Liiribox
Nur angemeldete User dürfen liiren.

Kampf den Hooligans und Rassisten

steve
Forumgott
Forumgott
Beiträge: 2232
Registriert: 27. Nov 2006, 20:09
Wohnort: beim fürsten

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von steve »

Pesto hat geschrieben:
Wessun hat geschrieben:Als ob der nicht sonst schon genug bestraft wäre.
absolut, ich hab echt mitleid! :arrow: NIIIEEEECCCCHHHHTTTT
mitleid muss man keines haben. trotzdem ist es nicht richtig, wenn nun irgend ein boulevardblatt private fotos der betroffenen person und gar deren haus veröffentlicht. warum? weil das schlicht keinen etwas angeht!
der typ wird seine gerechte strafe erhalten. warum also zudem noch eine ungerechte?
"Wer sich vor nichts Grossem fürchtet, der hat vor jeder Kleinigkeit Schiss. Gerade der postmoderne Relativismus führt dazu, dass wir nichts mehr relativieren können. So werden wir bei jeder minimalen Gelegenheit zu reaktionären Mimosen, die sofort nach Repressionsmassnahmen rufen und sich auch beträchtliche Zumutungen - wie zum Beispiel Leibesvisitationen, Nacktscannen, Rauchverbote, Bologna-Reformen oder massive Umverteilungen gesellschaftlichen Reichtums - gerne gefallen lassen."
- Robert Pfaller -

FUCK FRONTEX
Benutzeravatar
Camel
Administrator
Administrator
Beiträge: 6273
Registriert: 22. Nov 2002, 19:06
Wohnort: ja
Kontaktdaten:

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Camel »

Daniela Lager attackierte in 10vor10 vom 3. Oktober ihren Studiogast, den Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes Alex Miescher, als gehöre sie selber einem Fan-Lager an, jenem der schwer Betroffenen.
lg @grantler
Benutzeravatar
Pesto
Experte
Experte
Beiträge: 176
Registriert: 22. Mär 2010, 10:18
Wohnort: Lozärn

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Pesto »

gebe dir recht steve!
ps: grosser artikel gefällt gut :!:
Master
Elite
Beiträge: 14233
Registriert: 9. Dez 2002, 10:31
Wohnort: I de Möscht

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Master »

«Rund 50 FCZ-Hooligans, die Pyro-Fackeln zündeten», habe die Münchner Polizei beim Spiel Bayern-FCZ direkt aus dem Block heraus verhaftet, behauptete etwa 10vor10 am 3. Oktober. An der Aussage ist nichts wahr: weder waren es Hooligans, noch waren es rund 50, noch wurde auch nur einer der Zündenden erwischt.
btw: gar nicht gewusst.. :thumbleft:
L U C E R N E - Till I Die!

Kämpfe Lozärn, Kämpfe Lozärn!
mer wend Euch gwönne gseh!

Master (am Do 20. Okt 2005 22:24 ) hat geschrieben:ich sage immer das gleiche.. dass er dem verein helfen wird, davon bin ich überzeugt!
dass er der fanszene schaden wird, davon bin ich genau so überzeugt! aber ich hoffe wir werden das überstehen!
Master hat geschrieben: 4. Mär 2021, 10:55 Danke sonnenkönnig*
*meine Prophezeiung in der Signatur ist kolossal falsch.. Die Fanszene hat sich geeint und geformt durch ihn, um den Verein steht es schlechter als erwartet..
Benutzeravatar
Pesto
Experte
Experte
Beiträge: 176
Registriert: 22. Mär 2010, 10:18
Wohnort: Lozärn

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Pesto »

wie die schweizer medien da wohl rumheulen würden?? :lol: (geschlossene halle wohlgemerkt... 8) )
http://www.youtube.com/watch?v=WcvAOpnn ... ture=share" onclick="window.open(this.href);return false;
Benutzeravatar
jossen
Forumgott
Forumgott
Beiträge: 3333
Registriert: 19. Aug 2006, 21:44
Wohnort: Sonne 5 Minus 1

