Seite 12 von 46
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 15:46
von jossen
FCL Fan 1984 hat geschrieben:Ich habe einfach langsam das Gefühl ihr nehmt euch viel, viel zu ernst.
finde den jetzt ein wenig fies. aber es spielt keine rolle, wer sich aktuell wie wichtig nimmt. der ganze boykott wird allerdings genau das zeigen zeigen, was für eine rolle die fans spielen und wie ernst jeder einzelne fan vom verein genommen wird. ich persönlich denke, dass der FCL das merken wird. meine befürchtung allerdings: viel zu spät.
FCL Fan 1984 hat geschrieben:Der FCL kann problemlos ohne euch leben, ob ihr dies nun wahrhaben wollt oder nicht! Klar die Stimmung wird am Anfang nicht mehr so toll sein, doch ich bin überzeugt mit der Zeit kommt die wieder zurück. Es ist gut möglich dass wegen
der schlechteren Stimmung einige Fans weniger ins Stadion kommen, dies wird jedoch problemlos durch die viel tieferen Sicherheitskosten aufgefangen.
dem FCL gehts aktuell zu gut. jetzt könnte er auf seine fans verzichten und sie durch einmal-im-jahr-besucher ersetzen. aber was ist, wenn der FCL plötzlich wieder gegen den Abstieg spielt? was bleibt dem verein dann noch? der mythos luzern verschwindet ebenfalls. ich will mich und alle anderen nicht als mehrwert für die event-fans sehen, aber schlussendlich ist es leider so. irgendwie ist es ja erstaunlich, dass in der nati b mehr oder weniger die teams zu oberst in der tabelle stehen, die auf eine aktive fanbasis vertrauen können
das argument mit den sicherheitskosten gilt ebenfalls nicht wirklich. in der heimkurve von thun gabs nie pyro. bis einer eine fackel sogar wirft. für irgendwelche idioten die nur wegen krawalle an ein spiel gehen, für die wird das ja nur noch einfacher. darf man das riskieren? es würde ähnlich hohe sicherheitskosten geben. spätestens nach dem ersten vorfall wie in thun. die sicherheitskosten würden sich erst dann senken lassen, wenn im vornherein klar wäre, wer wieviel mit hineinnimmt. dazu müsste sich aber mal jemand für eine legalisierung im geeignetem rahmen aussprechen. eine art absprache zwischen fans und verein schafft vertrauen. der umgang unter den fans würde sich ebenfalls verbessern und damit die selbstregulierung, welche nach wie vor mehr wert ist als jede einlasskontrolle in der schweiz...
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 16:04
von Höupeler
jossen hat geschrieben:FCL Fan 1984 hat geschrieben:Ich habe einfach langsam das Gefühl ihr nehmt euch viel, viel zu ernst.
finde den jetzt ein wenig fies. aber es spielt keine rolle, wer sich aktuell wie wichtig nimmt. der ganze boykott wird allerdings genau das zeigen zeigen, was für eine rolle die fans spielen und wie ernst jeder einzelne fan vom verein genommen wird. ich persönlich denke, dass der FCL das merken wird. meine befürchtung allerdings: viel zu spät.
FCL Fan 1984 hat geschrieben:Der FCL kann problemlos ohne euch leben, ob ihr dies nun wahrhaben wollt oder nicht! Klar die Stimmung wird am Anfang nicht mehr so toll sein, doch ich bin überzeugt mit der Zeit kommt die wieder zurück. Es ist gut möglich dass wegen
der schlechteren Stimmung einige Fans weniger ins Stadion kommen, dies wird jedoch problemlos durch die viel tieferen Sicherheitskosten aufgefangen.
dem FCL gehts aktuell zu gut. jetzt könnte er auf seine fans verzichten und sie durch einmal-im-jahr-besucher ersetzen. aber was ist, wenn der FCL plötzlich wieder gegen den Abstieg spielt? was bleibt dem verein dann noch? der mythos luzern verschwindet ebenfalls. ich will mich und alle anderen nicht als mehrwert für die event-fans sehen, aber schlussendlich ist es leider so. irgendwie ist es ja erstaunlich, dass in der nati b mehr oder weniger die teams zu oberst in der tabelle stehen, die auf eine aktive fanbasis vertrauen können
das argument mit den sicherheitskosten gilt ebenfalls nicht wirklich. in der heimkurve von thun gabs nie pyro. bis einer eine fackel sogar wirft. für irgendwelche idioten die nur wegen krawalle an ein spiel gehen, für die wird das ja nur noch einfacher. darf man das riskieren? es würde ähnlich hohe sicherheitskosten geben. spätestens nach dem ersten vorfall wie in thun. die sicherheitskosten würden sich erst dann senken lassen, wenn im vornherein klar wäre, wer wieviel mit hineinnimmt. dazu müsste sich aber mal jemand für eine legalisierung im geeignetem rahmen aussprechen. eine art absprache zwischen fans und verein schafft vertrauen. der umgang unter den fans würde sich ebenfalls verbessern und damit die selbstregulierung, welche nach wie vor mehr wert ist als jede einlasskontrolle in der schweiz...
