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Re: Fussball Ausland

Verfasst: 7. Mai 2026, 12:04
von Aufwindfahne

Re: Fussball Ausland

Verfasst: 27. Mai 2026, 19:41
von Aufwindfahne

Re: Fussball Ausland

Verfasst: 7. Jul 2026, 06:13
von Aufwindfahne
https://www.gofundme.com/f/football-for-the-people
Allen, die ein ähnliches Schicksal ereilt hat, wollen wir sagen: Kämpft für das, was übrig ist, oder versucht, euch das zurückzuholen, was euch genommen wurde.
Diese Kampagne wendet sich explizit nicht nur an Fans unseres Vereins, unsere Message betrifft alle Fußballfans in Deutschland und der Welt, und wir hoffen, dass sich auch außerhalb des Löwenkosmos Menschen solidarisch mit uns zeigen!

Re: Fussball Ausland

Verfasst: 13. Jul 2026, 22:50
von harud
Faszination Fankurve hat geschrieben:„Football for the People“ im Interview: Warum dieser Moment eine historische Chance ist - Faszination Fankurve

Die Crowdfunding-Kampagne „Football for the People“ hat ihr Ziel von 250.000 Euro innerhalb weniger Tage erreicht. Doch hinter der Aktion steckt weit mehr als die Finanzierung eines Trikots: Sie steht für den Neustart des TSV 1860 München und für die Forderung nach einem Fußball, der den Menschen gehört. Im Interview mit „Football for the people“ wird über den historischen Umbruch bei den Löwen, die große Solidarität weit über die Vereinsgrenzen hinaus und die Idee hinter der Kampagne gesprochen.

Mit ihrer Crowdfunding-Kampagne „Football for the People“ haben Fans des TSV 1860 München weit über die eigenen Vereinsgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregt. Das Spendenziel von 250.000 Euro wurde innerhalb weniger Tage erreicht – ein deutliches Zeichen für die Solidarität mit dem Neustart der Löwen und für die Botschaft hinter der Aktion. Für die Initiatoren geht es dabei um weit mehr als einen Trikotsponsor: Sie wollen den Wiederaufbau des Vereins unterstützen und zugleich ein Zeichen gegen die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs setzen. Im Interview mit Faszination Fankurve sprechen sie über die historische Chance für den TSV 1860 München, die Idee hinter „Football for the People“ und warum ihre Botschaft Fußballfans aller Vereine ansprechen soll.

Faszination Fankurve: Zwischen dem Ende der Drittligasaison, dem überraschenden Lizenzentzug und der Aussicht auf einen Neuanfang liegen gerade einmal wenige Wochen. Habt ihr schon realisiert, was in dieser kurzen Zeit alles passiert ist?

Football for the people: Servus und vorneweg erstmal vielen Dank an euch, dass ihr uns die Möglichkeit eurer Plattform gebt, um unsere Kampagne sichtbar zu machen.

Die Wochen seit dem Saisonende waren turbulent, das ist bei unserem Verein bekanntlich nichts Neues und gehört quasi schon zum guten Ton von Sechzig München. Die Sommerpausen sind in der Regel leider nervenaufreibender als die Spielzeiten. Dass wir uns aber mit dem Lizenzentzug und damit mit dem Abstieg in die Regionalliga beschäftigen müssen und das bereits zum zweiten Mal innerhalb von 9 Jahren, hätte Anfang/Mitte Mai vermutlich keiner so recht gedacht. Das war schon erstmal eine bittere Pille, die wir schlucken mussten.

Ihr sprecht von einer "historischen Chance" für den TSV 1860 München. Was macht diesen Moment aus eurer Sicht so besonders?

