Ich was bezüglich Berisha gefunden:
Auf dem langen Weg zurück
Er ist schwer enttäuscht von YB. Der FC Thun ist schwer enttäuscht von ihm: Johan Berisha, 25 Jahre alt, Stürmer, Langzeitpatient, auf Jobsuche. Wie ein grosses Talent durch böse Verletzungen aus dem Tritt geriet.
Nach zweijähriger Verletzungspause sucht Berisha derzeit einen neuen Klub / Andreas Blatter
»Spekulationen um YB-Mannschaft
«Diesen Abgang habe ich nicht verdient.» Ruhig sitzt Johan Berisha im Restaurant Hochhaus im Wyler und erzählt seine Leidensgeschichte. Es ist die unglaubliche Story eines Pechvogels. In den letzten beiden Saisons hat der Stürmer exakt 12 Minuten für YB gespielt. Am 17. Juli 2004 wars, in St. Gallen. Wenige Tage später erlitt Berisha in einem Testspiel wieder eine gravierende Knieverletzung. Bereits die gesamte Spielzeit 2003/04 musste der einstige U21-Titan aussetzen. «Ich habe aus dieser Zeit meine Lehren gezogen», sagt Berisha. Er wisse nun, auf wen er sich verlassen könne.
Stilloser Umgang von YB
Auf YB jedenfalls nicht. «Es ist eine Schande, wie mit einem verdienten Spieler wie mir umgesprungen wird.» 13 Tore hatte der schlaksige Angreifer noch in der Saison 2002/03 für YB erzielt. Er hielt seinem Stammklub die Treue, schlug ein astronomisches Angebot des FC Zürich aus («ich hätte dreimal so viel verdienen können»), und jetzt, sagt Berisha verbittert, «jetzt werde ich aussortiert wie ein Fremder.» Traurig ist der gebürtige Kosovo-Albaner. «Der Trainer hat mir gesagt, er traue es mir nicht mehr zu, in der Super League zu spielen.» Hans-Peter Zaugg, der YB-Trainer, bestätigt diese Version: «Ich habe Johan gesagt, dass ich nicht mehr auf ihn setze. Es ist besser für ihn, wenn er zu einem Klub geht, bei dem er Spielpraxis sammeln kann.» Zaugg betont, dass er immer fair und offen mit Berisha umgegangen sei. «Na ja, fair ist anders, ich durfte in den letzten Wochen nicht einmal mit dem Team trainieren», sagt Berisha. Schwer enttäuscht ist der frühere U21-Nationalspieler aber vor allem über seine Behandlung durch den Verein. «Nach meiner Operation im letzten Sommer war ich über eine Woche im Spital. Weder der Präsident, noch der Sportchef oder der Trainer riefen an oder kamen zu Besuch.» Deshalb ist Berisha gar nicht unglücklich, dass er YB verlassen muss. «Ich hätte gerne im Wankdorf gespielt, ich wohne nicht weit entfernt. Aber das muss ich nicht haben.»
Werner Gerber verärgert
Still und leise wurde Berisha am Sonntag im Schatten von Stéphane Chapuisat verabschiedet. «Ich denke gerne an die Zeit bei YB zurück, ich war 16 Jahre in diesem Verein. Doch jetzt will ich spielen.» Berisha hat Angebote aus Zürich, Sion, St. Gallen, Aarau, Thun und auch aus Deutschland sowie Frankreich.
Der FC Thun, ehemaliger Klub Berishas, macht das Pokerspiel aber nicht mehr mit. «Wir lassen uns nicht an der Nase herumführen. Seit zwei Wochen erwarte ich eine Antwort Berishas. Jetzt ist es vorbei. Er wird nicht für den FC Thun spielen. Wenn das Geld wirklich wichtiger als die sportliche Perspektive ist, dann verstehe ich diesen Spieler nicht», sagte gestern der extrem verärgerte Thun-Sportchef Werner Gerber.
YB will ihn nicht mehr –der FC Thun auch nicht. Es kann für Johan Berisha wirklich nur aufwärts gehen.
Quelle:
http://www.espace.ch/artikel_99438.html
Licht am anderen Ende des Tunnels kann auch ein entgegenkommender Zug sein.