Jossen schreibt klar und Gut

Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 16:09
von Frizzel
waline hat geschrieben:Frizzel hat geschrieben:
Das sagt irgendwie jeder vom VFFC und trotzdem ist der immer noch Präsident... irgendwie komisch
Ja das ist aber nun halt mal Fakt. Wie es zu dieser Wahl kam weiss ich bis heute nicht und will es auch nicht unbedingt verstehen.
Aber ich glaube jeder mag nicht jeden, bestimmt hast du auch deine bevorzugten Leute und welche die dir nicht so sympathisch sind.
Bitte nicht falsch verstehen, war kein Angriff auf den VFFC oder deren Mitglieder, sondern einfach ein Erfahrungsbericht. Normalerweise werden solche Leute nicht gewählt, wenn sie keine Unterstützung der Mehrheit haben. Gewisse Diktatoren in gewissen Ländern mal ausgenommen.
waline hat geschrieben:
Ausserdem verstehe ich das ganze Theater mit VFFC - USL überhaupt nicht. Wir sind alles Supporter des FCL, die einen ein bisschen kreativer und stimmgewaltiger als die anderen, aber wir besuchen wöchentlich die Spiele unserer Lieblingsmannschaft um diese zu unterstützen. Es wäre vielleicht nicht das dümmste auch dort mal den Dialog zu suchen.
Das Verhältnis VFFC - USL ist doch gar nicht so schlimm, ansonsten würde man kaum zusammen ein Fussballturnier organisieren. Es ist halt schlicht so, wie du es beschrieben hast. Gewisse Leute sind sympathisch, gewisse weniger. Andere Meinungen werden akzeptiert und das ist das Wichtigste. In der aktuellen Situation haben USL und VFFC für zwei verschiedene Ansichten. USL akzeptiert, dass der VFFC einen anderen Weg geht. Dass gewisse Aussagen von Wermi bei Einzelpersonen nicht gut ankommen (insbesondere bei solchen, die ihn schon länger kennen) darf aber auch nicht überraschen. Dies ist auch nicht Kritik am VFFC, sondern an Wermi selber. Zudem gibt es ja auch einige VFFC-Mitglieder, welche die USL bei dieser Aktion unterstützen.
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 16:53
von waline
Frizzel hat geschrieben:waline hat geschrieben:Frizzel hat geschrieben:
Das sagt irgendwie jeder vom VFFC und trotzdem ist der immer noch Präsident... irgendwie komisch
Ja das ist aber nun halt mal Fakt. Wie es zu dieser Wahl kam weiss ich bis heute nicht und will es auch nicht unbedingt verstehen.
Aber ich glaube jeder mag nicht jeden, bestimmt hast du auch deine bevorzugten Leute und welche die dir nicht so sympathisch sind.
Bitte nicht falsch verstehen, war kein Angriff auf den VFFC oder deren Mitglieder, sondern einfach ein Erfahrungsbericht. Normalerweise werden solche Leute nicht gewählt, wenn sie keine Unterstützung der Mehrheit haben. Gewisse Diktatoren in gewissen Ländern mal ausgenommen.
Ob Angriff oder nicht spielt mir keine grosse Rolle. Ich kann gut damit Leben wenn jemand was kritisches gegen den VFFC sagt, habe ich auch schon x mal getan. Deshalb engagier ich mich auch nicht mehr, weil man immer wieder enttäuscht wurde.
waline hat geschrieben:
Ausserdem verstehe ich das ganze Theater mit VFFC - USL überhaupt nicht. Wir sind alles Supporter des FCL, die einen ein bisschen kreativer und stimmgewaltiger als die anderen, aber wir besuchen wöchentlich die Spiele unserer Lieblingsmannschaft um diese zu unterstützen. Es wäre vielleicht nicht das dümmste auch dort mal den Dialog zu suchen.
