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Kampf den Hooligans und Rassisten

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LU-57
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von LU-57 »

Zensurierter hat geschrieben: 12. Dez 2025, 06:42 Das Zuger Modell bei Zuger angewendet ist dann doch nicht mehr so toll. Die HNK hat jahrelang nichts gegen die ID Kontrolle in Zug unternommen. Nun wenn es bei ihnen auswärts auch angewandt wird, beginnt man aufzuwachen.
https://www.hnk-zug.ch/post/scl-tigers-evz-05-12-2025
ein blick zum scheisshockey ist grundsätzlich immer wieder eine offenbarung. die besuchermässig zweitstärkste sportart des landes wird von politik und presse regelmässig gerne als positives beispiel genannt. im gegensatz zum fussball hat man die chaotenprobleme im eishockey ja durchaus im griff. und trotzdem herrschen in schweizer eishallen repressive verhältnisse, als befände man sich nicht bloss in einem anderen land, sondern auf einem anderen stern. gästefans werden von losann bis zug, von ambri bis kloten systematisch schikaniert. id-scans, gesichtserkennung, plexiglas-aquarien, unsägliche gästeblöcke, etc. etc.

von wegen "die fans haben es selber in der hand" bzw. "das ist die quittung bzw. reaktion auf fan-verfehlungen". behörden und clubs arbeiten im eishockey proaktiv daran, gästefans aus den stadien zu verbannen. all dieser lächerliche schwachsinn bleibt dem fussball nur aus einem einzigen grund fern: weil die fankurven dies - dank ihrer masse aber auch dank ihrer kreativität, solidarität und entschlossenheit/konsequenz - nicht zulassen.

greez
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«Stellen sie sich vor, ein Pyro mit 2000 Grad trifft ein Kind und das Kind stirbt. Was sagen Sie dann?»
«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
lebendige Volksbühne, wie es die so sympathisch unperfekte
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Murmi
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Murmi »

LU-57 hat geschrieben: 12. Dez 2025, 11:48
Zensurierter hat geschrieben: 12. Dez 2025, 06:42 Das Zuger Modell bei Zuger angewendet ist dann doch nicht mehr so toll. Die HNK hat jahrelang nichts gegen die ID Kontrolle in Zug unternommen. Nun wenn es bei ihnen auswärts auch angewandt wird, beginnt man aufzuwachen.
https://www.hnk-zug.ch/post/scl-tigers-evz-05-12-2025
ein blick zum scheisshockey ist grundsätzlich immer wieder eine offenbarung. die besuchermässig zweitstärkste sportart des landes wird von politik und presse regelmässig gerne als positives beispiel genannt. im gegensatz zum fussball hat man die chaotenprobleme im eishockey ja durchaus im griff. und trotzdem herrschen in schweizer eishallen repressive verhältnisse, als befände man sich nicht bloss in einem anderen land, sondern auf einem anderen stern. gästefans werden von losann bis zug, von ambri bis kloten systematisch schikaniert. id-scans, gesichtserkennung, plexiglas-aquarien, unsägliche gästeblöcke, etc. etc.

von wegen "die fans haben es selber in der hand" bzw. "das ist die quittung bzw. reaktion auf fan-verfehlungen". behörden und clubs arbeiten im eishockey proaktiv daran, gästefans aus den stadien zu verbannen. all dieser lächerliche schwachsinn bleibt dem fussball nur aus einem einzigen grund fern: weil die fankurven dies - dank ihrer masse aber auch dank ihrer kreativität, solidarität und entschlossenheit/konsequenz - nicht zulassen.

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Schweizer Eishockey NLA erinnert mich an Fussball in England, dank immer vollen Stadien können die Clubverantwortlichen machen was sie wollen. Ob Preis, Sicht oder Repression.

Nach dem Motto: Kommst du nicht kommt halt der nächste.
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von LU-57 »

nicht mehr ganz neu, aber für alle, welche es - wie ich - bislang erst am rande mitbekommen haben ...
BAZ hat geschrieben:FCB-Fanarbeiterin Ornella Pessotto
Nach über 20 Jahren im Hintergrund verlässt die Piratin die Kurve
Ornella Pessotto verlässt die Fanarbeit Basel nach über 20 Jahren. Sie hat grossen Anteil daran, wie man in der Muttenzerkurve heute das Fansein versteht.
https://www.bazonline.ch/fc-basel-ornel ... 9834188551
gab am letzten heimspiel 2025 gegen basel ja auch in unserer kurve noch n spruchband für sie ...