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von jossen »

respekt an tele1 und die lz-medien holding ag oder was auch immer!
erstens für den genialen bericht mit dem youtube-video. an der letzten sparmassnahmensitzung hiess es nämlich "bruched ehr die kameras wörkli? die choschted üs scheisse vöu gäld" - es geht auch ohne. mit paar guten kommentaren, die man beim einmal-sehen eh sofort abkauft, geht das schon. unsere kinder sollten während der schulzeit viel mehr tele1 schauen. schon nach ein paar monaten können sie als gescheite bürger auf blick-online kommentare posten.
zweitens für den beitrag "Pyro - Wie lange noch?". endlich mal ein sender, der das thema sachlich und mit einem experten diskutiert. ok, der experte ist ein angestellter und man siezt sich, um den eindruck eines echten experten zu wahren. aber der mann ist trotzdem ein experte. denn er weiss, dass es in der bundesliga (er geht fast jedes jahr einmal nach münchen, um in fröhliches fest mitzuerleben) absolut gewalt- und pyrofrei abläuft. klar brennt es in deutschlands kurven in den vergangenen zwei spielzeiten so oft wie wohl noch nie, obwohl pro auswärtsfan etwa 1 polizist aufgeboten wird, aber er ist ja schliesslich chefredaktor einer zeitung (nenei ned d'gassezytig, dä maa hed en azog a) und konzentriert sich halt mehr auf die schweiz und den münchen-ausflug. dass die deutsche firma adidas (und andere sportausrüster) des öfteren in werbespots schon pyro-bilder eingesetzt haben, nimmt man eh nur unbewusst wahr. ist ja auch nicht so wichtig. aber viel wichtiger: er kennt sich aus mit wikipedia (und dank google+ wird in zukunft eh alles noch einfacher). denn er kennt die vergangenheit der fussball-tragödien. beispielsweise heysel. perfekt für das thema "Pyro - Wie lange noch?" (für die nicht wissen, um was es dabei geht: damals rannten rund 400 chaoten mit fackeln auf dem spielfeld herum.... oder so ähnlich. evtl weiss wikipedia mehr)

schade, dass tele1 bei uns auf sender 43 oder so ist und ich nicht weiss wie anders programmieren, sonst würde ich den viel öfter einschalten. annemarie wildeisen schliesst eh eine marktlücke mit ihrer kochshow.
man rückt langsam aber sicher zu tele zürich auf und das erfüllt mich als innerschweizer wirklich mit stolz. es fehlen halt wirklich noch die beiträge, wo man einen familienvater und seine kinder fragt, ob er denn angst habe ans spiel zu fahren, er und seine kinder zwar mit einem "nei" antworten, aber ein kurzes "töu send sech de gfahre ned bewosst" hinzugefügt wird.
wiiter so!
Benutzeravatar
Wiesel
Elite
Beiträge: 11792
Registriert: 1. Dez 2002, 14:28
Wohnort: Gelsenkirchen Buer

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Wiesel »

Krakau Derby

http://www.youtube.com/watch?v=PCf_oHhvPoI" onclick="window.open(this.href);return false;
ADLER 06

Mainz 05 - mehr als nur ein Karnevalsverein
Benutzeravatar
BVB 09
Max
Beiträge: 814
Registriert: 26. Feb 2008, 20:41

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von BVB 09 »

jossen hat geschrieben:......

:mrgreen: DANKE!
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie mit ein Edding durchstreichen.
Benutzeravatar
malfunction
Forumgott
Forumgott
Beiträge: 3640
Registriert: 9. Sep 2004, 14:38
Wohnort: Destino Ibiza

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von malfunction »

finde ich - einmal mehr - sehr treffend beschrieben:

http://medienwoche.ch/2011/11/04/distan ... fangewalt/" onclick="window.open(this.href);return false;
offene wettschulden: +10 von TJ (bald verjährt), +10 von Torpedo (bald verjährt)

Bild
the_wolf
Elite
Beiträge: 8544
Registriert: 23. Okt 2006, 14:53
Wohnort: BANG BANG CLUB, BERLIN
Kontaktdaten:

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von the_wolf »

Spiegel Online
DFB verbrennt sich die Finger

Von Rafael Buschmann

Feuer im Stadion? Nein! Pyrotechnik bleibt im deutschen Fußball verboten, so das klare Statement des DFB. Doch SPIEGEL ONLINE liegen Protokolle vor, die zeigen, dass Verbandsvertreter bei Verhandlungen mit den Ultras eine Erlaubnis in Erwägung zogen. Jetzt gerät der Verband in Erklärungsnot.

