Fussball, Deutschland, Regionalliga Nord, neuer Ground
02.06.07 VfB Lübeck - SV Wilhelmshaven
6.0, 3200 Zuschauer, Stadion Lohmühle, Lübeck
Fussball, Dänemark, Viasat Sport Divisionen, neuer Ground
03.06.07 Herfølge BK - FC Fredericia
1:0, 763 Zuschauer, Herfølge Stadion, Herfølge
Fussball, Schweden, U21-Testspiel, neuer Ground
05.06.07 Schweden - Schweiz
0:0, 2016 Zuschauer, Olympiastadion, Helsingborg
Fussball, Schweden, Damallsvenskan, neuer Ground
06.06.07 AIK Solna - Umeå IK
0:4, 1517 Zuschauer, Skytteholms IP, Solna
Fussball, Schweden, EM-Qualifikation, neuer Ground
06.06.07 Schweden - Island
5:0, 33'338 Zuschauer, Råsunda Stadion, Solna
Fussball, Schweden, Superettan, neuer Ground
07.06.07 IFK Norrköping - GIF Sundsvall
5:0, 5527 Zuschauer, Idrottsparken, Norrköping
Nachdem diverse Planungen für die Sommerferien aus zeitlichen Gründen über den Haufen geworfen werden mussten, blieb mir nur diese Juni-Woche für meine Reise in den Norden und den längst fälligen Länderpunkt Schweden.
Tag 1, Freitag 1. Juni 2007
Nachdem ich am Freitag Abend noch Besuch hatte, wurde es dann doch ziemlich stressig mit der Abreise. Erst machte ich mich mit dem Zug auf Richtung Basel, wo noch ein wenig Proviant eingekauft wurde, schliesslich stand mir eine lange Reise mit dem ICE bevor. Kurz nach Abfahrt des Zuges hatte ich bereits die erste Auseinandersetzung mit einem Schaffner der Deutschen Bahn. Wollte mir dieser doch weismachen ich müsste trotz Interrail Deutschland einen ICE-Zuschlag bezahlen. Ich erklärte ihm dass dies seit dem 1. April diesen Jahres nicht mehr der Fall sei, doch er wollte mir nicht glauben und drohte gar mich aus dem Zug zu werfen. Nach einem Telefon mit der Zentrale sah er seinen Fehler dann doch ein und die Fahrt ging, zumindest für mich, schlafend weiter.
Tag 2, Samstag 2. Juni 2007
Am frühen Morgen erreichte ich schliesslich die Freie und Hansestadt Hamburg, wo ich gerade mal Zeit hatte für ein kleines Frühstück, ehe mich ein Regionalzug ins nahegelegene Lübeck brachte.
Hier, in der Stadt der 7 Türme, stand auch das erste Spiel dieser Tour auf dem Programm. Ein Kräftemessen der Regionalliga Nord zwischen dem VfB Lübeck und dem Absteiger SV Wilhelmshaven. Da ein Grossaufgebot der Polizei die wenigen mitgereisten Ultras aus der Jadestadt zum Stadion begleitete, war es für mich auch nicht schwierig dieses zu finden. Das Stadion Lohmühle ist ein typischer Regionalliga-Ground, bestehend aus 2 Tribünen (in diesem Falle eine alte und eine neue), sowie Stehplatzstufen auf den Hintertorseiten.
Vor dem Spiel fanden diverse Ehrungen und Verabschiedungen auf dem Rasen statt, wodurch sich der Anpfiff leicht verzögerte. Im Spiel zeigte sich nun auch warum die Wilhelmshavener abgestiegen sind. Innert Kürze stand es 3:0 für das Heimteam, welches sich aber gar nicht richtig zu freuen vermochte. Im weiteren Verlauf des Spiels trafen die Gäste nicht mal per Elfmeter, so dass der VfB Lübeck einen klaren 6:0 Sieg einfahren konnte. Die mehreren hundert aktiven Heimfans zeigten in der zweiten Halbzeit einige Transparente zu Ehren abtretender Spieler. Von dem kümmerlichen Haufen mitgereister Gästefans war überhaupt nichts zu hören.