Nachdem feststand, dass die finanziellen Mittel für die Erteilung der Drittliga-Lizenz bei Abgabefrist nicht auf das Konto des DFB eingegangen sind, gab es den großen Knall zwischen der Investorenseite und dem e.V. in Form der fristlosen Kündigung des Kooperationsvertrags durch unseren Mutterverein, den beide Gesellschafter, also HAM (die Firma von Hasan Ismaik) und der e.V. im Jahr 2011 geschlossen haben. In diesem Vertrag waren die Regeln und Pflichten der „Zusammenarbeit“ geregelt, darunter eben als wichtigste Punkte, dass die Investorenseite die finanziellen Mittel bereitstellt - sofern von Nöten - und der e.V. die Spiellizenz in die gemeinsame KGaA überträgt, selbst zudem keine eigene Profimannschaft stellt. Durch die Kündigung des Vertrags, sowie den Beschluss der Mitgliederversammlung vom 21.06. dieses Jahres eine neue “Fußballfirma” zu gründen, welche 100% beim e.V. liegt, hat man nun im Vergleich zu vor neun Jahren endlich die Möglichkeit, den Profisport beim TSV München von 1860 selbst in die Hand zu nehmen, ohne sich jedes Jahr aufs Neue mit irgendwelchen Machtspielchen und Erpressungen der Investorenseite (Geld gegen Entscheidungshoheit bei gleichzeitiger Budgethoheit HAMs) beschäftigen zu müssen. Nun mag sich der ein oder andere vielleicht fragen, wieso wir befürworten, dass direkt wieder eine neue Firma gegründet wurde, während die “alte” Firma gerade erst vorläufig Insolvenz anmelden musste. Hätte man den Spielbetrieb nicht einfach über den e.V. organisieren können? Letztlich liegt der Grund dafür in der Größe unseres Muttervereins. 1860 ist mehr als Fußball mit 20 Abteilungen und über 29.000 Vereinsmitgliedern. Zum anderen schützt diese Gesellschaft den e.V. vor etwaigen Regressforderungen der Investorenseite, zudem können zukünftig Anteile an der neuen Gesellschaft nur verkauft werden, wenn die Mitgliederversammlung zu mindestens ¾ dafür stimmt und es müssen dabei immer mindestens 51% der Anteile beim e.V. verbleiben. Das war 2011 beim Anteilsverkauf noch nicht der Fall, in keinerlei Hinsicht. Außerdem werden weitere “Sicherheitsschranken” in Zukunft noch ausgebaut.

Natürlich schmerzt der Abstieg aus sportlicher Sicht. Jeder normal denkende Löwenfan wünscht sich, dass wir höher als in der 4. und 3. Liga spielen. Wer hier ein gängiges Klischee bedient und Leuten vorwirft, sie würden sich mit der Regionalliga oder Amateurfußball begnügen, lügt!

Tatsache ist aber, dass uns der kurzzeitige sportliche Höhenflug Ende der 90er Jahre in einen absurden Größenwahn und an den Rand des finanziellen Kollapses geführt hat. Die Vergangenheit mit einer gemeinsamen mit dem Rivalen gebauten Arena am nördlichen Stadtrand, der zeitgleiche sportliche Abstieg aus der Bundesliga, die dadurch eingebrochenen TV-Gelder und das dadurch notwendig gewordene Verramschen der Arena-Anteile an die Roten (ca. 11 Mio. Euro für 180 Mio. Euro Gegenwert), gepaart mit einem - in der 2. Bundesliga - nicht finanzierbaren Mietvertrag plus später noch der Verkauf des Rückkaufrechts der Arena-Anteile (für lächerliche 1 Mio. €), hat uns überhaupt erst in die Situation gebracht, einen externen Geldgeber zu benötigen. Das wurde dann Hasan Ismaik, den niemand kannte und plötzlich auftauchte, weil keine lokalen Geldgeber bereit waren, die Löwen in diesem Ausmaß zu “unterstützen”. Einen Verkauf der Anteile konnte man als Fanszene zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der Strukturen ebenfalls nicht verhindern.

Nochmal später kam noch der Verkauf der eigenen Merchandising GmbH dazu und damit der Verlust der wichtigen Einnahmequelle durch eigene Fanartikel (ca. 1 Mio. Euro an Hasan Ismaik).

