Wenn Traditionsvereine untergehen
Verfasst: 8. Dez 2003, 20:07
Wenn Traditionsvereine untergehen (Teil 2):
Verdammt, diese brandaktuelle Meldung hat mich noch viel mehr schockiert:
(auch wenn nix mit der OL Südwest zu tun hat, stelle ich den Artikel mal hier rein)
VfB Leipzig im Wettlauf mit der Zeit
Leipzig. Das 2:0 gegen Erfurt-Nord interessierte schon kurz nach dem Abpfiff nicht mehr. Insolvenzgerüchte machten am Freitagabend im VIP-Raum die Runde. Leider stimmen sie. Der VfB ist zahlungsunfähig. Wie unsere Zeitung in einem Teil der Auflage bereits berichtete, stellte der Verein am vergangenen Mittwoch Insolvenzantrag. Leipzigs Sportbürgermeister Holger Tschense bestätigte gestern, dass Aufsichtsrats-Chef Heinz-Christian Knoll und Schatzmeister Michael Merkel beim Amtsgericht vorstellig wurden. Dieses setzte Friedbert Striewe als vorläufigen Insolvenzverwalter eins.
Striewe war am Wochenende ebenso wenig zu erreichen wie der VfB-Vorstand, der bei Konkursverschleppung persönlich haftet. Ihm läuft die Zeit davon, er muss schnell Geld beschaffen. Wird das Insolvenzverfahren eröffnet - die Prüfung dauert einige Tage -, darf der VfB die Saison zu Ende spielen, stünde aber laut Verbandsregel als Absteiger in die Landesliga fest.
Mit Hilfe von der Stadt kann der Verein nicht rechnen. "Es wäre unverantwortlich und der Öffentlichkeit nicht zu vermitteln, bei der gegenwärtigen Finanzlage 300 000 Euro für den VfB bereit zu stellen", erklärte Tschense, "nur die Wirtschaft kann die Marke VfB retten." Präsident Reinhard Bauernschmidt, mit dem er bis Freitag telefonisch in Kontakt gestanden habe, hoffe immer noch auf die Investoren aus der Schweiz, wolle in Notfall selber noch einmal Gehälter vorstrecken, so Tschense: "Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder der VfB treibt in den nächsten zwei Wochen Geld auf, oder das Verfahren wird eröffnet und muss durchgestanden werden."
Mit der Folge Zwangsabstieg. Dann wären auch alle hoch fliegenden Zukunftspläne hinfällig, weil es für die Investoren keinen Sinn macht, in Liga fünf einzusteigen. Sie suchten einen bekannten Ost-Verein mit Perspektive. DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder persönlich soll ihnen den ersten deutschen Meister aus Leipzig empfohlen haben. Dass noch kein Geld floss, liegt offenbar daran, dass es der VfB-Führung nicht gelang, als Sicherheit für die an die Schweizer zu zahlenden Kreditzinsen eine Bürgschaft zu besorgen - und an den nur zögernd offen gelegten Altlasten.
Die Spieler sind mit ihrer Geduld am Ende. Vor zehn Tagen hatten sich Bauernschmidt und Wirtschaftsrats-Sprecher Siegbert Zeh vor das Team gestellt und Gehaltszahlungen angekündigt, doch die Konten blieben leer. "Wenn wir uns Dienstag zum Training treffen, brauchen wir Klarheit", sagte Kapitän Torsten Kracht. Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, übernimmt das Arbeitsamt rückwirkend drei Monatsgehälter.
Quelle: Leipziger Volkszeitung
Verdammt, diese brandaktuelle Meldung hat mich noch viel mehr schockiert:
(auch wenn nix mit der OL Südwest zu tun hat, stelle ich den Artikel mal hier rein)
VfB Leipzig im Wettlauf mit der Zeit
Leipzig. Das 2:0 gegen Erfurt-Nord interessierte schon kurz nach dem Abpfiff nicht mehr. Insolvenzgerüchte machten am Freitagabend im VIP-Raum die Runde. Leider stimmen sie. Der VfB ist zahlungsunfähig. Wie unsere Zeitung in einem Teil der Auflage bereits berichtete, stellte der Verein am vergangenen Mittwoch Insolvenzantrag. Leipzigs Sportbürgermeister Holger Tschense bestätigte gestern, dass Aufsichtsrats-Chef Heinz-Christian Knoll und Schatzmeister Michael Merkel beim Amtsgericht vorstellig wurden. Dieses setzte Friedbert Striewe als vorläufigen Insolvenzverwalter eins.
Striewe war am Wochenende ebenso wenig zu erreichen wie der VfB-Vorstand, der bei Konkursverschleppung persönlich haftet. Ihm läuft die Zeit davon, er muss schnell Geld beschaffen. Wird das Insolvenzverfahren eröffnet - die Prüfung dauert einige Tage -, darf der VfB die Saison zu Ende spielen, stünde aber laut Verbandsregel als Absteiger in die Landesliga fest.
Mit Hilfe von der Stadt kann der Verein nicht rechnen. "Es wäre unverantwortlich und der Öffentlichkeit nicht zu vermitteln, bei der gegenwärtigen Finanzlage 300 000 Euro für den VfB bereit zu stellen", erklärte Tschense, "nur die Wirtschaft kann die Marke VfB retten." Präsident Reinhard Bauernschmidt, mit dem er bis Freitag telefonisch in Kontakt gestanden habe, hoffe immer noch auf die Investoren aus der Schweiz, wolle in Notfall selber noch einmal Gehälter vorstrecken, so Tschense: "Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder der VfB treibt in den nächsten zwei Wochen Geld auf, oder das Verfahren wird eröffnet und muss durchgestanden werden."
Mit der Folge Zwangsabstieg. Dann wären auch alle hoch fliegenden Zukunftspläne hinfällig, weil es für die Investoren keinen Sinn macht, in Liga fünf einzusteigen. Sie suchten einen bekannten Ost-Verein mit Perspektive. DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder persönlich soll ihnen den ersten deutschen Meister aus Leipzig empfohlen haben. Dass noch kein Geld floss, liegt offenbar daran, dass es der VfB-Führung nicht gelang, als Sicherheit für die an die Schweizer zu zahlenden Kreditzinsen eine Bürgschaft zu besorgen - und an den nur zögernd offen gelegten Altlasten.
Die Spieler sind mit ihrer Geduld am Ende. Vor zehn Tagen hatten sich Bauernschmidt und Wirtschaftsrats-Sprecher Siegbert Zeh vor das Team gestellt und Gehaltszahlungen angekündigt, doch die Konten blieben leer. "Wenn wir uns Dienstag zum Training treffen, brauchen wir Klarheit", sagte Kapitän Torsten Kracht. Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, übernimmt das Arbeitsamt rückwirkend drei Monatsgehälter.
Quelle: Leipziger Volkszeitung