Verfasst: 4. Mai 2005, 13:13
Hier noch der Blick-Artikel zum Thema Collaviti/Jurendic sowie P. Schwegler:
Luzern wirft 2 Spieler raus - in 12 Tagen ist Cupfinal...
Paolo Collaviti «Ich werde behandelt wie der letzte Dreck»
VON ALAIN KUNZ UND BRUNO VOSER
LUZERN. Zwölf Tage vor dem Cupfinal liegen beim FC Luzern die Nerven blank. Zwei Spieler wurden gestern gefeuert! Und um Supertalent Pirmin Schwegler ist Hektik entstanden.
Das Beispiel Aarau macht Schule. Anstatt Trainer Andy Egli in die Wüste zu schicken, stellte der FCA mit Matteo Vanetta und Carlos Varela zwei Spieler frei. Aus den vier Spielen seit dem Chlapf holte der Vorletzte der Super League fünf Punkte. In Luzern haben offenbar einige genau hingeguckt.
Der gestrige Morgen im Zeitraffer. Um 9.30 Uhr bereiten sich Marinko Jurendic (27) und Goalie Paolo Collaviti (27) wie alle anderen aufs Training vor. Zehn Minuten später wird zuerst Collaviti ins Büro von Coach René van Eck beordert. Als er rauskommt, ist der Berner nicht mehr Mitglied des Cupfinal-Teams.
Collaviti und Jurendic geben sich die Klinke in die Hand. Auch der Ur-Luzerner ist per sofort freigestellt.
Warum? Van Eck: «Ich wollte gegenüber dem Team ein Zeichen setzen. Mehr gibts da nicht zu sagen.»
Sportchef Raffaele Natale, der den Spielern zusammen mit Van Eck den Entscheid eröffnete: «Solch ein Urteil liegt im Ermessensspielraum des Trainers. Wir stehen dahinter.»
Offenbar meint es der Vorstand wirklich ernst. Denn mit Van Eck hat man sich mündlich über einen Ein-Jahres-Vertrag geeinigt. Die Zeit des «normalen» Arbeitsvertrags mit zwei Monaten Kündigungsfrist würde damit Ende Juni enden.
Was sagen die betroffenen Spieler? Collaviti, der nach dem Servette-Konkurs vom Regen in die Traufe kam, als er auch in Luzern wochenlang keinen Lohn erhielt: «Ich fühle mich verarscht! Ich habe hier für 900 Fr. im Monat gespielt. Jetzt werde ich behandelt wie der letzte Dreck.»
«Die ärmste Sau im Schweizer Fussball» - so titelte BLICK im Februar als Collaviti dem konkursiten Servette entlaufen war und prompt bei Luzern in einen Streik verwickelt wurde.
Und was meinte Jurendic nach dem Rauswurf? «Mir sagte man, ich hätte nicht akzeptiert, Ersatz zu sein. Das ist völliger Quatsch! Ich habe fast alle Spiele bestritten. Gegen Chiasso war ich froh um eine Pause. Es trifft mich brutal, im Cupfinal nicht dabei sein zu dürfen.»
Die 5 Niederlagen in den letzten 6 Spielen und die vergebene Aufstiegschance haben im Intrigenstadl FC Luzern Wirkung gezeigt.
Da passt der Fall Pirmin Schwegler (18) bestens hinein. Das Talent trennte sich von seinem Berater Andrea Zarra, nachdem dieser mit Präsident Pedro Pfister bei FCZ-Boss Sven Hotz aufgekreuzt sein soll, um über einen sofortigen Verkauf zu sprechen. Seither ist Wolfgang Vöge Berater von Pirmin. Als der FCZ das Büro Vöge zu einem Entscheid drängte, brach dieses die Verhandlungen sofort ab.
Warum diese Transferhektik? Braucht der FC Luzern derart dringend Geld, um die Lizenz zu erhalten?