Das Wort Ruhestand scheint Alpstaeg bis heute nicht zu kennen. Lieber präsentiert er sich als Chrampfer, der bekannt dafür ist, täglich um sechs aufzustehen und das Büro nicht vor 18 Uhr zu verlassen.
«Etwas mehr arbeiten als andere» lautet sein Lebensmotto. Er propagiert es auch auf der Website von Swisspor und macht damit klar, dass er von allen Beschäftigten eine ähnliche Haltung erwartet.
Offiziell sind keine Zahlen erhältlich
Wer hohe Leistungsansprüche stellt, hat in der Regel auch geschäftlich mehr Erfolg. So soll die Profitabilität bei Swisspor und Swisspearl, wie aus dem engen Umfeld von Alpstaeg zu vernehmen ist, im Branchenvergleich einen überdurchschnittlichen Wert erreichen. Die Umsatzrendite auf Stufe Betriebsergebnis (Ebit) liege, über das ganze Imperium von Alpstaeg gerechnet, im zweistelligen Prozentbereich. Ausführliche Geschäftszahlen sind allerdings weder von Swisspor noch von Swisspearl erhältlich.
Alpstaeg hat sich selber schon als «Bau-Chnuschti» bezeichnet. Er will auf die einfachen Leute hören, auf diejenigen, die ungehobelt reden können. Staatsangestellte sind ihm ein Graus. Warum funktioniert mit Alpstaeg im Bauwesen, was mit ihm im Fussball schiefgeht? Fussball sei komplexer, allein kommunikativ, jedes Wochenende gebe es Resultate, sagt ein früherer Mitbesitzer des FC Luzern. Alpstaeg ist kein Kommunikator. Die Bühne ist nicht für ihn. Eigentlich.
Er funktionierte stets nach dem Modell kaufen und verkaufen. Seine Produkte werden relativ einfach hergestellt. Die Dämmstoff-Branche (Wärme- und Schalldämmung) zeichnet sich durch kleine Margen und enorme Volumen aus, weil sie im Boden, an Fassaden und im Dach zum Zug kommt. Allgemein hält sich Alpstaeg über seine Geschäftsaktivitäten in der Öffentlichkeit seit Jahren bedeckt. Wer trotzdem Auskunft erhalten will, muss es über Vertrauensleute des Unternehmers versuchen.
Ein grosses Thema, das Alpstaeg zurzeit neben seinem Engagement im FC Luzern beschäftigt, ist die Nachfolgeregelung. Der Geschäftsmann hat sich damit wie viele Patrons viel Zeit genommen – «allzu viel Zeit», wie kritische Stimmen monieren.
Nun scheint er sich aber doch noch dazu aufgerafft zu haben. Börsenpläne werden aus dem Umfeld der Firma weit von sich gewiesen. Offenbar sollen Swisspor und Swisspearl Familienunternehmen bleiben. Das bedingt indes, dass die nächste Generation in die Führung eingearbeitet wird.
Das Fuder für die Tochter ist überladen
Genau dies soll Alpstaeg nun mit seiner Tochter Giulia Alpstaeg verfolgen. Die 30-Jährige ist das einzige Kind des Patrons und arbeitet in der Marketingabteilung von Swisspor. Zudem sitzt sie bereits in den Verwaltungsräten beider Firmen ihres Vaters. Die beiden nähmen sich bewusst Zeit und würden den Generationenwechsel schrittweise aufgleisen, heisst es.
Das sind Lasten, die nicht zu unterschätzen sind. Deshalb fragt sich umso mehr, weshalb Alpstaeg seine Tochter auch im Zusammenhang mit dem FC Luzern öffentlich ins Spiel gebracht hat. «Das Fuder ist für sie mehr als überladen», sagen besorgte Wegbegleiter Alpstaegs. Wie klein die Welt ist, zeigt das Faktum, dass selbst der künftige Schwiegersohn Alpstaegs zu einem Spielball in dieser Affäre wurde.
Darauf angesprochen, dass der FC Luzern mit ihm immer wieder in Turbulenzen gerät, entgegnet der Patron: «Erst zum zweiten Mal.» Das stimmt so natürlich nicht. Oder nur halb. Die letzte Grossfehde, in der um Aktienanteile und Macht gerungen wurde, dauerte sagenhafte 18 Monate. Oder noch länger.
Ist das nicht etwas sehr lang, Herr Alpstaeg? «Ja, ja, streiten tut gut», sagt er.
L U C E R N E - Till I Die!
Kämpfe Lozärn, Kämpfe Lozärn!
mer wend Euch gwönne gseh!
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Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!
Re: Absolut lesenswert
Naja, irgendwie viele Worte und doch nichts neues geschrieben.. einzig die Pasage mit dem Spielerberater, welcher ihn zum Rundumschlag ermutigt habe, lässt aufhorchen.
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Re: Absolut lesenswert
beim tagi ist studi schon frontal drin. eine frage der zeit, bis derjenige, der studi zum fcl geholt hat (und auch sonst gerne mit studhalters geschäftet), ebenfalls miteinverwickelt wird? bernhard alpstäg, bald probleme an allen ecken und enden?dragao hat geschrieben: ↑15. Nov 2022, 08:59 https://www.watson.ch/international/usa ... nktioniert
Studhalter Bruder auf Sanktionsliste der USA
Tagi hat geschrieben:US-Sanktionen gegen Luzerner Geschäftsmann
Der Präsident der Schweizer Fussballliga gerät in den Russland-Strudel
SFL-Präsident Philipp Studhalter stand bis 2018 einer Firma vor, die nun auf der Sanktionsliste der USA steht. Seine Geschäfte mit der Oligarchenfamilie Kerimow könnten zum Problem werden.
https://www.tagesanzeiger.ch/der-praesi ... 6330194136
STADION ALLMEND 1934 - 2009
\O/ cumk \O/ choooooom \O/
«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
\O/ cumk \O/ choooooom \O/
«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
Allmend war.
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Re: Absolut lesenswert
Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst was dafür zu tun,
ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.
I don‘t have dreams. I have goals.