Der Großteil der Ultra-Szene ist enttäuscht. Enttäuscht und wütend über die gescheiterten Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) über das Abbrennen von Pyrotechnik. Nun tauchen Protokolle auf, die die Dialoge der vergangenen Monate zwischen dem DFB und den Hardcore-Fans nachzeichnen. Und sie erklären, warum die Stimmung derzeit so vergiftet ist.

"Der DFB und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) weisen den Vorwurf entschieden zurück, die Faninitiative 'Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren' getäuscht und falsche Hoffnungen geweckt zu haben", schrieb der DFB in einer Presseerklärung am 9. September. Damit wehrte sich der Verband gegen die Anschuldigung, er habe die Ultra-Szene belogen. Zudem war es eine Vorbereitung auf das, was nur wenige Wochen später folgen sollte: Der DFB beendete am 2. November den Dialog zum Thema Pyrotechnik und erließ ein Verbot von Brennmaterial und Leuchtfeuern in deutschen Stadien.

Nun kommt jedoch heraus, dass diese Haltung nur wenige Monate zuvor keineswegs absehbar war. Weder von Seiten der Verbände noch von Seiten der Ultras. Im Gegenteil: Am 7. Juni gab es auf einer Sitzung zwischen den Parteien einen Konsens, dass es ab Ende August zu ersten Pyrotechnik-Pilotprojekten kommen könnte. Dies geht aus internen Sitzungsprotokollen hervor, die SPIEGEL ONLINE vorliegen.

Konkrete Regeln für Umgang mit Pyrotechnik

Darin sind Möglichkeiten zur Legalisierung von Pyrotechnik protokolliert, die Helmut Spahn (Ex-Sicherheitschef DFB), Gerald von Gorrisson (Leiter der Fananlaufstelle des DFB) und Thomas Schneider (Fanbeauftragter DFL) gemeinsam mit den Sprechern der Pyrotechnik-Initiative erarbeitet haben. Die Verbände bieten dort an, dass es ein "Treffen mit unseren Vertretern zwecks detaillierter Ausarbeitung der Bedingungen, unter welchen der Abbrand möglich ist", geben wird. Auch soll ein Schreiben an alle Vereine verschickt werden, welches erklärt, dass "sie den Abbrand durch die Szene beantragen können, unter welchen Bedingungen das möglich ist und dass bei einem Abbrand keine Strafen drohen".l

Selbst konkrete Umsetzungsregeln finden sich in den Protokollen: So forderte der DFB eine "Namensliste" derjenigen, die Pyrotechnik im Stadion verwenden dürfen. Genauso wurden der zeitliche und räumliche Rahmen für das kontrollierte Zündeln abgesteckt: "Der Abbrand ist nur nach einer genauen Terminierung möglich. Vorerst: vor dem Spiel, vor Wiederanpfiff oder nach dem Spiel. Abbrand nur in Pyrozonen, wie diese angelegt werden, hängt von Örtlichkeit und Auflagen der Behörden ab." Die DFB-Vertreter kommen zum Ende der Sitzung sogar zu einer verbindlichen Übereinkunft: "Wenn die Einzelfälle funktionieren, soll es in den Richtlinien eine neue Anlage geben, in der das Verfahren, welches für eine Genehmigung von Pyrotechnik in Stadien nötig ist, festgeschrieben wird."

Mit dem Sachverhalt konfrontiert, reagierte der DFB ausweichend: Der Verband verweist auf eine Pressemitteilung, die beschreibt, dass "der auf operativer Ebene nach außen erweckte Eindruck, ein Sportverband könne Pyrotechnik zulassen", im Widerspruch zur Gesetzeslage stehe. Warum dann trotzdem über Monate mit den Ultras verhandelt wurde, wollte die DFB-Spitze genauso wenig beantworten, wie die Frage nach den Kompetenzbereichen des eigenen Sicherheitschefs oder der Fanbetreuer. Mit der Pressemitteilung stellt der Verband die gesetzlichen Kenntnisse von Spahn, Gorrisson und Schneider in Frage. Dies bringt insbesondere die beiden Letztgenannten in eine missliche Position. Denn gerade sie sollen nun in ihren Funktionen als Fanarbeiter die aufgewühlten Ultras wieder besänftigen.