Nach dem Spiel traf ich in der Innenstadt noch eine Gruppe junger Herren, welche einen Junggesellen-Abschied feierte, doch mehr dazu später. Nachdem ich mir in einer Kneipe eine Stärkung gegönnt hatte, und nebenbei das Spiel Deutschland - San Marino verfolgte, machte ich mich auf den Weg Richtung Dänemark, so dachte ich zumindest...
In Neustadt in Holstein war für diesen Zug nämlich Endstation, so dass ich nun über zwei Stunden auf den nächsten Bummelzug nach Puttgarden warten musste. Glücklicherweise fand in Neustadt gerade das "Neustadt-Treffen" statt, eine Riesenfete bei der sich Bürger aus mehr als dreissig Neustadts aus ganz Europa trafen. Die Zeit verging wie im Flug, und gegen Mitternacht bestieg ich erneut den Regionalzug. Hier traf ich auch wieder auf die etwas weiter vorne erwähnte Gruppe. Die Herren waren inzwischen reichlich angetrunken, und boten mir auch gleich an mitzutrinken. So fand der Abend einen komplett anderen Verlauf als geplant, denn anstatt in einer Jugendherberge landete ich nun in einer Disco auf der Ostseeinsel Fehmarn, wo wir die ganze Nacht durchfeierten.
Tag 3, Sonntag 3. Juni 2007
Mit schwerem Kopf betrat ich am Morgen den IC Richtung Kopenhagen. Bevor es allerdings direkt in die Dänische Hauptstsadt ging, besuchte ich den kleinen Ort Herfølge, eine Kommune der Stadt Køge. Hier wartete der kleine Verein Herfølge BK nämlich mit einem schmucken Stadion auf. Das Herfølge-Stadion liegt nur wenige hundert Meter neben dem Bahnhof, und besteht aus zwei Tribünen, je eine auf der Geraden und der Hintertorseite, sowie Stehplatze und VIP-Logen auf den anderen Seiten.
Zum Spiel Herfølge BK - FC Fredericia gibt es nicht viel zu sagen, denn ausser dem einen Tor für die Heimmannschaft passierte rein gar nichts. Auch das kleine Grüppchen Herfølge-Fans verdient keine weitere Erwähnung. Von Gästefans war rein gar nichts zu sehen.
Nun ging es endlich nach Kopenhagen, welches ich von einem früheren Besuch im Parken-Stadion bereits ein wenig kannte. Sogleich suchte ich das reservierte Youth Hostel, welches rund drei Kilometer vom Bahnhof entfernt liegt, jedoch ein wahres Schnäppchen bot. Aufgrund des nachzuholenden Schlafes verzichtete ich auf jegliche weitere Aktivitäten und verabschiedet mich ins Land der Träume.
Tag 4, Montag 4. Juni 2007
Den spielfreien Montag verbrachte ich mit Sightseeing. In Kopenhagen gibt es so Einiges zu sehen, wobei sich aber das Wahrzeichen der Stadt, die kleine Meerjungfrau, lediglich als unscheinbare Statue entpuppte, welche man ohne die zahlreichen Touristen glatt übersehen würde. Am Abend gönnte ich mir ein All-you-can-eat-Buffet und schlenderte noch etwas durch die Gassen, ehe die Augenlider zufielen.
Tag 5, Dienstag 5. Juni 2007
Am Dienstag stand erneut ein Landeswechsel an. Anstelle des Zuges über die Øresund-Brücke zog ich es vor den IC nach Helsingør zu nehmen, um mir das kleine Städtchen genauer anzusehen. Helsingør liegt an der schmalsten Stelle des Øresund und erweist sich dank der regelmässigen Fährverbindungen mit Schweden als Mekka für Schwedische Alkoholkonsumenten. Dieser darf ja in Schweden nur in den staatlichen "Systembolaget"-Läden verkauft werden. Zu sündhaft teuren Preisen versteht sich.
Nun machte auch ich mich auf den Weg ins Land von ABBA und IKEA. Die Fähre brachte mich binnen kürzester Zeit ins gegenüberliegende Helsingborg, wo ich als erstes die Jugendherberge aufsuchte. Diese befand sich erneut ziemlich weit vom Zentrum weg. Als Entschädigung offerierte mir die Gastgeberin jedoch ein Einzelzimmer, da ich in dieser Nacht sowieso der einzige Gast war. Die Jugendherberge ist eher ein Privathaus mit einigen Zimmern die vermietet werden, und daher auch im oberen Preissegment anzusiedeln. Die Lage direkt am wunderschönen Sandstrand rechtfertigte den Preis jedoch vollumfänglich.