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Re: Absolut lesenswert
Was für ein Interview. Mag Hitz Antworten

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Re: Absolut lesenswert
Dann musst Du Dir unbedingt noch das "Interview" von Hitz mit Mischi Wettstein anschauen. Und zwar nicht die geschnittene Version auf nau.ch, sondern auch die auf blick.ch.
Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst was dafür zu tun,
ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.
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Re: Absolut lesenswert
Ok danke mach ich. Freu mich schon 

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Re: Absolut lesenswert
DANKE PAPA, DASS ICH EIN BLAU WEISSER GEWORDEN BIN
Re: Absolut lesenswert
Super Sache, anschaulich erklärt! Freue mich auf mehr!
Re: Absolut lesenswert
Top, danke! Defensivstandards - gefühlt seit einer Ewigkeit die Achillesferse jeder FCL-Abwehr. Eine Statistik zu Gegentoren auf Standards und im Vergleich mit anderen Clubs fände ich spannend...
Re: Absolut lesenswert
Der FCL hatte die Punkte 2, 3 und 4 im Griff. „Einziges“ Problem ist der Punkt 1 - und dies deshalb, weil aufgrund Alpstaeg zu wenige Erträge erwirtschaftet werden können, um das strukturelle Defizit von aktuell CHF 2-3 Mio. zu decken.„NZZ - GASTKOMMENTAR, 23.02.2023, u.a. von einem FCSG-VR hat geschrieben:
Der Schweizer Profifussball ist eine ökonomische Gratwanderung ohne Absicherung
Das Problem, dass viele Schweizer Klubs finanziell darben und auf Geldgeber angewiesen sind, begleitet die Liga seit Jahren. Von einem Gleichgewicht in den Bilanzen kann keine Rede sein. Die sportliche Entwicklung muss mit wirtschaftlicher Stabilität in Einklang gebracht werden.
Christoph Hammer, Florian Hohmann, Daniel Tinner
YB und Basel sind Konkurrenten, gleichzeitig bilden sie aber zusammen mit anderen Klubs einen Teil des Ökosystems des Schweizer Profifussballs.
YB und Basel sind Konkurrenten, gleichzeitig bilden sie aber zusammen mit anderen Klubs einen Teil des Ökosystems des Schweizer Profifussballs.
Anthony Anex / Keystone
Das Fussballgeschäft boomt, das wachsende öffentliche Interesse zieht in der Fussball-WM, im Europacup oder in der englischen Premier League immer neue Umsatzrekorde mit sich. Gleichzeitig hat sich die finanzielle Situation vieler Klubs nicht verbessert – im Gegenteil. Spätestens die Corona-Krise hat das schonungslos offengelegt, zumal die Spielerlöhne keinen Einbruch erlitten haben. Einige Klubs hatten es versäumt, in guten Zeiten notwendige Reserven zu bilden, die in schlechten Zeiten Verluste tragen können.
Um die wirtschaftliche Stabilität der Klubs zu verbessern, führte der europäische Fussballverband Uefa 2011 das finanzielle Fairplay ein. Dieses sollte sicherstellen, dass Klubs im Streben nach Erfolg nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen. Viele Klubs zeigten sich allerdings erfinderisch im Ausnutzen von Schlupflöchern, weshalb die Regelungen zunehmend einem zahnlosen Tiger glichen und nun schrittweise durch die neuen «Regularien zur finanziellen Nachhaltigkeit» abgelöst werden.
Wettbewerb und Kooperation
Die wirtschaftliche Logik des Fussballgeschäfts basiert auf gesellschaftsrechtlich eigenständigen Klubs, intakten Verbandsstrukturen und geregelten Ligen, in denen sowohl Wettbewerb wie auch Kooperation eine wichtige Rolle spielen. So konkurrenzieren sich etwa YB oder Basel sportlich, gleichzeitig bilden sie zusammen mit anderen Klubs einen Teil des Ökosystems des Schweizer Profifussballs. Dabei agiert die Swiss Football League (SFL) als Vermarkterin und Organisatorin, aber auch als Regulatorin.
Ziel des Regulators sollte sein, mit Anreizen und Vorgaben einen fairen sportlichen Wettbewerb mit wirtschaftlich stabilen Klubs zu erlangen, um so die Gesundheit des Systems zu garantieren. Das gelingt nur halbwegs, gerade in der Schweiz, wo die Mittel aus der (TV-)Vermarktung nicht grösser werden. Es schälen sich vier Problemzonen heraus:
Erstens: das chronisch zu dünne Eigenkapital. Das Risiko, dass in der Super League Vereine (wie in früheren Jahren) Konkurs gehen könnten, kann die Position der Swiss Football League im Markt des professionellen Sports schwächen. Eine simple Kernfrage definiert die wirtschaftliche Stabilität: Hat der Klub in Form von Eigenkapital und Liquidität die notwendigen Puffer, um zwei bis drei finanziell anspruchsvolle Jahre zu überstehen? Schwierige Zeiten können durch eine sportliche Flaute, den Ausfall eines Führungsspielers oder einen abrupten Abgang eines Mäzens oder Hauptsponsors verursacht werden.
In der Super League haben per Ende Geschäftsjahr 2021 lediglich drei von zehn Klubs eine Eigenkapitalquote von mehr als 20 Prozent. Eine Eigenkapitalquote von weniger als 20 Prozent gilt in der freien Wirtschaft in fast allen Branchen als Krisenindikator, da die Gefahr einer Überschuldung besteht.
Neben der Eigenkapitalquote muss bei Fussballklubs aufgrund der volatilen und stark erfolgsabhängigen Erträge insbesondere auch das Eigenkapital im Verhältnis zum Umsatz betrachtet werden. Erreichen Klubs ein Eigenkapital-Zielband in der Höhe von 30 bis 50 Prozent des Umsatzes, haben sie ein Polster für wirtschaftlich schlechte Zeiten.
Beide Referenzwerte erreicht in der Super League nur St. Gallen. YB und Servette erfüllen mit der Eigenkapitalquote einen Referenzwert. Einige der Klubs sind sogar konstant überschuldet (negatives Eigenkapital) und überleben schon jetzt nur dank Rangrücktritten ihrer Mäzene. Der Hauptgrund: zu risikoreiche Investitionen in den sportlichen Erfolg in fast allen Klubs.