Das Verhältnis VFFC - USL ist doch gar nicht so schlimm, ansonsten würde man kaum zusammen ein Fussballturnier organisieren. Es ist halt schlicht so, wie du es beschrieben hast. Gewisse Leute sind sympathisch, gewisse weniger. Andere Meinungen werden akzeptiert und das ist das Wichtigste. In der aktuellen Situation haben USL und VFFC für zwei verschiedene Ansichten. USL akzeptiert, dass der VFFC einen anderen Weg geht. Dass gewisse Aussagen von Wermi bei Einzelpersonen nicht gut ankommen (insbesondere bei solchen, die ihn schon länger kennen) darf aber auch nicht überraschen. Dies ist auch nicht Kritik am VFFC, sondern an Wermi selber. Zudem gibt es ja auch einige VFFC-Mitglieder, welche die USL bei dieser Aktion unterstützen.
Zum Fussballturnier will ich jetzt hier öffentlich lieber nichts sagen, sonst geht wieder ein riesiges Theater los.
Meiner Meinung nach sollte sich einer nicht zu weit zum Fenster raus lehnen, wenn er früher selbst einige Male gezündet hat und auch mehrfach schon abgeführt wurde, ob das jetzt direkt auf der Fantribüne oder nachher am Bierstand war, spielt auch keine Rolle.
Schade kann ich am Sonntag nicht dabei sein, würde mich wirklich noch Interessieren wie sich die Kurve verhält.
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 17:06
von H4
weiss jemand wann das vorstands-meeting genau ist?
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 17:09
von the_wolf
Ich hatte am SA ein paar heftige, aber gute Diskussionen. Solange man zusammen Bier aus der gleichen Dose säuft ist die Welt noch in Ordnung.
Unterschiede wird es immer geben zwischen dem VFFC und der USL, aber grundsätzlich darf man sich jetzt nicht auseinanderleben.
Gerade in schlechten Zeiten sind es gerade diese Fanclubs die das Ruder rumreissen und hinter dem FCL stehen.
Der Vorstand um Walter Stierli versucht bewusst die Fans gegeneinander auszuspielen, dieses Spielchen werden wir nicht mitmachen.
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 17:39
von NOISER
maré hat geschrieben:
Der Vorstand um Walter Stierli versucht bewusst die Fans gegeneinander auszuspielen, dieses Spielchen werden wir nicht mitmachen.
diese 30 unruhestiftenden dirigenten (oder umgekehrt?

) sollten doch wohl noch zu isolieren sein.
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 21:39
von raven
Laut den Infos dieses Weibervereins wo noilich am Bahnhof LU ihre Flyers verteilt haben, sterben in der Schweiz monatlich zwei Frauen an den Folgen häuslicher Gewalt.
Jede fünfte Frau welche mit einem Mann zusammen lebt erfährt physische oder psychische Gewalt.
Wenn man das mal Milchbüchlein mässig zusammenrechnen will ist es für eine Frau um ein x hundertfaches gefährlicher mit einem Mann zusammenzuziehen als an ein ach so barbarisches Fussballspiel zu gehen.
Wir haben in der Schweiz ein häusliches Gewalt Problem, wir haben ein Pädophilenproblem, wir haben ein Drogenproblem, wir haben ein Jugendgewaltproblem, wir haben ein Ausländerkriminalitätsproblem, wir haben ein Innländerkriminalitätsproblem, wir haben ein Internetkriminalitätsproblem, wir haben ein Verkehrsproblem, wir haben hunderte echte Probleme!
ABER WIR HABEN BESTIMMT KEIN PYRO PROBLEM!
Und wenn sich jedes Jahr irgendjemand drei Finger wegsprengen würde; es ist NICHTS im Vergleich zu anderen Problemen die wir haben!
Das ganze Affentheater haben wir niemand anderem als den Medien zu verdanken welche ihre tollen Räubergeschichten unters Volk bringen müssen.
Die wirklichen Probleme interessieren doch eh keine Sau mehr weil die ganze Gesellschaft schon sowas von abgestumpft ist.
Aber wenn die tolle LZ wieder täglich von ihrem selbsterfundenem Problem, den ach so bösen Pyros und den Chaoten, zu schreiben weiss, dann muss wieder jeder Esel, welcher sich noch nie für Fussball interessiert hat, seinen Senf dazu geben.
