7'500.. dazu war das auf der alten Allmend.. kein wunder ging da niemand hinStecki hat geschrieben:Als 2001 Barcelona kam hats doch auch niemanden interessiert...
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Der Plastikarena Thread
L U C E R N E - Till I Die!
Kämpfe Lozärn, Kämpfe Lozärn!
mer wend Euch gwönne gseh!
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Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!
Stehplätze Swissporarena
War gestern an der Baustellenführung, hab dabei ein paar Interessante Details zum neuen Stadion erfahren. Das wichtigste denk ich war zu den Stehplätzen:
Laut Daniel Frank wurde beim FCL entschieden sogenannte Variositze in der Fankurve zu installieren. Dasselbe Model wird in der Bundesliga bspw. in Hoffenheim verwendet:

Auf die Frage warum es keine "richtigen" Stehplätze mit Wellenbrechern gibt sagte er sie denken dass sei die bessere Lösung da zwar von den Fans signalisiert wurde bei einem Umbau für int. Spiele zu helfen, man jedoch nicht sicher sei ob nach dem vierten, fünften mal noch genug Leute kommen würden um dies zu machen und es dann recht teuer würde.
Ich hatte vor Monaten bei einem Spielertalk in der Zone5 mal Büsché darauf angesprochen, er sagte damals dass man sich diese Lösung für den Gästesektor überlege, damals war aber noch nichts entschieden. Bezüglich dem Gästesektor konnte DF keine Auskunft geben.
Ich persönlich sehe dies als die klar schlechtere Lösung als reine Sehplätze nur mit Wellenbrechern. Zumal DF auch noch bestätigt hat dass es keine Zwischenstufen geben wird wie etwa auf dem Bild von Hoffenheim zu sehen ist, bedeutet nur jeweils 1 Reihe zwischen zwei solchen "Hühnerstangen", dadurch ist die Bewegungsfreiheit arg eingeschränkt und mal abgesehen von der etwas besseren Sicherheit (kein runterfallen über die Stühle möglich) ist diese Lösung nicht viel besser als eine reine Sitzplatzkurve wie etwa momentan (noch) im Letzigrund.
Ich hätte mir eine Lösung ähnlich wie Düsseldorf:

oder Hamburg erhofft:

Die Lösung beim HSV wurde ja vor ca. 3 Jahren von USL vorgeschlagen im Rahmen des Anforderungskatalogs der zusammengestellt wurde, offenbar hat dieser leider kein Gehör gefunden. Diese beiden Lösungen wären für mich der Idealfall, man hätte Zwischenstufen, sprich noch mehr Leute Platz in der Kurve, und die Sitzplätze wären mir relativ wenig Aufwand zu installieren.
Was man sich allenfalls noch erhoffen könnte für die Hühnerstangenlösung sind Zwischenstufen aus Riffelblech oder so ähnlich, gibt es teilweise auch in der Bundesliga, dann hätte man wenigstens 2 Reihen auf die sich eine Gruppe von Leuten die zusammenstehen wollen verteilen kann.
Noch was zum Schluss, hab auch noch nachgefragt in welchem Bereich die Stehplätze genau sein werden, hab das mal kurz blau eingezeichnet:

Ist nicht die ganze Kurve, einfach bis dort wo die Ecken anfangen, man hat ja mal von 4000 Stehplätzen gesprochen, ich denke das kommt mit diesem Bereich etwa hin.
Laut Daniel Frank wurde beim FCL entschieden sogenannte Variositze in der Fankurve zu installieren. Dasselbe Model wird in der Bundesliga bspw. in Hoffenheim verwendet:

Auf die Frage warum es keine "richtigen" Stehplätze mit Wellenbrechern gibt sagte er sie denken dass sei die bessere Lösung da zwar von den Fans signalisiert wurde bei einem Umbau für int. Spiele zu helfen, man jedoch nicht sicher sei ob nach dem vierten, fünften mal noch genug Leute kommen würden um dies zu machen und es dann recht teuer würde.
Ich hatte vor Monaten bei einem Spielertalk in der Zone5 mal Büsché darauf angesprochen, er sagte damals dass man sich diese Lösung für den Gästesektor überlege, damals war aber noch nichts entschieden. Bezüglich dem Gästesektor konnte DF keine Auskunft geben.
Ich persönlich sehe dies als die klar schlechtere Lösung als reine Sehplätze nur mit Wellenbrechern. Zumal DF auch noch bestätigt hat dass es keine Zwischenstufen geben wird wie etwa auf dem Bild von Hoffenheim zu sehen ist, bedeutet nur jeweils 1 Reihe zwischen zwei solchen "Hühnerstangen", dadurch ist die Bewegungsfreiheit arg eingeschränkt und mal abgesehen von der etwas besseren Sicherheit (kein runterfallen über die Stühle möglich) ist diese Lösung nicht viel besser als eine reine Sitzplatzkurve wie etwa momentan (noch) im Letzigrund.
Ich hätte mir eine Lösung ähnlich wie Düsseldorf:

oder Hamburg erhofft:

Die Lösung beim HSV wurde ja vor ca. 3 Jahren von USL vorgeschlagen im Rahmen des Anforderungskatalogs der zusammengestellt wurde, offenbar hat dieser leider kein Gehör gefunden. Diese beiden Lösungen wären für mich der Idealfall, man hätte Zwischenstufen, sprich noch mehr Leute Platz in der Kurve, und die Sitzplätze wären mir relativ wenig Aufwand zu installieren.
Was man sich allenfalls noch erhoffen könnte für die Hühnerstangenlösung sind Zwischenstufen aus Riffelblech oder so ähnlich, gibt es teilweise auch in der Bundesliga, dann hätte man wenigstens 2 Reihen auf die sich eine Gruppe von Leuten die zusammenstehen wollen verteilen kann.
Noch was zum Schluss, hab auch noch nachgefragt in welchem Bereich die Stehplätze genau sein werden, hab das mal kurz blau eingezeichnet:

Ist nicht die ganze Kurve, einfach bis dort wo die Ecken anfangen, man hat ja mal von 4000 Stehplätzen gesprochen, ich denke das kommt mit diesem Bereich etwa hin.
abwarten.. DF ist ja nicht gerade die sicherste quelle (nichts gegen user zehnder)
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Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
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hoffenheim modell muss hier nicht diskutiert werden, das steht schon lange nicht mehr zur auswahl
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Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!
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fcl informationspolitik halt...
STADION ALLMEND 1934 - 2009
\O/ cumk \O/ choooooom \O/
«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
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«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
Allmend war.
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besonderer Dank geht an Felix von der 11 Freunde Online Redaktion und Simba und LU57 für die Zusammenarbeit! TOP!
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Fanprotest in der Schweiz
Kunst gegen Kultur
Text: Johannes Ehrmann
Nach Fanprotesten bekommt das neue Stadion des Schweizer Klubs FC Luzern nun doch keinen Kunstrasen. Der Luzerner Kuntrasen-Gegner LU 57 sagt, wie protestiert wurde und warum nun doch auf Natur gespielt wird.
Fanprotest in der Schweiz - Kunst gegen Kultur
Wann erfuhren die Fans des FC Luzern vom Vorhaben des Vereins, im neuen Stadion auf Kunstrasen zu setzen?
Im Sommer 2009 war das letzte Spiel im alten Stadion, dann begann der Abriss. Am 23. Dezember wurde uns dann der definitive Beschluss des Vereins, in der neuen Arena Kunstrasen zu verlegen, mitgeteilt – sozusagen als Weihnachtsgeschenk...
Wann und wie formierte sich der Protest auf Fanseite?
Schon im Dezember 2008 waren die ersten Gerüchte aufgekommen. In den Vereinsorganen und in Interviews drückten die Verantwortlichen immer öfter ihre Tendenz zu Kunstrasen aus. Die Indizien sprachen klar für Kunstrasen.
Hat der Verein die Fans über das Thema Kunstrasen informiert?
Es hieß immer, wir würden über alle wichtige Themen rund um das neue Stadion informiert. Das war aber diesbezüglich nicht der Fall. Wir wurden in die Diskussion zunächst nicht einbezogen – erst als der Kunstrasen schon beschlossen und unser Protest angelaufen war.
In welcher Form haben Sie gegen den künstlichen Belag protestiert?
Beim Spiel gegen Basel wollten wir im ganzen Stadion rote Pappen verteilen, untermalt mit dem Spruchband „Wir zeigen dem Kunstrasen die rote Karte!“ - jeder Zuschauer hätte selbst entscheiden können, ob er die Karte hochhält oder nicht. Wir hatten sogar schon die Pressemitteilungen fertig, als dann in letzter Minute der Verein die Aktion verboten hat – FCL-Präsident Walter Stierli begründete das Verbot offiziell damit, sie würde zu viel Müll verursachen. Letztendlich durften wir die Karten dann nur in der Fankurve zeigen.