Manch einer mag sagen, Sechzig hat damals eine historische Chance verspielt und sich die Situation rund um die (in der Fanszene stets verhasste) neue Arena nicht zu Nutzen gemacht. Nüchtern und faktenbasiert betrachtet, haben die damals handelnden Personen aber einfach mit unrealistischen Vorstellungen gearbeitet. Die Arena war für uns mehr als eine Nummer zu groß. Abgesehen von ein paar Ausreißern haben wir niemals annähernd einen Zuschauerschnitt von 70.000 Personen erreicht und langfristig waren wir auch nie unter den Top 4 der Bundesliga, wie zum Ende der 90er Jahre, sondern haben die gesamte Arena-Zeit in der 2. Bundesliga verbracht, mit stetig schlechter werdendem sportlichen Abschneiden - ehe 2017 schließlich der Abstieg folgte. Auch wenn man das gerne anders sehen möchte, aber das ist die Realität. Parallel zu unserem sportlichen Abstieg haben sich Anfang der 00er Jahre die Macht- und Finanzverhältnisse in der Bundesliga ebenso massiv gewandelt. Die Schere ging immer weiter auf, das betrifft aber nicht nur uns, hier können genug andere Vereine ein Lied singen. Man könnte an dieser Stelle noch tiefer ins Detail gehen und aufzeigen, was die letzten 15 Jahre seit dem Investoreneinstieg alles schiefgegangen ist, unter’m Strich ist und war es ein absolutes Missverständnis, das 1860 nicht „to the top“ (Zitat eines ehemaligen Trainers), sondern zweimal in die 4. Liga geschickt hat. Unter diesen Umständen, mit ständigen Querelen, internen Streitereien, gegenseitiger öffentlicher Schuldzuweisung und einer Medienlandschaft, die sich die Hände reibt, wenn‘s bei Sechzig kracht, ist dann natürlich auch nicht daran zu denken, langfristig zurück in die sportliche Erfolgsspur zu kommen.

Der jetzige Cut war von Nöten, dieses Konstrukt, dass ein „Investor“ seinem eigenen Unternehmen jedes Jahr Darlehen gewährt, vor Fristende diese Darlehen erst nach Erpressungsversuchen im letzten Moment in Genussscheine wandelt, um nicht die positive Fortführungsprognose zu gefährden und damit einen Punkt- oder Lizenzentzug verursacht, war nicht nur ein stetiger Versuch, 50+1 auszuhebeln, sondern nichts anderes als Sterben auf Raten für 1860. Eine ordentliche sportliche Planung war dadurch in dieser Gesellschaft mehr oder weniger nie möglich, weil man nie wusste, was als nächstes passiert.

Nun hat man endlich den Stecker gezogen. Ein anderes Ende dieser Zwangsehe wurde von Seiten der Vereinsverantwortlichen versucht herbeizuführen, sodass man zumindest die KGaA samt Arbeitsplätzen erhalten, und nahtlos den Neustart in der Regionalliga vorantreiben hätte können. Daran bestand aber dem Anschein nach keinerlei Interesse seitens der Investorenseite. Die KGaA wurde somit Ende Juni 2026 in die Insolvenz geschickt und wird nun von einem Insolvenzverwalter verwaltet – der Ausgang ist zum Zeitpunkt dieses Interviews nicht bekannt.

Man muss sich zudem vor Augen führen, dass wir unser jährliches strukturelles Defizit durch die oben geschilderte Situation nie eigenhändig ausgleichen konnten, weil wir uns sämtlicher Einnahmequellen beraubten, die andere Fußballvereine haben. Mit dem eigenen Merchandising verdienen wir erst Geld, wenn die Merchandising-Firma mehr als 120.000 Euro Gewinn im Jahr erzielt hat (bis zu diesem Threshold landet jeglicher Gewinn in den Taschen von Hasan Ismaik, anschließend wird dieser zu 50% geteilt, in 15 Jahren hat unser eigenes Merchandise gerade einmal knapp 900.000 Euro in die KgaA eingebracht, in der heutigen Zeit ein lächerlich niedriger Betrag). Wir spielen seit 2011 in Stadien zur Miete, haben dadurch laufende Kosten, die den Etat fressen und zeitgleich keinerlei Einnahmen durch Gastronomie, Parkplätze, etc. Da hilft es im Grunde genommen auch nur in einem geringen Maße, zu einer der besten Nachwuchsschmieden des Landes zu gehören, wenn dein Verhandlungspartner weiß, dass du stets in einer finanziell angespannten Lage bist, wird er niemals die Summe für dein Top-Talent auf den Tisch legen, die du gerne hättest.