Ich verstehe die Argumente beider Seiten. Aber das traurige ist; es wird doch nur darüber disskutiert wennn mal wieder was in den Medien herumgegeistert ist. Ansonsten spielte es bisher einfach keine Rolle.
Ganz klar, der FCL Vorstand hat nach Thun extrem unglücklich reagiert. Ich unterstüze auch das verhalten der Kurve (oder einfach von den 30 dirigierenden Ultra Chaoten). Jedoch sehe ich mit skepsis dem Ende dieser Entwicklung entgegen und hoffe, dass das irgendwie glimpflich ausgehen kann. Obwohl ich es mir immer weniger vorstellen kann.
Die Hauptschuld tragen in meinen Augen einzig und allein die Medien, welche aus dem Pyrothema überhaupt erst ein Problem aufgebauscht haben und aus reiner profitgier eine wahres Kesseltreiben gegen eine ganze Jugendsubkultur betreibt.
Das "tolle" dabei ist, dass die Masse darauf hereinfällt und Pyro tatsächlich zum Tagesgespräch und somit zum Problem wird.
Aus der Distanz betrachtet eigentlich eine fantastische Tatsache wenns nur nicht so zum kotzen wäre.
Presse halt die Fresse
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 21:55
von SandmaN
Danke, raven.
PS an die 20min Paparazzi: Druckt doch mal diesen Text!
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 21:58
von come on lucerne
Grande raven!
WORD!
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 22:01
von dragao
Hast die Armeewaffen vergessen...
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 22:24
von lucerne
Camel hat geschrieben:marga hat geschrieben:kann sein das du recht hast, dass deine Fankultur nicht mit meiner übereinstimmt.
Und genau darauf wollte ich ansprechen. ende 90er klaffte ein ziemliches Loch zwischen den aufkommenden Ultraorientierten und den restlichen Fans. Viel Intolleranz kam damals von den (uns) jungen Wilden. Eine Zeit als die "altmodische" Fasnachtstimmung, welche mir überhaupt die Faszination FCL geschenkt hat, langsam ausklingte und der Hexenkessel der Vergangenheit angehörte. Wir versuchten ein neues Kapitel zu beginnen, gingen die Sache jedoch völlig falsch an. Statt einen Weg zu suchen, wie wir Bestehndes miteinbeziehen konnten, suchten wir die Konfrontation und akzeptierten nur noch unsere Art von Fandasein. Nach 2-3 Jahren voller Konflikte wurde nochmal von vorne begonnen. Wir wurden reifer und merkten, dass andere Fans genauso ihre Daseinsberechtigung haben. Damit fand nach und nach eine Annäherung statt und die Allmend entwickelte sich wieder zu einer stimmgewaltigen Wand hinter der Mannschaft. Altes wurde mit Neuem gemischt und so fand Luzern zur heutigen Identität. Ich pflege rund um die FCL-Spiele viel Kontakt zu Leuten, welche sich selber viel weniger aktiv am Support beteiligen und akzeptiere deren Fansein genauso wie unseres. Eine wichtige Funktion hat hierbei auch die Zone, wo sich alle möglichen Fans begegnen und austauschen. Persönlich finde ich, dass sich das "Ultradasein" in Luzern über die Jahre in eine sehr konstruktive und tolerante Richtung entwickelt hat. Leider werde ich das Gefühl nicht los, dass es in letzter Zeit vermehrt wieder Exponente gibt, welche versuchen einen Keil zwischen die verschiedenen Fanlager zu treiben. Dass die Medien dabei keinen unwichtigen Teil beitragen, muss man ebenfalls festhalten. Es wäre ein schritt in die Steinzeit zurück, sollten der harte Kern nun, wie es sich Stierli wünscht, isoliert werden. Ein jahrelang erarbeitete Entwicklung würde damit zerstört. Ich finde es beeindruckend wie konstruktiv und wenig Polemik hier von Seite der "Fankultur-Verteidiger" argumentiert wird und ich weiss, dass dies auch auf der Seite der Kritiker möglich wäre. Der "Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!"-Thread hat dies eindrücklich bewiesen.
Es gibt nicht nur schwarz und weiss! Kämpfen für ein tolerantes Zusammenleben der Vielfalt von Fans!