War das Aktionsverbot ein Novum?
Uns wurden vorher noch nie irgendwelche Aktionen verboten. Aber das war ihnen anscheinend dann nicht mehr so geheuer... Das Votum der Fankurve war dann aber eindeutig – es war fast alles rot. Dadurch kam dann auch die Diskussion in den Medien auf – darüber, dass der Verein die Stimme der Fans nicht hören will und sogar Angst davor hat.
Wie ging es weiter?
Nach der Aktion im Spiel gegen den FC Basel und der öffentlichen Reaktion darauf wurden wir vom Verein doch zu Gesprächen eingeladen, bei denen wir uns gegenseitig unsere Standpunkte klar machten. Mittels gezielter Leserbriefe wurde das Thema zudem im Fokus der Öffentlichkeit gehalten.
Die Klub-Offiziellen ließen sich also durch die Protestaktion zum Dialog bewegen?
Sie waren wohl schon sehr erstaunt über solch eine Aktion. Das mag ein Grund dafür gewesen sein, dass wir uns zusammen setzen konnten und unsere Standpunkte ausgetauscht haben. Aber ich bin realistisch: Schlussendlich war es sicher nicht in erster Linie unser Verdienst, dass das Stadion nun Naturrasen statt Kunstrasen bekommt.
Sondern?
Mit Naturrasen ist mittlerweile die Chance extrem gestiegen, hier in Luzern Länderspiele austragen zu können, nachdem die Nationalmannschaft in St. Gallen zwei Mal ausgepfiffen wurde. Luzern ist damit zu einem der letzten Standorte für „kleine“ Länderspiele geworden. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen Zusatzeinnahmen, nachdem sie wohl einsehen mussten, dass Kunstrasen doch nicht den erhofften Geldsegen durch Drittveranstaltungen wie Konzerte bringen wird.
Also eine politische Entscheidung?
Ganz klar. Interessanterweise führt der Verein jetzt teilweise die gleichen Punkte als Argumente für den Naturrasen auf, die er vorher für Kunstrasen ins Feld geführt hat.
Worum ging es Ihnen bei Ihrer Argumentation für Naturrasen?
Darum, dass die Identität des Fußballs beibehalten wird. Luzern war immer schon ein Kampfverein, der sich seine Siege hart erarbeitet hat. Die Innerschweiz und der FCL-Anhang war schon immer eher konservativ-bodenständig und verlangte von den Spielern vor allem Einsatz, Kampf und Schweiß. Da ist es komisch, dass wir auf einmal den Ballkünstlern aus den Großstädten nacheifern wollen. Das ist ein totaler Mentalitätsbruch.
Ist Kunstrasen für Sie auch ein Symbol für die Kommerzialisierung im Fußball?
Auf jeden Fall. Schon der Verkauf des altehrwürdigen Namens Allmend war ziemlich einschneidend (der FC Luzern spielt nach Fertigstellung in der Swissporarena, die Red.) und für mich eigentlich unakzeptabel. Mit der zusätzlichen Verlegung von Kunstrasen wäre man bei der Kommerzialisierung so weit gegangen wie noch kein anderer Verein in der Schweiz.
Inwiefern nimmt der Verein – außerhalb der Kunstrasenfrage – beim neuen Stadion, das im kommenden Jahr eingeweiht wird, auf die Fans Rücksicht?
Es wird auf jeden Fall Stehplätze geben, nach aktuellem Stand fast über den gesamten Hintertorbereich. Diese Forderung von uns Fans wurde vom Verein eigentlich auch nie wirklich in Frage gestellt. Außerdem geht es unter anderem noch darum, dass wir genügend Flächen für Fanfahnen erhalten – möglichst alle, die nicht für Werbung genutzt werden. Ziemlich vieles ist aber noch vage. Wir stehen aber im ständigen Dialog.
Gab es in der Kunstrasenfrage Solidarität von anderen Schweizer Vereinen?
Bei uns in der Schweiz ist das eigentlich nicht so üblich. Sicher, es gab ein paar Plakate gegen die Stadion-Umbenennung, zum Beispiel von den Fans des FC Basel. Aber Solidarität mit anderen Szenen ist diesbezüglich eigentlich nicht nötig, bringt nichts und fand auch nicht statt.
-
van Nistelhirsch
- Member