Abschließend ergänzt: Es wird ja oft behauptet: “Hättet ihr den Investor mal ordentlich behandelt und ihn “machen” lassen”, der wirft bitte einen Blick in die sportliche und finanzielle Bilanz der Saison 2016/17, als er schalten und walten durfte, wie er wollte, und gibt sich selbst die Antwort auf diese unsinnige Aussage.

Um konkret die Frage nach der „historischen Chance“ zu beantworten, war diese etwas detailliertere Ausführung notwendig. Kaum jemand außerhalb des Löwenkosmos versteht, in welcher Struktur wir uns befinden und was damit einherging. Diese Zeit machte einen langen, bedeutenden Teil unserer Geschichte aus und war alles andere als ruhmreich und genau deshalb bezeichnen wir die Situation als „historische Chance“. Weil der Verein und seine Mitglieder seit langer Zeit wieder die Möglichkeit haben, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Nun liegt mit dem Neuanfang ein Haufen Arbeit vor uns allen, aber eben besagte historische Chance, diesen Club von Grund auf ein solides und vor allem nachhaltiges Fundament zu stellen, ihm eine bessere Außendarstellung zu verpassen und endlich wieder eine Perspektive zu schenken.

Eure Kampagne trägt den Titel "Football for the People". Ein Titel, der weit über den TSV 1860 München hinausgeht und eine Strahlkraft hat. Was steckt hinter diesem Motto?

Das Motto erklärt sich eigentlich von selbst. Fußball ist das, was uns alle, unabhängig der eigenen Vereinsfarben, vereint. Natürlich gehen wir seit Kindheitstagen erstmal alle wegen den 11 Spielern, die einem Ball hinterherrennen, ins Stadion, oder schnüren vielleicht selbst am Wochenende die Kickstiefel, aber unter dem Strich lebt der Fußball vom Drumherum, seinen Fans und den Emotionen. Und das seit jeher. Egal ob sonntags in der Kreisklasse, wenn sich die Alten über Schiedsrichterentscheidungen vom Mittelkreis echauffieren und früher doch alles besser gewesen sei, oder in der Königsklasse, wenn die nächste mehrteilige Choreo über das ganze Stadion gezeigt wird.

Corona und die unsäglichen Geisterspiele haben uns allen gezeigt, wie langweilig ein Spiel selbst auf Top-Niveau sein kann, wenn die Kulisse ausbleibt. Der Fußball hat sich von seiner Basis entfernt, das Spiel ist längst in die Hände finanzkräftiger Personen, Unternehmen und Verbände gewandert. Mit unserer Aussage wollen wir darauf aufmerksam machen, dass es eben um mehr geht als Geld, Macht und Einfluss. Ohne die Fans – “the people” – wäre der Fußball nicht das, was er ist. Gleichzeitig wollten wir unsere Situation nutzen, um zu zeigen, dass Fehlentwicklungen nicht endgültig sind.

Wenn das Ziel erreicht wird, soll "Football for the People" auf eurem Trikot stehen. Warum war euch gerade diese Form der Sichtbarkeit wichtig?

Auf der einen Seite, weil sie unsere Message nochmal nach außen trägt und wir damit auch nach dem hoffentlich Erreichen des Crowdfunding-Ziels unseren Standpunkt untermauern können, und das für mindestens eine Spielzeit. Auf der anderen Seite wollten wir auch allen, die eine Spende leisten, die Möglichkeit geben, Teil einer Botschaft zu werden. Also auch zu etwas Konkretem einen Beitrag zu leisten, als nur zu sagen „Sechzig braucht mal wieder Kohle“.