Nach einer Dusche spazierte ich die neue Strandpromenade entlang zum Olympiastadion, wo das U21-Testspiel zwischen Schweden und der Schweiz stattfand. Das Stadion liegt etwas erhöht hinter einem Park, und gehört in seiner Bauweise zu einem der modernsten und schönsten Stadien in ganz Schweden.
Während des Spiels fanden sich gerade mal etwas mehr als 2000 Zuschauer im Stadion ein. Kein Wunder bei den gesalzenen Eintrittspreisen. Man erklärte mir dass ich der einzige anwesende Schweizer sei, was mich natürlich ein wenig stolz machte. Wahrend des Spiels hatte ich noch die grosse Ehre ein paar Plätze neben der Schwedischen Spielerlegende Henrik Larsson zu sitzen. Das Spiel selbst plätscherte in der ersten Halbzeit öde vor sich hin. In der zweiten Spielhälfte machten die Schweizer dann massiv Druck, jedoch gelang keinem der beiden Teams ein Treffer.
Zur Stimmung bleibt zu sagen dass der Unterschied zwischen einem U21-Spiel in der Schweiz und in Schweden keien grossen Unterschiede bestehen. Die Mehrheit der Zuschauer hat die Pubertät noch vor sich, was natürlich keine wirkliche Atmosphäre aufkommen liess. Einzig ein Zettelregen beim Einlaufen der Spieler sorgte für etwas Abwechslung.
Tag 6, Mittwoch 6. Juni 2007
Am 6. Juni feiert Schweden seinen Nationalfeiertag, um genauer zu sein den Tag der Wahl von Gustav Wasa zum König 1523 und Tag der Verabschiedung der Verfassung 1809. Schon am Mittag wurden in Stockholm verschiedene Feierlichkeiten begangen, jedoch kam es auch zu Auseinandersetzungen zwischen linken und rechten Demonstranten. Die Schwedische Hauptstadt wurde übrigens im Schwedischen Pendant zum ICE, dem X2000 in etwas mehr als vier Stunden erreicht.
Nach Bezug der "Stockholm City Lodge" fuhr ich mit der "Tunnelbanan", der Stockholmer U-Bahn nach Solna, etwas ausserhalb Stockholms. Hier fand ich im Internet eine interessante Ansetzung eines Damenspiels der ersten Liga zwischen den Mädels von AIK Solna und denjenigen von Umeå IK, der Schwedischen Übermacht im Damenfussball und Publikumsmagnet. Auch heute sollten es wieder 1517 Zuschauer sein.
Als erstes erblickte ich eine Schweizer Flagge auf der Seite der Umeå-Fans. Ein Schweizer und ein Österreicher die ich etwas später kennenlernte erklärten mir dass in den Reihen von Umeå IK seit kurzem eine junge Schweizerin mitspielt.
Bereits nach knapp vierzig Sekunden fiel das erste Tor für die Gäste, drei weitere sollten folgen. Die schöne Tribüne des Skytteholms Idrottsparken war gut zwar gut gefüllt, Stimmung wollte jedoch keine aufkommen. Von den Gästefans waren fast durchgehend Paukenschläge auszumachen, mehr gabs aber auch von dieser Seite nicht zu hören.
Nach Abpfiff wechselte ich über die Strasse ins Nationalstadion Råsunda, welches normalerweise dem Erstligateam AIK Solna als Heimstätte dient und in seiner Bauweise sehr speziell aussieht. Hier erwartete mich das eigentliche Highlight der Tour, das EM-Qualifikationsspiel zwischen Schweden und Island.
Das Stadion war mit 33'338 Zuschauern fast ausverkauft, und beinahe jeder der Anwesenden war blau/gelb angezogen. Nachdem die eine Hintertortribüne eine kleine Choreographie in Form der Nationalflagge zeigte, sang das ganze Stadion die Nationalhymne "Du gamla, Du fria" („Du alter, Du freier...") lautstark mit. Sehr eindrücklich.