Bild

greez
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Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
dem Prestige der Stadt gut zu tun. Ich befürchte, dass das neue
Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
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Murmi
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Murmi »

Kein klick für Blick hat das veröffentlicht. Ist dies in etwa das selbe wie beim Pfadiblatt und Zentral Plus?
Der Kanton Luzern will bei der Fangewalt die Schrauben anziehen: Der FC Luzern soll im Kampf gegen gewaltbereite Fussball-Fans stärker in die Pflicht genommen werden, so die Pläne des Luzerner Regierungsrats. Die Bewilligungen, Spiele durchzuführen, werden demnach an die Erfüllung von gesetzlichen Auflagen vonseiten des Vereins geknüpft.

So muss etwa der gesamte Publikumsbereich permanent mit Videokameras überwacht werden. Diese Überwachung gehört gemäss den Ausführungen des Regierungsrats bereits zum Sicherheitsdispositiv der Clubs, sie werde nun aber ins Recht übertragen.

Bewilligungen sollen ferner nur erteilt werden, wenn die Sicherheit im Stadion mit baulichen Massnahmen gestärkt wird. Alle Besucherinnen und Besucher sollen ein Spiel ohne Gefährdung besuchen können, erklärte der Regierungsrat. Mit der neuen Pflicht solle verhindert werden, dass die Klubs sinnvolle Massnahmen nicht oder verspätet umsetzten. Zu den Auflagen gehören ferner Konzepte für die An- und Rückreise der Gästefans oder der Dialog und die Prävention.

Ursprüngliche Initiative für ungültig erklärt
Die Luzerner Regierung sieht vor, dass der Klub wie bisher pro Spielrunde eine Rahmenbewilligung benötigt. Für Risikospiele soll er eine Einzelbewilligung einholen müssen. Bei diesen regeln die neuen Bestimmungen ausserdem die Überwachung von Fanmärschen per Video durch die Luzerner Polizei. Diese Überwachung soll sowohl mit stationären als auch mit mobilen Geräten erfolgen können.

Eingebracht werden diese Anpassungen als Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Gegen Fan-Gewalt» der Luzerner Mitte. Dieser wird in der Form von drei neuen Artikeln im Polizeigesetz ins Hooligan-Konkordat eingebettet, welches dem kantonalen Recht vorgeht. Geregelt werden damit Matches der obersten Fussball- und Eishockeyligen der Männer im Kanton Luzern – betroffen ist derzeit nur der FC Luzern.

Die Initiative, welche unter anderem eine ID-Pflicht für Stadionbesucherinnen und -besucher und eine stärkere Verantwortung der Fussballklubs in Bezug auf die An- und Rückreise der Fans fordert, ist vom Luzerner Kantonsrat im September teilweise für ungültig erklärt worden, weil einzelne Bestimmungen übergeordnetem Recht widersprächen. Die gültigen Bestandteile werden vom Regierungsrat abgelehnt, gleichzeitig aber als Anstoss zum jetzt veröffentlichten Gegenvorschlag genutzt.
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risto
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von risto »

Wie läuft das eigentlich mit der Repression gegen Clubs und Bars. Glaube neulich gabs da einen Vorfall mit mehreren Toten. Also eine so hohe Zahl, wie es bei allen Fussballspielen aller Schweizer Fussballligen, nicht gegeben hat.
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Berni Alpswag »

Die Sicherheit im Stadion durch bauliche Massnahmen verstärkt werden? Das gefährlichste im Stadion sind die rutschigen Treppen.
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Murmi
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Murmi »

In etwa das Vorbilszenario der CVP, oder möchten sie doch lieber so wie in Amerika und die ICE beauftragen.Polizeigewalt Bärlin-Schalke
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von OSIRIS »

LU-57 hat geschrieben: 5. Dez 2025, 01:05 oioi, langsam aber sicher ist der blick mitten drin in der erbärmlichen täter-home-story-hexenjagd
Die Täter-Home-Story kam dann aber doch in ziemlich unerwarteter Form daher..
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LU-57
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von LU-57 »