So hat etwa Basel im Jahr 2021 netto mehr Geld für Transfers ausgegeben als der Rest der Liga und gleichzeitig den mit Abstand grössten Verlust erwirtschaftet. Eigentlich erlaubt die Lage fast aller Klubs – Servette, YB und St. Gallen ausgenommen – finanziell keine negative Bilanz aus Spielertransfers, da minimale Eigenkapitalanforderungen nicht erfüllt werden.
Um die finanzielle Stabilität der Liga zu gewährleisten, sollte die SFL durch die Vorgabe minimaler Eigenkapitalquoten (ähnlich den Basel-Regularien für Banken) die Klubs dazu anhalten, Gewinne zu erwirtschaften und Reserven aufzubauen.
Zweitens: zu hohe Personalkosten. Die Uefa-Regularien beziehen sich neben dem Eigenkapital auch auf den Personalaufwand. So sollte die Lohnsumme für das Profikader eines Klubs maximal 70 Prozent des Betriebsertrages erreichen. Klubs mit höheren Werten sind dem grösseren Risiko eines strukturellen Defizits ausgesetzt. Dieses Risiko verstärkt sich zusätzlich und kann existenziell werden, wenn das Eigenkapital zu tief ist und/oder das Gehaltsniveau des Kaders zusätzlich auf regelmässige Teilnahmen an Uefa-Wettbewerben ausgelegt ist, Erfolge und entsprechende Erträge aber ausbleiben.
In der Super League erfüllen mehr als die Hälfte der Klubs diese Vorgaben nicht. Drei Klubs liegen allein beim Personalaufwand im Bereich zwischen 85 und 100 Prozent des Betriebsertrages, was es praktisch verunmöglicht, profitabel zu wirtschaften. Entsprechend verzeichnen diese drei Klubs teilweise hohe Verluste. Gepaart mit tiefen oder negativen Eigenkapitalquoten führt dies zu einem beträchtlichen wirtschaftlichen Risiko.
Die SFL sollte die Uefa-Regularien konsequent einfordern und die Klubs bei Nichterreichung sanktionieren.
Drittens: zu wenig Transparenz. Als wirtschaftlich orientierte Unternehmen haben Fussballklubs eine Vielzahl an Stakeholdern, die Transparenz wünschen. Wenn die SFL und die Klubs langfristig für Sponsoren attraktiv bleiben wollen, müssen sie eine Good Governance pflegen.
Derzeit lässt die Transparenz der Klubs in der Super League zu wünschen übrig. Selbst minimale Informationen in Form von Geschäftsberichten oder Kommentierungen der wirtschaftlichen Entwicklungen sind nicht verfügbar. Lediglich drei Klubs erfüllen die Stakeholder-Anforderungen. Die rechtliche Eigenständigkeit der einzelnen Aktiengesellschaften wird teilweise als Argument für die Intransparenz genutzt. Diese Sichtweise behindert aber die Entwicklung der Liga.
Die SFL sollte alle Profiklubs dazu verpflichten, zur Einschätzung der wirtschaftlichen Situation notwendige Informationen konsolidiert zu publizieren. Dazu benötigt es spezifisch auf Fussballklubs angepasste Rechnungslegungsstandards, die eingehalten und durch eine unabhängige Revision bestätigt werden müssen.
Viertens: Uefa-Prämien als Serienmeister-Garantie. Die besten Klubs können sich für sportlich wie finanziell attraktive Uefa-Wettbewerbe qualifizieren. Die Uefa-Prämien vergrössern den finanziellen Handlungsspielraum erheblich. So hat beispielsweise YB 2021 dank der Champions League Prämien im Umfang von 32 Millionen Schweizerfranken erhalten. Dieser Betrag allein übersteigt das Jahresbudget von acht Liga-Konkurrenten.
Jene Klubs, die solche Prämien einplanen, diese dann aber verpassen, sind schnell wirtschaftlich gefährdet. So hat Basel allein im Jahr 2021 die Eigenkapitalquote von über 50 auf unter 10 Prozent reduziert und einen Verlust von gegen 16 Millionen ausgewiesen.
Das Uefa-Geld verzerrt in europäischen Ligen den sportlichen Wettbewerb und ist eine der Hauptursachen für die wirtschaftliche Instabilität und die finanzielle Unausgeglichenheit. Die heutigen Verteilschlüssel der Uefa führen zum gehetzten Rennen der Klubs, zu Serienmeistern sowie früher oder später in eine europäische Super League.
Soll so etwas langfristig verhindert werden, müssen die Uefa und die nationalen Ligen Massnahmen ergreifen. Sonst driftet die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit innerhalb der Ligen noch weiter auseinander, und das Geschäft ermüdende Serienmeister bleiben an der Tagesordnung.
Das Gegenargument, wonach einzelne Klubs bei einem angepassten Verteilschlüssel international nicht mehr wettbewerbsfähig seien, greift gerade einmal bis zur nächsten Nicht-Qualifikation und der daraus folgenden finanziellen Notlage.
Die Liga muss rigider regulieren
Für einen nachhaltigen sportlichen Wettbewerb sind wirtschaftlich stabile Klubs und verbindliche Rahmenbedingungen vonnöten. Der Veränderungsbedarf ist bekannt, die SFL muss sich als Regulatorin stärker positionieren. Die Mehrzahl der Klubs wirtschaftet nicht rentabel und hängt buchstäblich am Tropf von teilweise ausländischen Mäzenen, welche die Klubs wiederholt durch Rangrücktritte oder Kapitalerhöhungen retten.
Wohin diese Praxis in Kombination mit «kreativen» Buchhaltungspraktiken führen kann, hat jüngst das Beispiel von Juventus Turin gezeigt. Damit der Schweizer Fussball von solchen Szenarien verschont bleibt, muss die Liga Weichen stellen. Ohne strengere Regularien im Hinblick auf die Kapitalisierung und das Ausgabeverhalten der Klubs ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Schweizer Klubfussball die Quittung dafür bezahlen muss.
____________
Christoph Hammer ist Unternehmensberater und Verwaltungsrat des FC St. Gallen; Florian Hohmann ist HSG-Dozent, Daniel Tinner ist HSG-Doktorand. Die Autoren haben ein Financial Benchmarking der SL-Klubs erarbeitet.