Das Crowdfunding richtet sich ausdrücklich nicht nur an Löwenfans. Warum seid ihr diesen Weg gegangen?

Die Aussage „Football for the People“ bietet jedem Menschen die Möglichkeit, sich damit zu identifizieren. Es gibt ja neben Sechzig genug Beispiele, bei denen externe Geldgeber Klubs umgebaut, Traditionen über den Haufen geworfen, Vereinshymnen getauscht, Logos ersetzt oder andere bei den Fans unbeliebte Dinge getan haben, sodass vom ursprünglichen Verein nicht mehr viel übriggeblieben ist. Manchmal war das sportlich zwar erfolgreich, manchmal aber eben auch nicht. Die Frage ist, was einem der sportliche Erfolg letztlich wert ist, der Verkauf der eigenen Identität sicher nicht! Und, dass Geld allein eben nicht immer Tore schießt, wie man so schön sagt, haben wir die letzten 15 Jahre mehr als eindeutig bewiesen.

Die Zielmarke liegt bei 250.000 Euro. Wofür wird dieses Geld konkret eingesetzt und warum bedarf es eben jener Unterstützung gerade jetzt?

Das Geld geht auf direktem Weg an den eingetragenen Verein und dort werden die handelnden Personen darüber entscheiden, wie es am besten für den Wiederaufbau des Profifußballs eingesetzt werden kann. Zwangsläufig wird es dadurch natürlich in der neuen Gesellschaft landen, welche aber zu 100% in den Händen des Vereins und damit seiner Mitglieder liegt. Die Unterstützung gerade zu diesem Zeitpunkt ist aus der oben beschriebenen Situation mit der Insolvenz der KGaA, der Kündigung des Kooperationsvertrags und der Gründung einer neuen Spielbetriebsgesellschaft entstanden.

Welche Rückmeldungen habt ihr seit dem Start der Kampagne erhalten? Wie groß ist die Unterstützung auch außerhalb der Löwen-Familie?

Wir erfahren aktuell eine länderübergreifende Solidarität aus allen Ecken der Welt. Wir erhalten positive Nachrichten, unsere Beiträge werden geteilt und verbreitet, Prominente, Fanclubs, Kurven, Szenen und natürlich Einzelpersonen tragen dazu bei, dass diese Kampagne gerade so angelaufen ist, wie sie ist. Und wir sind unendlich dankbar dafür!

Der Weg in die Zukunft scheint derzeit von einer großen Geschlossenheit getragen zu sein. Gab bzw. gibt es auf diesem Weg dennoch Gegenwind oder unterschiedliche Auffassungen innerhalb der Löwen-Familie? Wie wichtig war und ist es, am Ende möglichst viele mitzunehmen?

Es gibt durchaus Personen, die alles, was vom e.V. oder von Seiten der Kurve passiert, kritisch bzw. negativ sehen, selbst aber nichts machen, außer zu Hause auf dem Sofa zu sitzen und herabwürdigende Kommentare zu schreiben. Meistens bezeichnen sie sich als „schweigende Mehrheit“, stellen aber in Wahrheit eine kleine Minderheit dar. Leider sind viele dieser Personen durch Medien innerhalb des Löwenkosmoses fehlinformiert und bilden sich deshalb Meinungen, die auf falschen Tatsachen basieren. Wichtig für uns ist es, nach vorne zu blicken, den Personen, die ggf. unschlüssig sind, genügend Aufklärungsarbeit und Argumente zu liefern, die man mit etwas Verstand nachvollziehen kann und somit für uns zu gewinnen.

Wir wollen unsere Energie nicht für diejenigen verschwenden, die ihre Meinung sowieso nicht ändern wollen.

Im Zuge der Kampagne wurde eure Instagram-Seite zeitweise gesperrt. Wie sehr beschäftigen euch solche Rückschläge, und habt ihr den Eindruck, dass es Menschen gibt, die eure Initiative bewusst ausbremsen möchten?