OSIRIS hat geschrieben: 23. Feb 2026, 10:24
LU-57 hat geschrieben: 5. Dez 2025, 01:05 oioi, langsam aber sicher ist der blick mitten drin in der erbärmlichen täter-home-story-hexenjagd
Die Täter-Home-Story kam dann aber doch in ziemlich unerwarteter Form daher..
:D

btw. schon krass, dass der schlussendlich fast 10 wochen eingesessen hat. lago mio. immerhin hat er damit hunderten von stinkhässigen kommentarschreiberlingen eine grosse genugtuung in ihr erbärmliches leben gebracht. leider währte deren freude aber nur kurz. kaum erfreut waren sie schon wieder tätsch, da solches unfassbar abartiges schwersthuuligenvergehen in unseren kuscheljustizgraden nicht für den galgen reicht. gar nicht mal für ne entlassung. der musste nur 9.5 wochen in den knast und kann nun einfach weiterleben. und alle anderen, welche mal kurz nicht aufpassen und mit 57km/h durch die 50er zone blochen, kriegen promt und erbarmungslos eine 40 fränkige monsterbusse. gods no??? der nie endende teufelskreis der empörten. eilt ihnen denn nie jemand zur hilfe?

greez
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«Gewaltanwendungen gab es zwar keine, es hätte aber auch anders kommen können!»
Romano Simioni, Allmend-Buch, 2009 hat geschrieben:Das KKL ist kein Ort, der für uns Luzerner und Innerschweizer
gemacht wurde, sondern ein Ort, der in erster Linie dazu da ist,
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dragao
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von dragao »

blu secco
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von blu secco »

dragao hat geschrieben: 7. Apr 2026, 13:04 https://www.watson.ch/sport/rassismus/3 ... -beleidigt

Hoffe es hat Konsequenzen.
Dito. Man hört im Hintergrund wie ein FCL-Funktionär – es ist klar wer – die Sache kleinredet und dem GC-Trainer vorwirft, dieser würde die Sache eskalieren. Οhne mit einem Wort den Vorwurf abzustreiten...

Ich erwarte vom FCL neben Konsequenzen für den Täter (und für alle passiven Bystander) auch eine eindeutige und unmissverständliche Stellungnahme. Es kann doch nicht sein, dass eine 17jährige von einem Höhlenmenschen im FCL-Staff so traktiert wird und niemand etwas dagegen sagt.
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von 6tusig3 »

blu secco hat geschrieben: 7. Apr 2026, 16:02
dragao hat geschrieben: 7. Apr 2026, 13:04 https://www.watson.ch/sport/rassismus/3 ... -beleidigt

Hoffe es hat Konsequenzen.
Dito. Man hört im Hintergrund wie ein FCL-Funktionär – es ist klar wer – die Sache kleinredet und dem GC-Trainer vorwirft, dieser würde die Sache eskalieren. Οhne mit einem Wort den Vorwurf abzustreiten...

Ich erwarte vom FCL neben Konsequenzen für den Täter (und für alle passiven Bystander) auch eine eindeutige und unmissverständliche Stellungnahme. Es kann doch nicht sein, dass eine 17jährige von einem Höhlenmenschen im FCL-Staff so traktiert wird und niemand etwas dagegen sagt.
Würde mich Interessieren, um welchen Funktionär es sich handelt.. Wer sowas nicht anprangert steht klar hinter dem Täter.

Ich hoffe, dass man als Verein diese "Chance" nutzt um sich klar gegen solches Verhalten zu positionieren und, dass dementsprechend Konsequenzen folgen.
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Berni Alpswag »

Wenn da nicht durchegriffen wird richtig peinlich. Absolut unglaublich, sich echt noch mit sowas herumschlagen zu müssen. Vor allem in Luzern und nicht in irgend einem Chrachen...
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LU-57
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von LU-57 »

Pfadizeitung hat geschrieben:Immer mehr «FCL»-Sprayereien im Kanton Luzern – Schäden gehen in die Hunderttausende.

Von René Meier

22.04.2026, 05.00 Uhr

Blau-weisse Graffiti tauchen im Kanton Luzern immer häufiger auf. Für deren Beseitigung fallen Kosten in sechsstelliger Höhe an – bezahlt oft von der Allgemeinheit.

https://www.luzernerzeitung.ch/zentrals ... ld.4153298
ein hoch auf den vandalismus :love3: 8)

greez
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Stadion eher ein KKL des modernen Fusballs wird und nicht eine
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von tangojoe »

Die tollen Fotos kann ich leider nicht einstellen - schade !


Immer mehr «FCL»-Sprayereien im Kanton Luzern – Schäden gehen in die Hunderttausende

NLZ / Von René Meier

22.04.2026

Blau-weisse Graffiti tauchen im Kanton Luzern immer häufiger auf. Für deren Beseitigung fallen Kosten in sechsstelliger Höhe an – bezahlt oft von der Allgemeinheit.