À la Güllen bin ich überzeugt, dass in der Aera nach Alpstaeg eine schwarze Null (ohne Europa und Spielerverkäufe) möglich wird dank höheren Zuschauerzahlen, Sponsoreneinnahmen und einer breiten Verankerung in Zentralschweiz mit Minderheits- und vielen Kleinaktionären.
jossen hat geschrieben:Lucerne hatte immer recht! Asche über mein Haupt
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Re: Absolut lesenswert
ULTRAS ZEFAUPE
die absolute mehrheit kehrt wieder zurück, daran gibt es keine zweifel mehr!
auch wenn man am schreibstil noch ein klitzekleinesbitzeli arbeiten könnte. denn vielleicht würden die total schlüssigen, endgültigen lösungen, welche die nöi-zefaupe nun schon zum achtunddreissigsten mal lauthals proklamiert, auch tatsächlich umgesetzt, wenn irgendwer auch verstehen würde, was die - zumindest im ansatz - eigentlich meinen bzw. schreiben.
sex wis sell. als langjähriges mitglied der ultras zefaupe (ebenfalls sehr gross betroffen von der situation) repetiere ich für euch die wichtigsten passagen der einzig wahren lösung (aller probleme):
im vorfeld und im anschluss, also vor, während und nach den wiederholt unzumutbaren umständen ist die breite bevölkerung definitiv nicht mehr weiter bereit, weitere frühere gleichartige situationen zu akzeptieren. gleichartige situationen gabs nämlich schon früher! da stellen sich viele fragen. wirklich viele fragen sind offen! offenbar wurden unsere massnahmen nicht umgesetzt. oder unsere massnahmen fruchten nichts! (tatsächlich, chch) es reicht!!! und mit blick auf das ausland: gegangen ist nichts. und obschon nichts gegangen ist, hats auch nichts gebracht! herrjeh! absprachen bringen auch nichts mehr! massnahmen! chaotentum! wiederholt nach und nach!!! es ist genug! andere länder zwingen, dass es möglich ist!! wir müssen die gut gelaunten sportfans schützen!!! und deren familien!!!!!!
jetzt verstehts sicherlich auch der allerblödste unter euch, oder? eben. gar nicht so schwierig, oder? obschon ichs persönlich uhueren schade finde - ich habs schon mehrmals erwähnt - habe ich irgendwie das gefühl, dass die breite bevölkerung trotzdem wieder andere parteien wählen wird. ich verstehs einfach nicht. und das ausland noch viel weniger! denkt den niemand mehr an die kinder und familien????
familien ey! die können gemäss cvp-wortlaut übrigens zwar keine sportfans - oder zumindest keine dieser lustig-komischen gutgelaunten sportfans - sein. ist ja logisch, welche normale familie wäre schon gutgelaunt, wenn rundherum ein zuschauer nach dem anderen abgemurkst und auf dem pyroscheiterhaufen verbrannt wird. aber als sogenannte familienpartei (viel anderes blieb ja nicht übrig, seit man nicht einmal mehr an jesuschristussuperstar glauben will) gehört sowas halt einfach rein. fällt in diesem ganzen buchstabenwirrwarr ja eh nicht mehr gross auf bzw. ab.
und sowieso: alle zefaupe wählen! z.b. liste 3 (da wo auf demselben flyer mehrere kandidaten mit dem gleichen slogan wahlkampf machen) - denn was ihr natürlich alle nicht gecheckt habt. die meinen das imfall nicht ernst! zwinker-smile-wahlkampfplakat und so! ; - ) hahahahahahahahahaha. geht sterben, mitte. ihr seid ja noch die grösseren pfeifen, als die bullen.
jetzt kann (und wird) uns nur noch jmd. retten: ida glanzmann



die absolute mehrheit kehrt wieder zurück, daran gibt es keine zweifel mehr!
auch wenn man am schreibstil noch ein klitzekleinesbitzeli arbeiten könnte. denn vielleicht würden die total schlüssigen, endgültigen lösungen, welche die nöi-zefaupe nun schon zum achtunddreissigsten mal lauthals proklamiert, auch tatsächlich umgesetzt, wenn irgendwer auch verstehen würde, was die - zumindest im ansatz - eigentlich meinen bzw. schreiben.
sex wis sell. als langjähriges mitglied der ultras zefaupe (ebenfalls sehr gross betroffen von der situation) repetiere ich für euch die wichtigsten passagen der einzig wahren lösung (aller probleme):
im vorfeld und im anschluss, also vor, während und nach den wiederholt unzumutbaren umständen ist die breite bevölkerung definitiv nicht mehr weiter bereit, weitere frühere gleichartige situationen zu akzeptieren. gleichartige situationen gabs nämlich schon früher! da stellen sich viele fragen. wirklich viele fragen sind offen! offenbar wurden unsere massnahmen nicht umgesetzt. oder unsere massnahmen fruchten nichts! (tatsächlich, chch) es reicht!!! und mit blick auf das ausland: gegangen ist nichts. und obschon nichts gegangen ist, hats auch nichts gebracht! herrjeh! absprachen bringen auch nichts mehr! massnahmen! chaotentum! wiederholt nach und nach!!! es ist genug! andere länder zwingen, dass es möglich ist!! wir müssen die gut gelaunten sportfans schützen!!! und deren familien!!!!!!
jetzt verstehts sicherlich auch der allerblödste unter euch, oder? eben. gar nicht so schwierig, oder? obschon ichs persönlich uhueren schade finde - ich habs schon mehrmals erwähnt - habe ich irgendwie das gefühl, dass die breite bevölkerung trotzdem wieder andere parteien wählen wird. ich verstehs einfach nicht. und das ausland noch viel weniger! denkt den niemand mehr an die kinder und familien????