Ich finde dies ganz interessante Eindrücke und möchte gerne meine Gefühlslage diesbezüglich als jahrelanger Beobachter (mag mich noch gut an die Anfänge mit den "Ultras Luzern" erinnern), Unterstützer, in gewisser Weise bestimmt auch Mitwirkender - und ab und zu aber auch Kritiker - der aktiven Fankultur Luzern äussern.
Ich teile deine Meinung weitgehend, insofern sich in den all den Jahren eine sehr konstruktive (man denke vor allem den optischen Support und die vielen positiven Anlässe rund um die Zone5) und auch tolerante Fankultur entwickelt hat. Obwohl es immer wieder zu Diskussionen bezüglich den einzelnen negativen Ausschweifungen dieser entstehenden Fankultur gab, konnte ich sehr lange mit diesen leben, weil sie durch die positiven Effekte für mich bei weitem überkompensiert wurden.
Es ist jedoch nicht zu vergessen, dass die ganze Szene dank des Aufschwungs der letzten Jahre auch in der Masse enorm gewachsen ist. Gleichzeitig ist mit der Masse auch der Anspruch der Szene gestiegen: man begann (Club-)Politk zu machen, tritt heute nach aussen als organistierte, (und richtigerweise mit dem Anspruch als) sehr ernst zunehmende Partei auf. Dies funktioniert nach aussen alles ziemlich gut (obwohl von Stierli und den Medien noch nicht so ernst genommen wie erwünscht) und ich bin heute in der Sache ein Befürworter praktisch aller Anliegen der Szene.
Die angesprochene Toleranz gegenüber all den Strömungen hat jedoch oftmals aber auch eine Abgrenzung gegen nicht gewollte Strömungen - die halt mit der Masse verstärkt dazu kamen - verunmöglicht. Ich bin klar der Meinung, dass diese Auswüchse (Gewaltausbrechungen, man erinnere an den Cuphalbfinal FCL-Sion oder die vereinzelte Einflussnahme der Kat. C oder der in Luzern seltene Missbrauch von Pyro) nicht mit Repression in den Griff zu kriegen sind, ohne dabei die ganze Fankultur zu stören. Da für mich ohne Fankultur auch der Fussball seinen Reiz verliert, ist dies für mich keine Lösung. Der einzige Weg diese Auswüchse zumindest möglichst im Rahmen zu halten ist deshalb meiner Meinung nach die Prävention und Selbstregulierung.
Wie sich gezeigt hat, ist dies aber so ne Sache mit der Selbstregulierung. In den letzten Jahren haben die Szenen meiner Meinung nach beinahe zu viel Macht erhalten (z.B. Muttenzerkurve, die befiehlt was in den gegnerischen Stadion abläuft). So sind sich die Fankulturen teilweise daran zu verselbstständigen und vom Fussball an sich zu verabschieden - dies hat z.B. nicht nur die Eskalation des langjährigen Zwist zwischen den GC und FCZ-Ultras gezeigt (ich hatte vor zig Jahren auch mal eine Seminararbeit über die Ultra-Bewegung geschrieben, inklusive wie im ehemaligen Jugoslawien schliesslich Gruppierungen mit dem Namen der Gruppierung auf dem Panzer in den Krieg zogen). Der Vorfall in Zürich wie auch der Kindergarten mit unserer von den Baslern gestohlenen Zaunfahne, hat mir vor paar Wochen eigentlich klar gemacht, dass mit dieser Fankultur irgendwas geschehen muss, um sie wieder zu "erden" (früher genügten paar Pyrofackeln, heute muss jede Szene noch mehr zünden um sich zu beweisen).
Insofern wäre ich vor paar Wochen bereits gewesen sinnvolle Massnahmen mitzutragen (wobei ich selber nicht wusste - was die genau hätten sein sollen) und hätte mir deshalb in der emotional und medial augewühlten Situation erhofft, dass die Szene auf weitere grosse Pyroshows verzichtet hätte, um nach den wiederholten Vorfällen erst mal wieder ein wenig Gras drüber zu wachsen (wie z.B. aktuell die Südkurve). Dazu war man auch aufgrund der langjährigen wiederholten Fehlern in der Kommunikation des FCL-Vorstandes (namentlich von Walti) nicht bereit, wie die Thun-Pyroshow 2 Tage nach Rom zeigte. Trotzdem konnte ich dies nicht verstehen. Ich hätte mir in dem Moment ein Reflektieren bzgl. Quo Vadis Fankultur erwünscht, das Resultat ist jedoch weiterhin eher eine Radikalisierung.