Frisch gesprayt, schnell erwischt – und doch die Ausnahme: Beim Autobahnanschluss Rothenburg prangt seit rund zwei Wochen ein «FCL»-Graffiti an einer Stützmauer. Der Verursacher wurde von der Polizei in flagranti gestellt und angezeigt. In den meisten Fällen aber verschwinden die Täter – und zurück bleibt die Rechnung.

Was in Rothenburg auffällt, zeigt sich im ganzen Kanton Luzern: Sprayereien nehmen zu, besonders solche mit Bezug zum FC Luzern.

Ein Beispiel ist Willisau. Dort häufen sich derzeit Sachbeschädigungen. Gebäude, Unterführungen, öffentliche Anlagen – immer wieder werden sie mit Graffiti, oft mit Bezug zum FCL, besprayt. Die Stadt schlägt Alarm und ruft dazu auf, Hinweise zu melden. Sie schreibt dazu: «Die Kosten dafür trägt die Allgemeinheit, sofern keine Täterschaft ausfindig gemacht werden kann.»

Auch in der Stadt Luzern kommt es regelmässig zu Sprayereien. Mitte März wurden nach dem Fussballspiel gegen Lausanne-Sport Mauern und ein Zug im Bereich der Neustadtbrücke beschmiert . Vielen ist zudem die blau-weiss verschmierte Fussgängerbrücke über die Tribschenstrasse in Erinnerung oder die blau-weissen Randsteine am Bundesplatz . Und selbst eher abgelegene Orte bleiben von den Schmierereien nicht verschont: In der Lammschlucht prangte vor einem halben Jahr auf über 20 Metern Länge der Schriftzug «Glaub ad Liebi ond ah FC Lozärn», notabene auf einer neu erstellten Mauer.

In den meisten Fällen bleiben die Täter unbekannt. Der Bezug zum FC Luzern ist kein Zufall. In vielen Fällen tauchen Kürzel, Symbole oder Parolen rund um den Klub auf. In der Szene dienen solche Graffiti oft der Selbstdarstellung, dem Markieren von Revieren und dem Streben nach Anerkennung – nicht zuletzt auch wegen des Nervenkitzels des illegalen Handelns. Besonders deutlich zeigt sich das Problem entlang von Strassen und Verkehrsachsen: Dort, wo Mauern, Brücken oder Lärmschutzwände leicht zugänglich sind, häufen sich die Fälle.
Zehntausende Franken Schaden – in wenigen Monaten

Beim Kanton Luzern kennt man das Problem. Andreas Heller von der Abteilung Zentras, die bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (Vif) angesiedelt und zuständig für den Betrieb der Kantonsstrassen ist, sagt, es sei wie bei Don Quijote: «Ein Kampf gegen Windmühlen». Allein in den ersten Monaten dieses Jahres sind entlang von Nationalstrassen durch bekannte FCL-Graffiti Schäden von rund 50’000 Franken entstanden. Zusammen mit anderen Sprayereien belaufen sich die Kosten auf etwa 100’000 Franken. Auch auf Kantonsstrassen fallen zusätzliche zehntausende Franken an.

Auch der Bund bestätigt die Entwicklung: «Entlang der Autobahn A2 bewegt sich die Zahl der Sprayereien seit Jahren auf hohem Niveau – mit steigender Tendenz», sagt Gaudenz Oetterli, Mediensprecher des Bundesamts für Strassen (Astra). Auffällig sei zudem, dass neue Bauwerke wie Lärmschutzwände oder Brücken oft innert kürzester Zeit besprayt werden. Rund die Hälfte der entlang der A2 festgestellten Graffiti wird dem Umfeld des FC Luzern zugeordnet.

Die Zahlen sprechen eigentlich eine andere Sprache: 2024 wurden im Kanton Luzern laut Polizeistatistik 226 Sprayereien registriert, 2025 waren es 234 – deutlich weniger als in früheren Jahren mit teils über 400 Fällen. Trotzdem wächst der Eindruck, dass das Problem zunimmt. Ein Grund: Graffitis bleiben länger sichtbar. Oetterli räumt ein, dass gewisse Graffitis bewusst nicht entfernt werden. Der Aufwand sei oft unverhältnismässig hoch, da Flächen innert kürzester Zeit erneut besprayt würden. Was bleibt, fällt auf. Entfernt wird daher oft nur selektiv. Die Behörden betonen, dass rassistische, sexistische oder extremistische Inhalte sofort entfernt werden.