familien ey! die können gemäss cvp-wortlaut übrigens zwar keine sportfans - oder zumindest keine dieser lustig-komischen gutgelaunten sportfans - sein. ist ja logisch, welche normale familie wäre schon gutgelaunt, wenn rundherum ein zuschauer nach dem anderen abgemurkst und auf dem pyroscheiterhaufen verbrannt wird. aber als sogenannte familienpartei (viel anderes blieb ja nicht übrig, seit man nicht einmal mehr an jesuschristussuperstar glauben will) gehört sowas halt einfach rein. fällt in diesem ganzen buchstabenwirrwarr ja eh nicht mehr gross auf bzw. ab.
und sowieso: alle zefaupe wählen! z.b. liste 3 (da wo auf demselben flyer mehrere kandidaten mit dem gleichen slogan wahlkampf machen) - denn was ihr natürlich alle nicht gecheckt habt. die meinen das imfall nicht ernst! zwinker-smile-wahlkampfplakat und so! ; - ) hahahahahahahahahaha. geht sterben, mitte. ihr seid ja noch die grösseren pfeifen, als die bullen.
jetzt kann (und wird) uns nur noch jmd. retten: ida glanzmann

CVP hat geschrieben:Fussballchaoten:
Es ist genug!
Medienmitteilung Die Mitte Kanton Luzern
Die Mitte Kanton Luzern nimmt ein weiteres Mal mit grosser Betroffenheit Kenntnis von den wiederholt unzumutbaren Umständen im Vorfeld und im Anschluss an das Fussballspiel vom 04. März 2023 in Luzern. Die vor genau einen Jahr geforderten Massnahmen der Die Mitte Kanton Luzern wurden offenbar nicht umgesetzt oder fruchten nichts. Absprachen bringen in dieser Sache definitiv nichts mehr. Die Mitte Kanton Luzern fordert mittels dringlichem Postulat von Kantonsrat und Fraktionschef Adrian Nussbaum, Hochdorf, Namens der Die Mitte-Kantonsratsfraktion, die Kündigung des Vertrags über die Sicherheit und deren Kostenbeteiligung mit dem FC Luzern. Die Bevölkerung ist nicht mehr weiter bereit, das Chaotentum rund um die Fussballspiele zu akzeptieren.
Wiederholte Ausschreitungen nach und nach
Die Ausschreitungen vom vergangenen Samstag im Vorfeld und im Anschluss an das Spiel FC Luzern gegen den FC Basel reihen sich an weitere gleichartige Situationen den letzten Jahren an. Verschiedentlich wurde im Anschluss an frühere, gleichartige Situationen angekündigt, dass das Gespräch gesucht werde, Massnahmen geprüft würden und mit den Verantwortlichen diskutiert werde. Konkrete Massnahmen im Zusammenhang mit dem Chaotentum rund um die Fussballspiele im Kanton Luzern hat Die Mitte Kanton Luzern schon mehrfach gefordert. Auch der Luzerner Kantonsrat hat in mehreren Debatten Massnahmen gefordert, die einen friedlichen Fussballsport vor, während und nach den Spielen gewährleisten. Wir stellen nach dem vergangenen Samstag fest: gegangen ist nichts und gebracht hat es auch nichts. Mit Blick auf das Ausland stellen sich wirklich viele Fragen. Tatsache ist, dass die Öffentlichkeit endlich und unmissverständlich konkrete Massnahmen in dieser Sache sehen will. Allein schon die vielen verbotenen Pyros im Stadion lassen viele Fragen offen.
Konkrete Forderungen gegen die Gewalt bei Fussballspielen
Mittels dringlichen Postulats fordern Kantonsrat und Fraktionschef Adrian Nussbaum, Hochdorf, und Mz., dass der bestehende Vertrag über die Sicherheit und deren Kostenbeteiligung mit dem FC Luzern sofort zu kündigen sei. Gleichzeitig soll über den Abschluss einer neuen Vereinbarung verhandelt werden. Darin muss sich aber der FC Luzern zu konkreten Massnahmen verpflichten, wie beispielsweise die Einführung der schon langen geforderten Identitäts-Erfassung aller Besucherinnen und Besucher der FCL-Spiele. Gleichzeitig muss mit der neuen Vereinbarung künftig sichergestellt werden, dass sämtliche Kosten an die Verursacher resp. die entsprechenden Klubs abgewälzt werden. Bis zum Neuabschluss einer Vereinbarung mit konkreten Forderungen seitens des Staats soll für Risikospiele die Bewilligung zur Durchführung der Spiele entzogen werden.
Zusätzlich ist für Fussballchaoten die 24-h-Arrestregel auf 72 h auszudehnen.
Die Zeit über die Lösungsfindungen auf dem Diskussionsweg ist aus der Sicht der Die Mitte Kanton Luzern vorbei. Die Politik muss das Heft nun ultimativ in die Hand nehmen.
Die Mitte Kanton Luzern will mit diesen Massnahmen die allermeisten, gut gelaunten Sportfans und deren Familien schützen und auch den Sicherheitsorganen den geforderten Rückhalt geben.
Andere Länder und vergleichbare Veranstaltungen zwingen, dass eine konsequente Umsetzung von Massnahmen für die Sicherheit Aller möglich ist.
STADION ALLMEND 1934 - 2009
\O/ cumk \O/ choooooom \O/
«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
\O/ cumk \O/ choooooom \O/
«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
Allmend war.
Re: Absolut lesenswert
Politiker*innen sind Personen, die sich zu allem äussern, sich aber mit nichts wirklich auseinandergesetzt haben.
Nicola Sturgeon, Premierministerin von Schottland, 19.06.2019 hat geschrieben:
"I still don’t fully understand how it works, but I understand enough to know that I hate VAR!"
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Re: Absolut lesenswert
Gegen die Macht
Mit bald über 100.000 Mitgliedern ist Hajduk Split zwar nicht der erfolgreichste, aber der mit Abstand größte Verein in Kroatien. Jetzt will er endlich zum verhassten Rivalen aufschließen.
Von
Aleksandar Holiga
Dieser Text stammt aus 11FREUNDE #257, unserer aktuellen Ausgabe. Erhältlich am Kiosk eures Vertrauens oder direkt hier bei uns im Shop.