- Beiträge: 37
- Registriert: 15. Jun 2009, 14:52
Top Interview! Gratulation!Maréchaux hat geschrieben:Bericht auf 11 Freunde Online
besonderer Dank geht an Felix von der 11 Freunde Online Redaktion und Simba und LU57 für die Zusammenarbeit! TOP!
Fanprotest in der Schweiz
Kunst gegen Kultur
Text: Johannes Ehrmann
Nach Fanprotesten bekommt das neue Stadion des Schweizer Klubs FC Luzern nun doch keinen Kunstrasen. Der Luzerner Kuntrasen-Gegner LU 57 sagt, wie protestiert wurde und warum nun doch auf Natur gespielt wird.
Fanprotest in der Schweiz - Kunst gegen Kultur
Wann erfuhren die Fans des FC Luzern vom Vorhaben des Vereins, im neuen Stadion auf Kunstrasen zu setzen?
Im Sommer 2009 war das letzte Spiel im alten Stadion, dann begann der Abriss. Am 23. Dezember wurde uns dann der definitive Beschluss des Vereins, in der neuen Arena Kunstrasen zu verlegen, mitgeteilt – sozusagen als Weihnachtsgeschenk...
Wann und wie formierte sich der Protest auf Fanseite?
Schon im Dezember 2008 waren die ersten Gerüchte aufgekommen. In den Vereinsorganen und in Interviews drückten die Verantwortlichen immer öfter ihre Tendenz zu Kunstrasen aus. Die Indizien sprachen klar für Kunstrasen.
Hat der Verein die Fans über das Thema Kunstrasen informiert?
Es hieß immer, wir würden über alle wichtige Themen rund um das neue Stadion informiert. Das war aber diesbezüglich nicht der Fall. Wir wurden in die Diskussion zunächst nicht einbezogen – erst als der Kunstrasen schon beschlossen und unser Protest angelaufen war.
In welcher Form haben Sie gegen den künstlichen Belag protestiert?
Beim Spiel gegen Basel wollten wir im ganzen Stadion rote Pappen verteilen, untermalt mit dem Spruchband „Wir zeigen dem Kunstrasen die rote Karte!“ - jeder Zuschauer hätte selbst entscheiden können, ob er die Karte hochhält oder nicht. Wir hatten sogar schon die Pressemitteilungen fertig, als dann in letzter Minute der Verein die Aktion verboten hat – FCL-Präsident Walter Stierli begründete das Verbot offiziell damit, sie würde zu viel Müll verursachen. Letztendlich durften wir die Karten dann nur in der Fankurve zeigen.
War das Aktionsverbot ein Novum?
Uns wurden vorher noch nie irgendwelche Aktionen verboten. Aber das war ihnen anscheinend dann nicht mehr so geheuer... Das Votum der Fankurve war dann aber eindeutig – es war fast alles rot. Dadurch kam dann auch die Diskussion in den Medien auf – darüber, dass der Verein die Stimme der Fans nicht hören will und sogar Angst davor hat.
Wie ging es weiter?
Nach der Aktion im Spiel gegen den FC Basel und der öffentlichen Reaktion darauf wurden wir vom Verein doch zu Gesprächen eingeladen, bei denen wir uns gegenseitig unsere Standpunkte klar machten. Mittels gezielter Leserbriefe wurde das Thema zudem im Fokus der Öffentlichkeit gehalten.
Die Klub-Offiziellen ließen sich also durch die Protestaktion zum Dialog bewegen?
Sie waren wohl schon sehr erstaunt über solch eine Aktion. Das mag ein Grund dafür gewesen sein, dass wir uns zusammen setzen konnten und unsere Standpunkte ausgetauscht haben. Aber ich bin realistisch: Schlussendlich war es sicher nicht in erster Linie unser Verdienst, dass das Stadion nun Naturrasen statt Kunstrasen bekommt.
Sondern?
Mit Naturrasen ist mittlerweile die Chance extrem gestiegen, hier in Luzern Länderspiele austragen zu können, nachdem die Nationalmannschaft in St. Gallen zwei Mal ausgepfiffen wurde. Luzern ist damit zu einem der letzten Standorte für „kleine“ Länderspiele geworden. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen Zusatzeinnahmen, nachdem sie wohl einsehen mussten, dass Kunstrasen doch nicht den erhofften Geldsegen durch Drittveranstaltungen wie Konzerte bringen wird.
Also eine politische Entscheidung?
Ganz klar. Interessanterweise führt der Verein jetzt teilweise die gleichen Punkte als Argumente für den Naturrasen auf, die er vorher für Kunstrasen ins Feld geführt hat.
Worum ging es Ihnen bei Ihrer Argumentation für Naturrasen?
Darum, dass die Identität des Fußballs beibehalten wird. Luzern war immer schon ein Kampfverein, der sich seine Siege hart erarbeitet hat. Die Innerschweiz und der FCL-Anhang war schon immer eher konservativ-bodenständig und verlangte von den Spielern vor allem Einsatz, Kampf und Schweiß. Da ist es komisch, dass wir auf einmal den Ballkünstlern aus den Großstädten nacheifern wollen. Das ist ein totaler Mentalitätsbruch.
Ist Kunstrasen für Sie auch ein Symbol für die Kommerzialisierung im Fußball?
Auf jeden Fall. Schon der Verkauf des altehrwürdigen Namens Allmend war ziemlich einschneidend (der FC Luzern spielt nach Fertigstellung in der Swissporarena, die Red.) und für mich eigentlich unakzeptabel. Mit der zusätzlichen Verlegung von Kunstrasen wäre man bei der Kommerzialisierung so weit gegangen wie noch kein anderer Verein in der Schweiz.
Inwiefern nimmt der Verein – außerhalb der Kunstrasenfrage – beim neuen Stadion, das im kommenden Jahr eingeweiht wird, auf die Fans Rücksicht?
Es wird auf jeden Fall Stehplätze geben, nach aktuellem Stand fast über den gesamten Hintertorbereich. Diese Forderung von uns Fans wurde vom Verein eigentlich auch nie wirklich in Frage gestellt. Außerdem geht es unter anderem noch darum, dass wir genügend Flächen für Fanfahnen erhalten – möglichst alle, die nicht für Werbung genutzt werden. Ziemlich vieles ist aber noch vage. Wir stehen aber im ständigen Dialog.
Gab es in der Kunstrasenfrage Solidarität von anderen Schweizer Vereinen?
Bei uns in der Schweiz ist das eigentlich nicht so üblich. Sicher, es gab ein paar Plakate gegen die Stadion-Umbenennung, zum Beispiel von den Fans des FC Basel. Aber Solidarität mit anderen Szenen ist diesbezüglich eigentlich nicht nötig, bringt nichts und fand auch nicht statt.
- KategorieLU
- Experte

