Hallo zusammen
Lange habe ich mega interessiert dieses Forum mitgelesen. Und nun beschlossen, mich aktiv daran zu beteiligen. Denn als Langjähriger FCL Fan sehe ich mit mulmigen Gefühlen der Entwicklung unseres Klubs entgegen.
Darum ist mein erster Forenbeitrag hier drinn, und ich will einfach mal meine Eindrücke hier weitergeben.
Ich persönlich bin seit langem dabei, habe den Meistertitel noch miterleben dürfen. Habe so einiges zu schmunzeln gehabt, so wegen fehlenden Stühlen und vielem mehr. Viel gezittert, als es etwa darum ging, in einem
Countdownartigen Finish mal kurz 10 Mio. Franken anzusammeln und diese direkt Beim FSV abzugeben, damit die neue Lizenz damals erteilt werden konnte. Und immer wieder kam der Glauben zurück, dass es mit dem FCL gut kommen würde... .
Das ist die Vergangenheit, die ich erlebte. Und nun zur Gegenwart:
Der FCL hat sich zu einem Unternehmen entwickelt, welches mit einem Budget von 15-20 Mio Franken handiert. Viele teils neue Strukturen wurden geschaffen. Vieles scheint professionalisiert worden zu sein.
Scheint, denn professionelle Strukturen sind nur dann wirklich professionell, wenn sich auch die Verantwortlichen entsprechend verhalten. Und hier scheint mir einiges im Argen zu liegen:
Immer wieder fällt mir auf, dass sich Funktionäre in Bereichen äussern, für diese Sie an sich gar nicht zuständig sind. Ich persönlich finde, es wäre nicht am CEO, welcher öffentlich sagt, er verstehe nicht viel von Fussball und der angestellt wurde, um die Finanzen in Ordnung zu bringen, einen Sportchef zu installieren. Das wäre Sache gewesen von Funktionären, welche sich in diesem Bereich auskennen. Zum Beispiel von Gaugler, welcher zum FC Basel wechselt. Er ist gut vernetzt und hätte sicher die Kompetenzen gehabt, um dem FCL gute Vorschläge zu präsentieren. Im weiteren hätten wir ganz sicher genügend Leute im Klub, die sich einiges besser mit Fussball und dem entsprechenden Umfeld auskennen, wie diejenigen, welche nun die Entscheidung getroffen haben. Meine Meinung: Wir stehen nun wieder am Punkt, an dem wir waren, als Alex Frei zum Sportchef ernannt wurde: Keiner weiss, wie gut er wirklich ist und eine gewisse Skepsis ist sicher nicht unangebracht. Ja, ich persönlich hoffe, er schlägt ein und überrascht uns alle; nur richtig daran glauben mag ich nicht. Wieder kommen als mindestens 2 Jahre auf uns zu, bis wir richtig beurteilen können, ob Remo nun gut war oder nicht. Die Möglichkeit, dasswieder ein Sportchef Frühzeitig gehen muss, steht im Raum. Hier wäre meines Erachtens eine Professionelle Vorgehensweise wünschenswert gewesen.
Mir fehlt eigentlich alles, was als Vision 2021 ausgegeben wurde. Zumindest im Moment. Ich wünsche mir, unser CEO besinnt sich nun auf das, was ihm vom Klub nahegelegt wurde: Die Finanzen in Ordnung zu bringen. (Ob alleine schon in diesem Aspekt die Wahl dieses Sportchefs Sinn macht, wage ich mehr als zu bezweifeln. Dass er wohl deutlich weniger verdienen wird, als ein bewährter Fachmann ist anzunehmen. Nur steigt die Gefahr von Fehltransfers signifikant an, und es wird sich zeigen, ob unter Remo auch so regelmässige gewinnbringende Transfers getätigt werden können, wie das in den letzten paar Jahren der Fall war). Wir haben einen Medienchef, welcher für die Kommunikation nach aussen zuständig ist, und immer wieder passieren Kommunikationspannen, welche einfach nicht sein dürfen. Dies sind nur 2 Beispiele, es gäbe wohl noch einige. Und nicht zuletzt: Dass alle zusammen am gleichen Strick ziehen heisst meines Erachtens auch, dass miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet wird.
So ist es meines Erachtens auch nicht verwunderlich, wenn dem Trainer mal der Kragen platzt. Jeder hat ein Recht auf seine Meinung, und wer Markus Babbel als falscher Trainer empfindet, sieht das einfach anders als ich. Ich finde Ihn als einer der besten Trainer, den ich hier gesehen habe. Und ich kann seine Reaktion absolut verstehen. Denn im Grunde hat er Recht. Die Mentalität der Spieler hat sich zwar schon leicht gebessert, finde ich.Aber so wie ich sie mir wünschen würde, ist sie bei weitem nicht. Und das liegt hier meines Erachtens nicht am Trainer. Jeder Spieler hat auch eine Eigenverantwortung. So wie ich das wahrnehme, versucht Babbel in der Tat, der Spieler eine gewisse Mentalität zu vermitteln. Doch die Spieler müssen mitziehen. Und dies erkenne ich zur Zeit nicht.
Zusammenfassend: Ich wünsche dem FC Luzern mehr Professionalität in der Führungsetage. Und dass der Verein seine Bodenständigkeit behält. Wenn Funktionäre am Ruder sind, welchen der FC Luzern wirklich am Herzen liegt, dann sehe ich keinProblem, den Verein für alle, egal ob eingefleischte Fans oder Cüplitrinker oder gar beides, zu führen. Dies wäre meiner Meinung nach der wesentliche Aspekt zur Vision 2021.
Wie gesagt, dies ist einfach meine Wahrnehmung und Meinung. Und ich freue mich, an diesen Diskussionen teilzunehmen.
Grüsse