Seit 2021 ist in der Stadt Luzern ein spezialisiertes Anti-Graffiti-Team im Einsatz, das insbesondere in den Sommermonaten fast täglich ausrückt. Ziel ist es, Sprayereien möglichst schnell zu entfernen – auch, um Nachahmung zu verhindern, denn Meldungen von Privatpersonen über Sprayereien hätten zugenommen, sagt Benedikt Bucher, Leiter Betrieb und Strassenunterhalt in der Stadt Luzern. So entfernt die Stadt laut eigenen Angaben jährlich rund 85 Graffiti . Kostenpunkt: über 100'000 Franken.

Die Stadt geht gegen Sprayer vor, indem sie Anti-Graffiti-Beschichtungen an Brücken, Verkehrsschildern und Unterführungen einsetzt, welche die Reinigung erleichtern. Zudem verweist sie auf die Aktion «Sprayfrei – saubere Fassaden in Luzern » hin. Liegenschaftsbesitzer haben die Möglichkeit, illegale Sprayereien rasch und fachgerecht entfernen zu lassen.

Jahr für Jahr dürften im Kanton Luzern dutzende Anzeigen wegen Sachbeschädigungen durch Sprayereien gegen Unbekannt eingehen. Die Luzerner Polizei führt zwar Statistiken zu Sachbeschädigungen, unterscheidet dabei aber nicht nach Motiven oder möglichen Bezügen – etwa zum FC Luzern. Zudem handelt es sich um ein Antragsdelikt: Nur wenn Geschädigte Anzeige erstatten, wird ein Fall überhaupt erfasst.

Eine Tendenz sieht die Polizei dennoch: «Sachbeschädigungen mit FCL-Bezug dürften in den letzten Jahren zugenommen haben», sagt Urs Wigger, Chef Mediendienst – auch wenn sich das nicht mit konkreten Zahlen belegen lasse. Für Polizei und Staatsanwaltschaft ist die Aufklärung entsprechend schwierig. Zwar gelingt es vereinzelt, Sprayer zu identifizieren, etwa im Oktober in Malters, als die Polizei einen 17-Jährigen in flagranti festnehmen konnte. In vielen Fällen wird nur ein Bruchteil aufgeklärt, da die Taten meist nachts geschehen, oft ohne Zeugen, und Spuren rar sind.
FC Luzern verurteilt Sachbeschädigungen

Und was sagt der FC Luzern dazu, dass sein Kürzel immer häufiger im öffentlichen Raum mit Sachbeschädigungen in Verbindung gebracht wird? «Das ist sehr ärgerlich», betont der Klub auf Anfrage. «Der FC Luzern verurteilt Sachbeschädigungen dieser Art klar und unmissverständlich. Mutwillige Beschädigungen von fremdem Eigentum sind in keiner Form akzeptabel.»

Gleichzeitig räumt der Klub ein, dass ihn das Thema zunehmend beschäftige. Man stehe im regelmässigen Austausch mit der Stadt Luzern, der Polizei und der eigenen Fanarbeit. Solche Vorfälle seien nicht nur in Luzern zu beobachten, sondern auch in anderen Städten – was das Problem jedoch nicht relativiere. Ein Blick nach Zürich, Basel oder in die Ostschweiz zeigt ein ähnliches Bild: Auch dort sorgen Sprayereien für Ärger. Betroffene bleiben auf den Kosten sitzen und drohen teils sogar, die Kosten dem Klub weiterzureichen, wie das St.Galler Tagblatt publik machte.

Ein direkter Einfluss auf einzelne Täter sei begrenzt, heisst es beim FCL weiter. Umso wichtiger seien Prävention und Dialog: Der FC Luzern arbeite eng mit Fanvertreterinnen und -vertretern zusammen und versuche insbesondere junge Fans für das Thema zu sensibilisieren. Für die Betroffenen bleibt das Problem bestehen. Denn egal wer sprüht: Am Ende zahlen meist jene, die nichts damit zu tun haben. Die Allgemeinheit respektive die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von LU-57 »

tangojoe hat geschrieben: 22. Apr 2026, 09:03 Die tollen Fotos kann ich leider nicht einstellen - schade !
es gäbe sicherlich spektakulärere, aber die nachfolgenden sind im artikel enthalten ...

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lg an tobi gmür :wink:

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Hans Nötig
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Re: Kampf den Hooligans und Rassisten

Beitrag von Hans Nötig »

Sapperlot, welch Verschandelung dieser schönen, brutalistisch-tristen, edel grauen, ja dem Auge wohl schmeichelnden langweiligen Mauern!!!11!!
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