An der Südwand des Poljud-Stadions in Split sind die Jahreszahlen aufgeführt, in denen Hajduk einen Meistertitel gewonnen hat. Seit 18 Jahren ist keine Zahl mehr dazugekommen. Das ist die längste Durststrecke in der Geschichte des Klubs, selbst wenn man die Weltkriege mitzählt, in denen keine Meisterschaften ausgetragen wurden. Der Verein wurde 1911 gegründet, als Split Teil des österreichisch-ungarischen Reiches war, er durchlief zwei Inkarnationen Jugoslawiens, bis er zum unabhängigen Kroatien gehörte – und dennoch mussten Hajduk und seine Anhänger noch nie so lange auf die nächste Meisterschaft warten. Eine weitere Zahlenreihe an der Wand listet die gewonnenen nationalen Pokale auf. Die letzte Zahl, die dort steht, ist 2022, immerhin.
Wie es das Schicksal wollte, war Split im letzten Jahr als Austragungsort für das kroatische Pokalfinale ausgewählt worden, und Hajduk war qualifiziert. Nach dem 3:1‑Sieg gegen den adriatischen Rivalen Rijeka stürmten mehr als 20 000 Menschen – die Mehrzahl der 34 000 Zuschauer an jenem Tag – das Spielfeld, hüpften vor Freude und trugen die Spieler auf ihren Schultern. Die Pokalübergabe musste in den VIP-Bereich verlegt werden, weil die Sicherheitskräfte nicht in der Lage waren, die jubelnden Massen zu kontrollieren. Das Spielfeld sah aus wie bei einem Konzert von Rage Against the Machine in den Neunzigern, und die Fans gingen anschließend mit Rasenstücken oder Teilen der Tornetze nach Hause. Einige – genau genommen waren es vier Hajduk-Spieler, von denen zwei bereits vor der Saison ins Ausland gewechselt waren, sich aber nach dem Spiel noch zu ihren ehemaligen Mitspielern gesellten – nahmen sogar einen der Torpfosten mit.
Neun Monate und zwei Cheftrainer später liegt Hajduk in der Tabelle elf Punkte hinter Dinamo Zagreb zurück und empfängt eine Woche vor dem großen Derby in der Hauptstadt den Tabellenletzten Gorica. Während sich die Tribüne füllt, dröhnt aus den Stadionlautsprechern eine ziemlich eklektische Playlist – von Punkrock über Hip-Hop bis hin zu einer Art mediterranem Schlager, manchmal sogar alles in einem Stück vereint –, und es ist schnell zu hören, dass jedes der Lieder etwas mit Hajduk zu tun hat. Sie wurden entweder aus der Perspektive der Fans geschrieben oder von ihnen als Gesänge mit leicht abgewandeltem Text übernommen.
Die Mannschaft ist in keiner guten Verfassung, dennoch wird 2023 wohl aus einem ganz anderen Grund in die Geschichtsbücher von Hajduk eingehen. Es könnte das Jahr sein, in dem die Unterstützung für den Verein und das, wofür er steht, auf einen neuen Höhepunkt zusteuert, ganz unabhängig von Titeln und Pokalen. Oder wie es auf einem Spruchband der Fans heißt: „Ergebnisse sind ein Trend, Ideale sind ewig.“ Bis Ende des Jahres strebt Hajduk die Zahl von 112 000 Mitgliedern an, eine Marke, die daher rührt, dass der Verein 112 Jahre alt wird, was auch während des Gorica-Spiels gewürdigt wird. Mehr als 112 000 Mitglieder haben selbst in der viel größeren Bundesliga nur Bayern, Schalke, Dortmund, Frankfurt und Köln.
Inspiriert von der 50+1‑Regel
Die große Zahl ist dabei weit mehr als nur von symbolischer Bedeutung. Volljährige Mitglieder nehmen an den Vollversammlungen teil und wählen den Aufsichtsrat, der dann den Vorsitzenden von Hajduk ernennt. Die im Bündnis Nas Hajduk (Unser Hajduk) zusammengeschlossenen Mitglieder haben auch eine Beteiligung am Verein erworben (aktuell 26,39 Prozent), und sind nach der Stadt Split der größte Anteilseigner, der dafür sorgt, dass Hajduk seine Identität als „Klub des Volkes“ behält und seine Seele nicht an den Meistbietenden verkauft. Inspiriert wurden sie durchs spanische Socios-Modell, die 50+1‑Regel und Fankampagnen in ganz Europa.
„Worauf es wirklich ankommt, ist Verantwortungsbewusstsein und die Besinnung auf unsere Wurzeln“, sagt Ivan Rilov, einer der Köpfe von Nas Hajduk und von Beruf Arzt. In der Vergangenheit wurde Hajduk von inkompetenten Vorsitzenden, die von der Stadtregierung eingesetzt wurden, an den Rand des finanziellen Zusammenbruchs gebracht. Heute ist die Politik aus der Führung des Klubs ausgeschlossen, stattdessen wurden eine Reihe professioneller und moralischer Kriterien aufgestellt, die jeder, der bei den Klubwahlen antritt, erfüllen muss. „Wenn wir sie einfach machen ließen, was sie wollen“, sagt Rilov, „hätten wir das Gefühl, dass wir unsere Gründer und die Idee unseres Klubs im Stich lassen.“
Von außen betrachtet mag Hajduk wie ein gefallener lokaler Riese wirken, der in Erinnerungen an glorreiche Zeiten schwelgt, als Titel und Erfolge in europäischen Wettbewerben noch selbstverständlich waren. Das letzte Mal, dass der Klub in Europa auf sich aufmerksam machte, war Mitte der Neunziger, als er das Viertelfinale der Champions League erreichte. Doch wenn man genauer hinschaut, sieht man heute eine blühende Gemeinschaft, die für ihre Ideale kämpft, kontra mraku, kontra sili, wie das inoffizielle Motto des Vereins lautet: gegen die Dunkelheit, gegen die Macht. Wie kann das vor dem Hintergrund der längsten erfolglosen Zeit in der Vereinsgeschichte funktionieren?
„Das Beste, was im ganzen Land passiert. Nicht nur in Bezug auf den Fußball“
Wer das wissen will, darf nicht mit Direktoren und Geschäftsführern sprechen, auch nicht mit Trainern und Spielern, sondern mit denjenigen, die maßgeblich an der Gründung und am Wachstum der Bewegung beteiligt waren. Denn es geht hier nicht nur um einen Fußballverein. Es geht um eine Gemeinschaft und Hajduk als integralen Bestandteil.