- Beiträge: 370
- Registriert: 15. Nov 2009, 20:00
Endlich einmal nicht eine Äusserung zum Thema vom FCL selbst, sondern eine wirklich gutes Interview von kompetenten und informierten Personen, stellvertretend für die ganze Fanszene Luzern. Danke LU 57 und Simba bzw. 11 Freunde-Magazin.
"Du gehst nicht ins Stadion um eine fantastische Stimmung zu erleben, sondern um diese selbst zu kreieren"
das konstrukt mit den verschiedenen AGs scheint vielleicht ähnlich, ist aber nicht zu vergleichen mit dem in St.gallen. die machtverhältnisse sind ganz anders verteilt. zudem sind keine alten Präsidenten oder verwaltungsräte in den anderen AGs involviert.lucerne schrieb am 26.08.2010 hat geschrieben:Mehr Angst macht mir, dass wir ebenfalls ein Konstrukt mit Stadioneigentümer (Stadion Luzern AG), Betriebs AG (swissporarena events AG), Fussballclub (FC Luzern-Innerschweiz AG) plus auch noch Stadionnamen-Stiftung (Stiftung Fussballsport Luzern) haben.
http://www.swissporarena.ch/dynasite.cfm?dsmid=85115
Das klingt doch ziemlich ähnlich wie in SG. Bleibt wirklich zu hoffen, dass diese als "enge Partner" zusammenarbeiten (wie Stierli auch immer betont....) und es hier nicht auch zu unnötigen falschen Abhängigkeiten und aufgeblasenen Verwaltungsapparäten kommt - der FCL wäre prädistiniert dafür...
Top 3, what else
Das Stadion wird nach seiner Erstellung ins Eigentum der Stadion Luzern AG übergehen, an der sich der FC Luzern über die Löwen Sport und Event AG und die Arbeitsgemeinschaft Halter Entwicklungen und Eberli Partner Generalunternehmung beteiligt. Die Stadion Betriebs- und Event AG, die aus denselben Anteilseignern und weiteren privaten Investoren besteht, wird als «Generalmieterin» den gesamten Betrieb des Stadions wie zum Beispiel Fussballspiele und Events übernehmen und aus den Erträgen den Profifussball unterstützen und betreiben. Hierfür wird eine Miete entrichtet, die den Unterhalt des Stadions sicherstellt.
alles klar?
alles klar?
Zuletzt geändert von chamäleon am 27. Okt 2010, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
haut das ding endlich rein