Verhältnis zwischen den Lagern zerrüttet

Das dürfte schwierig werden. Der Dialog mit den Ultras, der erste, den es in dieser Form seit etlichen Jahren gab, hatte die Kraft, das traditionell angespannte Verhältnis zwischen den Lagern zu entspannen. Dazu hätte der DFB aber die Wahrheit sagen müssen. "Denn eigentlich waren auch wir davon überrascht, dass die Verbände so schnell zu Kompromissen bereit waren", sagt Jannis Busse, Sprecher der Initiative "Pyrotechnik legalisieren", SPIEGEL ONLINE.

Hätten die Verbände früher erklärt, dass es keine Möglichkeit für das legale Abbrennen der äußerst gefährlichen Pyrotechnik geben kann, wäre es vielleicht nie zu den Vorfällen während der zweiten DFB-Pokal-Runde im Oktober gekommen, als unter anderem Dresdner Ultras beim Auswärtsspiel in Dortmund mehrfach Bengalos abbrannten. Und die Ereignisse hätten nie dazu geführt, dass nun in Deutschland fast nur noch darüber diskutiert wird, wie restriktiv die Strafen für zündelnde Ultras demnächst ausfallen sollen. Dass das Verhältnis zwischen ihnen und dem DFB in naher Zukunft gekittet werden könnte, scheint ausgeschlossen: "Nach den Lügen gibt es für uns keine Gesprächsbasis mehr", sagt ein Münchner Ultra.
fesch
Forumgott
Forumgott
Beiträge: 1492
Registriert: 19. Apr 2005, 19:59

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von fesch »

müsste man eigentlich unseren medien zuspielen - denn das ist guter Journalismus (oder zumindest besserer, als bei uns...)
"Glauben Sie nicht jenen, die nie in ein Stadion gehen, dass ein Fußballspiel ein Hochrisiko-Anlass sei."

Bernhard Heusler
Benutzeravatar
harud
Technojunge
Beiträge: 2733
Registriert: 20. Dez 2006, 23:06
Wohnort: Kanton Luzern

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von harud »

fesch hat geschrieben:müsste man eigentlich unseren medien zuspielen - denn das ist guter Journalismus (oder zumindest besserer, als bei uns...)
Bin mir ziemlich sicher, dass die diesen Text und die meisten der Forumsbeiträge zum Thema gelesen haben. Aber ein Text wie der obige wird dann einfach elegant ignoriert. Würde ja auch den gemeinen Innerschweizer völlig vor den Kopf stossen, so etwas lesen zu müssen. :hello2: Hallo Journis!
Benutzeravatar
Wiesel
Elite
Beiträge: 11792
Registriert: 1. Dez 2002, 14:28
Wohnort: Gelsenkirchen Buer

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Wiesel »

http://www.focus.de/sport/fussball/bund ... 82656.html" onclick="window.open(this.href);return false;
ADLER 06

Mainz 05 - mehr als nur ein Karnevalsverein
raven
Forumgott
Forumgott
Beiträge: 3890
Registriert: 7. Dez 2002, 18:57
Wohnort: zu hause

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von raven »

Idee unbedingt aufgreiffen Wauti. So kannst du zeigen, dass was daran liegt.
stänkerer gegen oben
Benutzeravatar
BVB 09
Max
Beiträge: 814
Registriert: 26. Feb 2008, 20:41

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von BVB 09 »

Bezli zum Zusammenhang rausgerissen, nicht???
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie mit ein Edding durchstreichen.
Benutzeravatar
Wiesel
Elite
Beiträge: 11792
Registriert: 1. Dez 2002, 14:28
Wohnort: Gelsenkirchen Buer

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Wiesel »