Vor dem Spiel gegen Gorica steht Fjodor Klaric im örtlichen Fotoklub, einem der wenigen Räume im Stadtzentrum von Split, die nicht touristisch sind. Klaric ist unter dem Namen Fedia bekannt, ein Fotograf, der einige der legendärsten Hajduk-Fotos gemacht hat. Über den Verein sagt er: „Er ist das Beste und Positivste, was heute im ganzen Land passiert. Und das meine ich nicht nur in Bezug auf den Fußball. Hajduk ist viel mehr als das.“ Im Fotoklub ist eine Ausstellung von Klaric zu sehen, mit Porträts des legendären Satirikers und Schriftstellers Miljenko Smoje aus Split. Klaric hat den 1995 verstorbenen Smoje viele Jahre lang bei seinen Unternehmungen begleitet, die auch viel mit Hajduk zu tun hatten. Unter anderem schrieb er das Kultbuch „Die Hajduk-Legende“, aber auch eine beliebte Fernsehserie namens Velo misto („Unser großes Städtchen“), eine Art Stadtchronik, die den Verein und seine Gründer durch die ersten Jahrzehnte begleitet. Man könnte sagen, dass es Smoje zu verdanken ist, dass Hajduk als zentraler Teil der städtischen Identität etabliert wurde, obwohl die Verbindung anscheinend schon immer da war. Er hat nur die Worte dafür gefunden.
Heutzutage ist es schwierig, in Split relevante Personen des öffentlichen Lebens zu finden, die nicht in irgendeiner Weise mit Hajduk verbunden sind. Das gilt auch für Boris Dezulovic, einen preisgekrönten Kolumnisten und die prominenteste Medienstimme der Linken in Kroatien. Seine Sammlung von Geschichten aus der Historie von Hajduk mit dem Titel „Das weiße Buch“ wurde im letzten Jahr veröffentlicht und schnell zum nationalen Bestseller. „Hajduk ist eine ernsthafte Religion“, sagt Dezulovic, „aber jedes Mal, wenn sie spielen, verwandle ich mich in einen achtjährigen kleinen Idioten, der rumspringt, Hajduk-Lieder singt und an Wunder glaubt.“ Dezulovic findet auch, dass der Anteilserwerb durch die Fans „einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Titel“ in der Geschichte des Vereins war. „Das steht auf einer Ebene mit dem Widerstand gegen Faschisten und Kommunisten.“
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Split von Italien besetzt und annektiert, und ‑Hajduk wurde angeboten, der Serie A beizutreten. Alle Reisekosten sollten übernommen und ein nagelneues Stadion gebaut werden, den Spielern und ihren Familien wurde Sicherheit garantiert. Der Verein lehnte ab und erklärte, er wolle sich lieber auflösen, was er dann auch tat. Auch der Versuch der Faschisten, einzelne Spieler abzuwerben und einen neuen Verein zu gründen, blieb erfolglos, da keiner der Sportler der ersten Mannschaft auf das Angebot einging. Nach der Kapitulation Italiens wollten dann die kroatischen Faschisten, die Ustascha, den Verein in die Liga Kroatiens aufnehmen, doch auch das war mit Hajduk nicht zu machen. Stattdessen wurden Spieler, Funktionäre und Mitarbeiter illegal auf die Insel Vis evakuiert, ein befreites Gebiet, wo der Verein 1944 neu gegründet wurde. Er vertrat den jugoslawischen Partisanenwiderstand in Freundschaftsspielen gegen die alliierten Soldaten in Süditalien. Das berühmteste dieser Spiele fand im September 1944 im ausverkauften Stadio San Nicola in Bari statt. Gegner war eine sehr starke britische Armee-Elf, zu der auch mehrere Vorkriegsnationalspieler wie Stan Cullis gehörten.
Ein Klub, der sich lieber auflöst als zu kollaborieren
Hajduk tourte durch die befreiten Gebiete des östlichen Mittelmeers, bestritt über 90 Spiele und warb für seine antifaschistische Haltung, während alliierte Flugzeuge in ganz Europa Flugblätter abwarfen, die andere Mannschaften aufforderten, diesem Beispiel zu folgen, und Charles de Gaulle Hajduk den Titel einer Ehrenmannschaft des Freien Frankreich verlieh. Wegen seiner Anstrengungen im Krieg durfte Hajduk, im Gegensatz zu anderen großen jugoslawischen Klubs, die während der Besatzung einfach weitergemacht hatten, auch nach 1945 noch spielen. Das neue kommunistische Regime wollte jedoch, dass Hajduk nach Belgrad umzog und ein offizieller Armeeklub nach sowjetischem Vorbild würde, doch auch das lehnte der Verein ab, wissend, dass ihn diese Art von Ungehorsam teuer zu stehen kommen könnte.
Die historische Botschaft ist also eindeutig: Dies ist ein Klub, der sich lieber auflöst als zu kollaborieren. Einer, der alles riskieren würde, um seinen Wurzeln und seiner Gemeinschaft treu zu bleiben. Und genau das ist es, worum es bei Nas Hajduk wirklich geht.
Auch abgesehen von den Wirren des Krieges ist Hajduk ein ziemlich geschichtsträchtiger Verein. Zum Beispiel, weil er mit der Torcida über die älteste organisierte Fangruppe Europas verfügt. Die wurde 1950 gegründet und bald von den Behörden verboten, um Jahrzehnte später in einer moderneren Form als Ultras wiederaufzutauchen. Ein großer Teil der Torcida ist heute politisch eher der Rechten zugeneigt, doch der Klub steht über solchen Spaltungen, was sich auch daran ablesen lässt, dass die Bewegung Nas Hajduk ursprünglich aus der Torcida hervorging, die sich schon seit den späten Nullerjahren dafür eingesetzt hatte, dass der Verein in Fanbesitz ist. 2011 hatte der damalige Bürgermeister von Split, Zeljko Kerum, keine Lust mehr, sich mit diesen Leuten rumzuschlagen. Er bot ihnen an, den Aufsichtsrat selbst zu ernennen und den hochverschuldeten Verein zu übernehmen, da er der Meinung war, dass dieser ohnehin dem Untergang geweiht wäre. Ganz im Sinne der Vorbilder aus der Hajduk-Geschichte lehnten sie ab.