Ich persönlich würde diese Radikalisierung aktuell nicht mittragen und würde mich wohl eher gegen den aktiven Teil der Szene stellen, hätte der FCL daraufhin nicht wiedereinmal (unter dem Druck der Medien) absolut überreagiert und der Fankultur an sich des Messer an den Hals gesetzt.
Ich hab seither beobachtet, dass wie bei mir persönlich ein starkes Zusammenrücken unter der Fans stattgefunden hat - weit über die sogenannten Fans hinaus. Dies war nicht nur im Heimspiel gegen GC sowie auch in Basel ersichtlich, als man sehr zahlreich und gemeinsam optisch und akustisch lautstark auftrat. Ich trage diesen Protest zu 100% mit, wünsche mir jedoch, dass dieses aktuelle Zusammenstehen auch die Fankultur Luzern an sich weiterbringt.
Insofern wünsche ich mir, dass sich aus der aktuellen Bewegung heraus endlich noch mehr Selbstregulierung entwickelt, noch mehr charismatische Köpfe in der Kurve mehr Respekt erhalten und diese auch kurvenintern mehr Mitsprache und Weisungsrecht erhalten. Mit meinem persönlichen Ziel, dass die Fankultur noch positiver - intern vor allem auch weniger aggressiv - aber trotzdem optisch (inkl. gut eingesetzter Pyro) und akustisch stärker denn je auftritt.
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 22:50
von Camel
Die Radikalisierung muss mit genau dieser gegenseitigen Solidarität bekämpft werden. Auch hier darf hinterfragt werden, inwiefern die Politik und die Medien die Ultra-Szene in eine für Luzern untypische Richtung treibt. Natürlich selbstkritisch! Ich muss sagen, dass ich extrem gerührt war wie solidarisch die ganze Kurve und auch Sitzer gegen GC zusammenhielten und damit auch anderes Fansein als das eigene unterstützten. Im Hinterkopf, dass es vielen, wie auch mir, weh tat auf die Stimmung zu verzichten. Vielleicht erreicht Stierli mit seiner Massnahme schlussendlich genau das Gegenteil vom ursprünglich Beabsichtigten und schweisst die Kurve mehr zusammen denn je. Da muss/hoffe ich dir beistimmen zu können lucerne. Der gegenseitige Respekt wuchs an diesem Spiel auf eine Stufe, wie ich es noch nie erlebt habe in Luzern. Sowas würde nämlich auch die Diskussion innerhalb der Kurve erweitern und Kompromisse fördern.
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 22:52
von Leuchtenstadt
In diesem Forum hat es einige gut formulierte, ausführliche Beiträge zur aktuellen Problematik, die zum besseren Verständnis der Fananliegen beitragen könnten. Warum macht ihr diese nicht öffentlich?
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 22:54
von Camel
Leuchtenstadt hat geschrieben:In diesem Forum hat es einige gut formulierte, ausführliche Beiträge zur aktuellen Problematik, die zum besseren Verständnis der Fananliegen beitragen könnten. Warum macht ihr diese nicht öffentlich?
Weil es, wie verschiedene Pressemitteilungen der USL gezeigt haben, die Boulevard-Medien (LZ dazugezählt) nicht interessiert.
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 22:55
von SandmaN
Leuchtenstadt hat geschrieben:In diesem Forum hat es einige gut formulierte, ausführliche Beiträge zur aktuellen Problematik, die zum besseren Verständnis der Fananliegen beitragen könnten. Warum macht ihr diese nicht öffentlich?
interressiert keinen..
Edit: Camel schneller
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 22:57
von Heiri
stetes Tropfen höhlt den Stein...
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 23:00
von the_wolf
Ich persönlich würde diese Radikalisierung aktuell nicht mittragen und würde mich wohl eher gegen den aktiven Teil der Szene stellen, hätte der FCL daraufhin nicht wiedereinmal (unter dem Druck der Medien) absolut überreagiert und der Fankultur an sich des Messer an den Hals gesetzt.
Ich hab seither beobachtet, dass wie bei mir persönlich ein starkes Zusammenrücken unter der Fans stattgefunden hat - weit über die sogenannten Fans hinaus. Dies war nicht nur im Heimspiel gegen GC sowie auch in Basel ersichtlich, als man sehr zahlreich und gemeinsam optisch und akustisch lautstark auftrat. Ich trage diesen Protest zu 100% mit, wünsche mir jedoch, dass dieses aktuelle Zusammenstehen auch die Fankultur Luzern an sich weiterbringt.