BVB 09 hat geschrieben:
Bezli zum Zusammenhang rausgerissen, nicht???
sehr sehr weit hergeholt..aber sicher toll so eine Reise nach Polen und dann evt. noch ein Spiel von Cracovia oder Wisla besuchen...........
ADLER 06

Mainz 05 - mehr als nur ein Karnevalsverein
Benutzeravatar
blue-devil
Forumgott
Forumgott
Beiträge: 4277
Registriert: 11. Mai 2003, 20:19
Wohnort: Stadtteil Toumba

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von blue-devil »

Wiesel hat geschrieben:
BVB 09 hat geschrieben:
Bezli zum Zusammenhang rausgerissen, nicht???
sehr sehr weit hergeholt..aber sicher toll so eine Reise nach Polen und dann evt. noch ein Spiel von Cracovia oder Wisla besuchen...........
jep war top!
Benutzeravatar
BVB 09
Max
Beiträge: 814
Registriert: 26. Feb 2008, 20:41

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von BVB 09 »

Wiesel hat geschrieben:
BVB 09 hat geschrieben:
Bezli zum Zusammenhang rausgerissen, nicht???
sehr sehr weit hergeholt..aber sicher toll so eine Reise nach Polen und dann evt. noch ein Spiel von Cracovia oder Wisla besuchen...........
Sehr weit das es ja solche Reisen ja schon lange gibt...
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie mit ein Edding durchstreichen.
Benutzeravatar
Chris Climax
Problembär
Beiträge: 4923
Registriert: 21. Nov 2002, 14:21
Wohnort: Tierra Caliente

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Chris Climax »

Dortmund Ultras per U-Bahn nach Polen gereist ? FüF.... :scratch:
Habt euch lieb !!
Benutzeravatar
Yoda
Forumgott
Forumgott
Beiträge: 2929
Registriert: 12. Mai 2005, 13:56
Wohnort: Planet Dagobah
Kontaktdaten:

Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Yoda »

Die Kurve schweigt
Interview: Philippe Zweifel.

Auch nach den jüngsten Vorkommnissen schweigen die eingefleischten Fussball-Fans. Hooligan-Experte Thomas Busset über den Ehrenkodex und die Selbstregulierung innerhalb von Fankurven.

Offenbar hatte der Mann, der in Rom am FCZ-Spiel drei Finger verlor, die Petarde nicht selber gezündet. Warum zeigt er die Schuldigen nicht an?
Das überrascht kaum. Dass solche Vorkommnisse intern geregelt werden, dass man gegen aussen schweigt, gehört zum Selbstverständnis dieser Gruppierungen. Allerdings steht die Aufarbeitung noch bevor, bei den Betroffenen aber auch in der Fanszene.

Was sind die Konsequenzen wenn man gegen diese Schweigepflicht verstösst?
Wenn jemand die Regeln bricht, kommt es im Prinzip zum Ausschluss aus der Gruppe. Wie weit einzelne Gruppierungen sonst gehen, kann ich nicht sagen. Ich weiss aber von einem Fall eines Informanten, der massiv unter Druck gesetzt wurde.

Ist die Schweigepflicht Teil eines bestimmten Ehrenkodex?
Ja, wobei Ehrenkodex ein Begriff ist, der eher der Hooligan-Szene zugeschrieben wird: Wenn in einer Schlägerei etwa jemand zu Boden geht, darf man nicht weiterschlagen. Bei den Ultras gibt es Verhaltensregeln, die auf Werten wie Freundschaft, Treue zum Verein und Lokalpatriotismus basieren. Darüber hinaus bestehen zwischen Gruppierungen Differenzen zum Beispiel im Hinblick auf die Formulierung von Fananliegen oder gesellschaftlichen Anliegen. Die Fanszene ist weit heterogener als in der Öffentlichkeit angenommen. In der Fankurve gibt es auch Leute, die sich über das Verhalten anderer masslos ärgern. Von aussen gesehen, hat man sogar das Gefühl, dass sich die Fankurven heute selbst zerstören.