Ja, das war spannend! Keine 24h nach dem Starten der Instagram-Seite haben wir über 300.000 Reaktionen, unzählige Reposts und mehr als 2.500 Follower generiert. Am nächsten Morgen hat uns Meta das Ding gesperrt, da es vermeintlich gegen “Gemeinschaftsrichtlinien” verstoßen hätte, ohne eine genauere Begründung zu liefern. Nicht viel später folgte zufällig ein Post von Hasan Ismaik, in dem er ablehnend auf die Kampagne reagierte. Die Interpretation lassen wir an dieser Stelle offen. In der Vergangenheit hatte auch schon die Instagram-Seite des e.V. mit Abmahnungen zu kämpfen. Bei Instagram sieht man leider nicht, von wem man “angeschwärzt” wurde, das ist natürlich hervorragend für jemanden, der die eigene Meinung nicht vertritt. Trotzdem lassen wir uns von so etwas nicht bremsen und es bekräftigt eigentlich nur noch mehr, dass das, was wir tun, richtig ist. Von dem her – Danke dafür! Ihr liefert die Beweise selbst, ohne dass wir etwas tun müssen.

Die Marke von 250.000 Euro wurde schon nach wenigen Tagen geknackt. Habt ihr mit einer derart großen Resonanz gerechnet – und was bedeutet dieser Erfolg für die Kampagne?

Absolut überragend und uns fehlen die Worte. Wir haben die Summe nach gerade einmal etwas mehr als 72 Stunden erreicht. Wir haben natürlich gehofft, den Betrag generell zusammenzubringen, aber so schnell, das hätten wir nie gedacht! Wir können uns nur bei allen Unterstützern und Spendern bedanken. Diese Solidarität ist einfach überwältigend und es zeigt, wie viele Leute hinter unserer Message stehen!

Und zum anderen Teil der Frage: in erster Linie bedeutet es, dass unser Verein mit mehr Geld planen und den Wiederaufbau vorantreiben kann. Natürlich stärkt das auch die Verhandlungsposition der Verantwortlichen in den Gesprächen mit potenziellen Sponsoren und die Resonanz lässt auch darauf hoffen, dass der Trikotverkauf – sofern dieser mal beginnen kann – ordentlich Potential hat. Eine Win-Win-Win Situation quasi. Aber das braucht es aktuell auch, es gibt ja noch allerhand Baustellen, Trikots, Dauerkarten, Mannschaft, Infrastruktur, Stadion, etc.

Unsere Kampagne läuft weiter! Wir haben durch die mediale Resonanz viele Rückmeldungen von Gruppen, Fanclubs, etc. erhalten, die aktuell noch sammeln, das wollen wir noch abwarten und sind gespannt, wie viel am Ende dann wirklich stehen wird – der Verein kann jeden Cent gebrauchen! Und je nachdem, wie viel das dann sein wird, werden wir es sinnvoll einsetzen. Wir sind schon dabei erste Ideen zu sammeln, das Trikot ist ja nur eine von vielen Möglichkeiten im Kontext eines Fußballvereins Sichtbarkeit zu bekommen, da werden wir sicherlich gute Lösungen im Sinne des Vereins und unserer Kampagne finden.

Versteht sich 'Football for the People' am Ende eher als Trikotsponsor – oder als ein Versprechen?

Weder noch. Ja, das Geld soll natürlich in erster Linie unserem Verein helfen und die Botschaft auf dem Trikot ist im Prinzip eine Gegenleistung, wie sie bei einem Sponsoring sonst üblich ist. Aber unsere Intention ist nicht Marketing im herkömmlichen Sinne, sondern im Prinzip Marketing für eine Sache. Eine Sache, für die wir kämpfen, so wie viele weitere Fanszenen es auch tun. Unsere Situation hat uns nur die Gelegenheit gegeben, diesen Kampf mit der Hilfe für unseren Verein zu verbinden.

In diesem Sinne, 1860-Dank an alle, die sich solidarisch mit uns zeigen! Football for the People!

(Faszination Fankurve, 10.07.2026)

Re: Fussball Ausland

Verfasst: 14. Jul 2026, 00:56
von Murmi
Wäre mal was für alle Otto's Kritiker