Das Spiel nahm seinen zu erwartenden Lauf. Die Schweden gingen früh in Führung und erhöhten das Score laufend. Besonders zu erwähnen bleibt das 5:0: Die Schweden reklamierten (zu Recht) auf Handspenalty. Die Isländer hörten in der Folge auf zu spielen und rechneten mit dem Penalty. So passte ein Isländer dem Schweden den Ball zu, der diesen daraufhin völlig lustlos in Tor kickte. Das Tor zählte, da das Spiel gar nie unterbrochen war. Bei diesem Resultat blieb es dann auch. Ein Länderspiel (oder auch ein Stockholm-Derby) im Råsunda Stadion kann ich nur jedem empfehlen.
Tag 7, Donnerstag 7. Juni 2007
Nach einem ausgiebigen Frühstück verbrachte ich den Morgen in Stockholm, wo ich mir in Kürze die Stadt etwas anschaute. Nach dem Mittag fuhr ich mit dem Regionalzug ins etwas mehr als eine Stunde entfernte Norrköping.
Hier fielen mir als erstes die verschiedensten Fahrzeuge auf, die bunt geschmückt und laut hupend, manchmal soagr mit lauter Musik durch die Strassen der ehemaligen Textilmetropole fuhren. Vom Traktor über den Lastwagen bis hin zum Ferrari Testarossa war alles erdenkbare dabei. Jedes Fahrzeug war besetz mit hübschen, blonden Mädchen in weissen Kleidern und Kapitänsmützen, oder jungen Herren in Anzügen.Offensichtlich wurde hier eine Art Schulabschluss gefeiert.
Nun lief ich durch die Innenstadt zum Idrottsparken, was schlicht Sportpark bedeutet. Hier traf der lokale Verein IFK Norrköping auf den Kontrahenden aus Sundsvall. Eine spannende Affiche, da Norrköping zu diesem Zeitpunkt klarer Leader war und Sundsvall den vierten Platz belegte. Auf dem Rasen hätte man aber eher meinen können das der Erste gegen den Letzten spielt. Schnell zeigten die Gastgeber wer hier der Herr im Haus war und schossen Tor um Tor. 5:0 stand es zum Schluss, und die Notbremse kurz vor Schluss mit der folgenden roten Karte gegen einen Sundsvall-Spieler war mehr als sinnlos.
Das Stadion besteht aus vier Tribünen, auf den Geraden je eine gedeckte Sitzplatztribüne, auf den Hintertorseiten je eine Stehplatztribüne. Alles in allem finden hier doch recht viele Leute Platz. Gekommen sind leider nur 5527 Zuschauer, was etwa einem Viertel der Kapazität entspricht. Von der Gegengerade wehten durchegehend Gesänge der rund 100 "Peking-Fans" zu mir herüber. Auch Fahnen und Doppelhalter waren genügend vorhanden. Von den zwei mitgereisten Sundsvall-Fans war verständlicherweise nichts zu hören.
Nach dem Spiel lernte ich in einem Park Jonas kennen, der mir anbot auf ein Bier in die Disco zu kommen, um der oben erwöhnten Abschlussfeier beizuwohnen. Ich nahm die Einladung dankend an, und so schleppte mich Jonas von einer Disco in die nächste, und bestand jedesmal darauf den Eintritt und die Getränke zu offerieren, was bei diesem Preisniveau doch sehr überrachte. Ich lernte ein paar der weissgekleideten, stockbetrunkenen Schwedinnen kennen fand es doch sehr schade dass ich gegen 1:00 in der Früh den (total überfüllten) Nachtzug nach Malmö besteigen musste.
Tag 8, Freitag 8. Juni 2007
Von Malmö gings dann via Kopenhagen, Hamburg und Basel wieder nach Hause. Ganze 22 Stunden brauchte ich für diese Heimreise. Abgesehen vom vielen Zugfahren hat sich die Reise jedoch gelohnt. Skandinavien ist wunderschön und wahrlich eine Reise wert. Da ich ja erst den kleinsten Teil gesehen habe werde ich garantiert wiederkommen.