Wie verbreiten sich solche Regeln?
Innerhalb der Kurve gibt es Identifikationsfiguren, die Verhaltensregeln verinnerlicht und vielleicht auch mitgestaltet haben. Es gibt einzelne Exponenten die über die lokale Fankurve hinaus vernetzt und informiert sind. Zudem gibt es viel Literatur zum Thema, im Internet, aber auch als Bücher. Solche Schriften werden gelesen und in Foren ausführlich diskutiert. Die Leader innerhalb der Szene schauen, dass die Regeln respektiert werden, wobei man oft hört, dass es immer schwieriger sei, den Nachwuchs und sein Verlangen nach Action zu bändigen.

Nicht nur gegenüber Polizei oder Verein halten sich die Ultras bedeckt. Insbesondere gegenüber den Medien gibt man sich verschwiegen. Wenn mal jemand spricht, dann anonymisiert als «Szenekenner». Warum?
Früher gab es Leute aus der Szene, die willentlich Auskunft gegeben haben, weil sie so bestimmte Vorurteile korrigieren wollten. Denn grundsätzlich wollen sie mit ihren Anliegen ernst genommen werden, sie verstehen sich ja als Teil des Vereins. Heute ist dieses Mitteilungsbedürfnis stark gesunken. Die Fans haben das Gefühl, von den Medien in ein schlechtes Licht gerückt zu werden. Sie empfinden die Berichterstattung generell als Empörungsjournalismus ohne objektive Distanz. Auch die Pauschalisierung der verschiedenen Fangruppen kreidet man den Medien an.

Ist das Schweigen klug? Führt das nicht zu weiterem Unverständnis in der Öffentlichkeit?
Die Haltung ist diesbezüglich tatsächlich ambivalent und teilweise widersprüchlich. Man will Akteur sein – aber verweigert die Kommunikation. Wobei die Fans mit ihrer Medienkritik auch einen wunden Punkt treffen. Es ist tatsächlich so, dass es keine kontinuierliche Berichterstattung über das Thema gibt, und leider nur sehr wenige Journalisten, die Dossierkompetenz besitzen. Man reagiert vor allem auf dramatische Ereignisse.

Wie kann man den Kontakt zu den Gruppen herstellen?
Ein Informationskanal kann über die Fanarbeit laufen. Diese übernimmt somit eine eine Vermittlerfunktion. Allerdings braucht es Zeit, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Zudem ist die sogenannte Pyrodiskussion in eine Sackgasse geraten. Der Verband und die Behörden pochen auf das Gesetz, die Fans auf ihre Kultur.

Werden die Fan-Arbeiter von den Ultras denn ernst genommen?
Die Wahrnehmung solcher Fan-Projekte ist unterschiedlich. In Basel beispielsweise hat man eine Vertrauensbasis zwischen Verein, Fanprojekt und Fan-Szene aufbauen können. Beim FCZ weigern sich meines Wissens gewisse Gruppierungen weiterhin, professionelle Fanarbeit zu akzeptieren. Sie wollen die Probleme stattdessen selber lösen.

Die vielbeschworene Selbstregulierung.
Genau. Die Selbstregulierung ist im Prinzip der beste Weg, um negativen Kräften innerhalb der Szene entgegenzutreten. Wobei die Selbstregulierung nicht darin besteht, die Schweizer Gesetzgebung durchzusetzen. Es geht um die internen Regeln.

Wie muss man sich das konkret vorstellen?
Vor zwei Jahren beispielsweise gab es bei einem Spiel zwischen dem FCZ und dem FC Basel einen Fackelwurf von FCZ-Fans auf Basler Zuschauer. Danach kam es zwischen Gruppierungen aus der Zürcher Kurve zu einer Schlägerei, weil man den Fackelwurf nicht goutierte. Im jüngsten Fall in Rom aber waren die Betroffenen Leute aus der Fanszene. Wie Selbstregulierung in einem solch dramatischen Fall funktioniert, wird sich noch zeigen. In einer kürzlich erschienenen Studie aus Deutschland, bezeichnen sich Ultras auch als Sozialarbeiter, die sich im Alltag um Leute aus der Gruppe kümmern. Es wird interessant zu sehen sein, wie dies im Fall des Petardenopfers ist.

(baz.ch/Newsnet)
Bild
Antworten