Das geschieht jetzt Lucerne. Ich habe selten so viel Solidarität in der Kurve erlebt wie jetzt. Da stehen nun Gruppierungen zusammen, die sich früher nicht Feind, aber nicht unbedingt sympathisch waren.

In diesem Sinne kann man sagen, dass der Stimmungsbokott unheimlich zusammenschweisst. Pustekuchen, es wären 30 Ultras die hier das sagen haben. Wer den Flyer liest sieht klar, wie breit abgestützt der Protest ist und es folgen uns immer mehr Gruppierungen. Die Diffamierungen in der Presse und seitens vom Vorstand öffnen bald gewissen Leuten die Augen und uns schliessen sie leider den Mund.
Es macht mich irgendwie stolz, wie breit die Basis ist. Und wir werden jetzt auf keinen Fall aufgeben.
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 5. Dez 2011, 23:01
von Thunder
Frizzel hat geschrieben:waline hat geschrieben:(obwohl ich einem Fanclub des VFFC angehöre und nein ich bin kein Wermi Fan)
Das sagt irgendwie jeder vom VFFC und trotzdem ist der immer noch Präsident... irgendwie komisch
Sehe bei der VFFC leider keinen valablen Kandidaten, welcher das Präsidentenamt übernehmen könnte. Gebe da schon 1-2 Personen, aber die wollen nicht. Aber immerhin sind in den letzen Tagen keine kontraproduktiven Interviews mehr von Wermy erschienen.
Re: Mit einem Messer am Hals kann man nicht singen!
Verfasst: 6. Dez 2011, 00:37
von Camel
lucerne hat geschrieben:Wie sich gezeigt hat, ist dies aber so ne Sache mit der Selbstregulierung. In den letzten Jahren haben die Szenen meiner Meinung nach beinahe zu viel Macht erhalten (z.B. Muttenzerkurve, die befiehlt was in den gegnerischen Stadion abläuft). So sind sich die Fankulturen teilweise daran zu verselbstständigen und vom Fussball an sich zu verabschieden - dies hat z.B. nicht nur die Eskalation des langjährigen Zwist zwischen den GC und FCZ-Ultras gezeigt (ich hatte vor zig Jahren auch mal eine Seminararbeit über die Ultra-Bewegung geschrieben, inklusive wie im ehemaligen Jugoslawien schliesslich Gruppierungen mit dem Namen der Gruppierung auf dem Panzer in den Krieg zogen). Der Vorfall in Zürich wie auch der Kindergarten mit unserer von den Baslern gestohlenen Zaunfahne, hat mir vor paar Wochen eigentlich klar gemacht, dass mit dieser Fankultur irgendwas geschehen muss, um sie wieder zu "erden" (früher genügten paar Pyrofackeln, heute muss jede Szene noch mehr zünden um sich zu beweisen).
Sorry, aber hierzu muss ich mich doch nochmal äussern. Hier finde ich, dass du die Selbstregulierung aus dem Kontext ziehst. Die hat nichts mit Macht und negativen Ausschweiffungen der Ultraszene zu tun. Wenn die Selbstregulierung nicht greifft, wird keine Massnahme funktionieren. Sobald von aussern versucht wird zu regulieren, blüht der alte Kampf gegen Autoritäten wieder auf. Der Hang zu diesem ist in einer so grossen Jugendkultur, wie sie in der Kurve herscht, einfach vorhanden und lässt sich nicht mit noch mehr Repression im Keim ersticken. Die aktive Selbstregulierung existiert bei uns noch nicht lange. Es war auch nicht einfach, alle davon zu überzeugen. Trotzdem hat man innert kürzester Zeit extrem viel erreicht. Gegen aussen mögen die Massnahmen (keine Knaller im Stadion, keine geworfene Fackeln und nur noch organisierte Pyroaktionen) nicht mehr als gesunden Menschenverstand darstellen, dass sich aber auch die radikaleren Exponenten der Szene daran halten, empfinde ich als enorme Leistung. Würde die interne Regulierung irgendwann auch vom Verein gewürdigt, wäre noch viel mehr möglich. Damit mein ich nicht, dass alle Regeln seitens des Vereins über den Haufen geworfen werden, sondern dass man der Kurve etwas mehr Verantwortung zutrauen könnte.