„Wir waren zu fünft, genau hier auf dieser Terrasse“, sagt Damir Petranovic, einer der Gründer von Nas Hajduk. Die Terrasse gehört zum Café Krom, das vor den Spielen von den eingefleischten Fans besucht wird. „Wir hatten die ganze Nacht durchgemacht und kamen auf die Idee eines angepassten Vereinsmodells mit Wahlen“, erzählt Petranovic. Das stieß zunächst auf Skepsis, in Split wie auch in den überregionalen Medien, die ohnehin das Vorurteil pflegen, Hajduk würde „von der Straße regiert“. Obwohl die gewählten Aufsichtsräte angesehene Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmer, Juristen und Soziologen waren, wurde das Modell angezweifelt und belächelt, doch heute lässt sich sagen: Es hat den Verein gerettet und wirtschaftlich stabilisiert.
Auf dem Weg dahin wurden viele Fehler begangen, weil Hajduk ungeduldig darauf wartete, mit dem erbitterten Rivalen Dinamo auf Augenhöhe zu kommen und gleichzeitig die Leichen im eigenen Keller zu beseitigen, die frühere Vorstände dort hinterlassen hatten. Es war eine fast unmögliche Mission, denn Zdravko Mamic – der verurteilte Verbrecher, der Dinamo-Präsident war – spannte sein Netz aus Korruption im kroatischen Fußball und behielt großen Einfluss auf die Liga und die Schiedsrichter, aber auch auf andere Bereiche wie die Medien, das Justizsystem und die Polizei. Als die Gerechtigkeit ihn endlich einholte, floh er und fand Zuflucht in Bosnien-Herzegowina. Gleichwohl nimmt Dinamo immer noch regelmäßig an UEFA-Wettbewerben teil, was dem Verein außerordentliche Gewinne beschert und seine Vormachtstellung im eigenen Land Jahr für Jahr festigt.
Doch Hajduk gibt nicht auf. „Heute haben wir ein enormes intellektuelles Kapital bei Nas Hajduk“, sagt Petranovic. „Jeder arbeitet zwar ehrenamtlich, aber von der Struktur her sind wir fast wie ein Unternehmen organisiert, mit Experten in jedem Bereich.“ Goran Antonijevic, der in den Sozialen Netzwerken unter seinem Pseudonym Dvanaesti Novinar (Der zwölfte Journalist) bekannt ist, stimmt dem zu: „Der kontinuierliche Zustrom neuer Generationen macht uns stärker“, sagt er, „auch wenn der Verein selbst noch hinterherhinkt. Es geht voran, jedoch viel langsamer, als wir es uns gewünscht hätten.“
Das Gewicht des Hajduk-Trikots
All dies, die Wucht der Geschichte und die ganzen Ideale, kann auch eine schwere Last sein, vor allem für die Spieler. Man sagt, dass das Hajduk-Trikot „viel mehr wiegt als andere“, weil es zu tragen ständigen Druck bedeutet. Der Tabellenletzte Gorica erweist sich als harte Nuss, bei Kontern stets gefährlich, während sich Hajduk schwertut, den Ball laufenzulassen. Es existiert kein vernünftiges Pressing, die Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen funktioniert nicht und es gibt kaum Torchancen. Bis zur Pause bleibt es beim 0:0 und die vereinzelten Unmutsäußerungen verwandeln sich in ein kräftiges Pfeifkonzert. Hajduk spielt einfach schlecht und das Publikum ist tief enttäuscht. Erst nach 58 Minuten brandet Jubel im Poljud auf, als Stürmertalent und Kapitän Marko Livaja – derzeit der wohl populärste Einwohner von Split – einen Kopfball ins Netz setzt. Pyro wird gezündet und das Stadion singt ein Geburtstagsständchen, doch Gorica profitiert von einem Stockfehler in der Abwehr und schlägt fast sofort zurück. Später kommt der erfahrene Stürmer Nikola Kalinic von der Bank und erzielt den Siegtreffer, doch die meisten Fans verlassen das Stadion eher entmutigt als glücklich.
Am Wochenende drauf wird Hajduk im Derby bei Dinamo Zagreb eine herbe 0:4‑Niederlage einstecken und befindet sich danach endgültig im Niemandsland der Tabelle: zu weit von der Spitze entfernt, aber auch neun Punkte vor dem Drittplatzierten Osijek. Doch dieses Mal ist die Unterstützung der Fans, von denen die meisten durch einen Schneesturm nach Zagreb gereist sind, überwältigend. Während die beschämten Spieler zum Gästeblock kommen, um sich zu bedanken, singen die Leute ein Lied über Trauer und Vergebung und versprechen, sich nie von ihrem Team abzuwenden.
Später am Abend nach dem Gorica-Spiel gibt indes ein anderes Lied den Ton an. „In guten wie in schlechten Tagen“, schallt es leise aus dem lokalen Radiosender ins Taxi, „ich kann nicht anders, als ihn zu lieben.“ Und dann stimmt der Taxifahrer lauthals mit ein: „Weil Hajduk mich glücklich macht, und ich kann nicht anders, als es zu lieben.“
Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst was dafür zu tun,
ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.
I don‘t have dreams. I have goals.
ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.
I don‘t have dreams. I have goals.
Re: Absolut lesenswert
https://www.woz.ch/2314/sascha-ruefer/d ... P496TYSS0H
Hoffe dem Ruefer fliegt das ganze noch ordentlich um die Ohren. Der Typ ist einfach unerträglich.
Hoffe dem Ruefer fliegt das ganze noch ordentlich um die Ohren. Der Typ ist einfach unerträglich.
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- Forumgott
- Beiträge: 1573
- Registriert: 8. Jan 2018, 23:37
Re: Absolut lesenswert
Passt hervorragend ins Team Alpstäg.
Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst was dafür zu tun,
ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.
I don‘t have dreams. I have goals.
ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.
I don‘t have dreams. I have goals.